Vorlesetag am 17. November 

Die Stiftung Lesen hat in Kooperation mit der „Zeit“ und der Deutsche Bahn Stiftung die Ergebnisse der diesjährigen Vorlesestudie veröffentlicht. Im Fokus der Untersuchung steht das Vorleseverhalten von Eltern mit Kindern im Alter von drei Monaten bis drei Jahren.

Die Studienergebnisse zeigen unter anderem, dass Eltern die Bildung ihrer Kinder mehrheitlich (81%) als wichtig bewerten und dem Vorlesen eine große Bedeutung für die Entwicklung des Nachwuchses beimessen (91 %).

Dennoch lesen mehr als die Hälfte der Befragten ihren Kindern in den ersten 12 Lebensmonaten unregelmäßig vor und 28 % unterlassen dies bis zum dritten Lebensjahr ganz.

Um Eltern zu ermutigen der Erkenntnis über die Bedeutung des Vorlesens auch die Tat folgen zu lassen, haben  die Stiftung Lesen, die „Zeit“ und die Deutsche Bahn Stiftung  im Jahr 2004 den bundesweiten Vorlesetag ins Leben gerufen.

Der Vorlesetag setzt ein öffentlichkeitswirksames Zeichen für die Bedeutung des Vorlesens. Ziel ist es, Begeisterung für das Lesen und Vorlesen zu wecken und Kinder bereits früh mit dem geschriebenen und erzählten Wort in Kontakt zu bringen.

Das Konzept ist einfach: Jeder, der Spaß am Vorlesen hat, liest an diesem Tag anderen vor und so werden an diesem Tag auch in Warendorf die verschiedensten Vorleseangebote gemacht.

In Warendorf geht Bürgermeister Axel Linke mit gutem Beispiel voran. Er las am Morgen in der Stadtbücherei  Kindern der Laurentiusschule vor. „Das ist eine wunderbare Aktion, die ich gern unterstütze. In Kindergärten und Grundschulen sind es typischerweise viel mehr Frauen, die den Kindern vorlesen. Daher haben insbesondere Väter als Vorleser eine wichtige Rolle“,  erläutert der dreifache Vater sein Engagement für das Thema.

Besondere Lesevorbilder bietet auch die Gesamtschule den Grundschülern der benachbarten Josefschule an.  Dort haben sich Sechstklässler der Gesamtschule eine Geschichte zum Thema „Gruseln leicht gemacht? Das hast du dir wohl gedacht“ ausgedacht. In ihr geht es um Schüler einer Gruselschule, die kaum noch ihre Hausaufgaben machen können, weil, ja weil sich Kinder und Jugendliche im 21. Jahrhundert kaum noch erschrecken lassen. Zum Glück erhalten Monsterchen, kleine Vampire und ihre Mitschüler Hilfe durch einen, der sich mit dem Gruseln auskennt.

Rund 100 Schüler der Bodelschwinghschule erleben das Vorlesen an einem besonders ausgefallenen Ort, den man als Schüler normalerweise nicht kennenlernt:  Ihnen wird im großen Ausschusszimmer im Kreishaus vorgelesen.

Die Overbergschule  richtet eine Vorlesestunde aus. Alle Schüler dürfen aus verschiedenen Buchangeboten auswählen und in der Genießerzeit „ihrem“ Buch lauschen.

Die kleine Auswahl  von  Beispielen zeigt,  wie abwechslungsreich sich das Thema Vorlesen präsentieren läßt. „Wir hoffen, dass sich möglichst viele Eltern in Warendorf dadurch anregen lassen, selber vorzulesen und ihren Kindern und sich selber damit viel Freude zu machen“ wünscht sich Bürgermeister Linke noch.

In der Studie geben ein Drittel der Eltern an, Schwierigkeiten damit zu haben, angemessene Bücher für das Vorlesen auszuwählen.  Diesen Eltern wird gern in den Bibliotheken am Ort weiter geholfen. Ein ganzes Regal mit besonders zum Vorlesen geeigneten Büchern steht zum Beispiel in der Stadtbücherei bereit. 

Rund ein Viertel der Eltern ist außerdem unsicher, wann der richtige Zeitpunkt zum Einstieg in die Vorleseroutine ist.  Auch hier kann man nur zu einem frühen Start ermutigen. Schließlich kommt es beim Vorlesen vor allem auf das gemeinsame Erleben an, das eine besondere Bindung zwischen Eltern und Kind erzeugt  und dadurch das Thema Lesen lebenslang positiv besetzen kann.

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