Apotheken im Kreis Warendorf warnen vor Panikmache

„Apotheke in der Nachbarschaft bei Medikamenten am sichersten“

Kreis Warendorf – „Man mag beim Onlinekauf von Medikamenten ein oder zwei Euro sparen. Der sicherste Bezugspunkt für Arzneien ist und bleibt jedoch die Apotheke in der Nachbarschaft“, sagt Vorsitzender Thomas Haddenhorst der Bezirksgruppe Kreis Warendorf des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe. Bevor ein Medikament dort abgegeben wird, habe es in der Regel mehrere Kontrollen durchlaufen, nicht zuletzt durch geschulte Mitarbeiter vor Ort.

„In der Apotheke um die Ecke und an jedem Werktag prüfen geschulte Fachleute im eigenen Labor mindestens ein industriell hergestelltes Arzneimittel auf Qualitätsmängel“, so Haddenhorst. Bei 20.000 wohnortnahen Apotheken in Deutschland seien das jährlich rund sechs Millionen Stichproben. Benötigen Patienten individuell hergestellte Rezepturen, übernimmt der zuständige Apotheker die Verantwortung für die Qualität, indem Reinheit und Identität aller eingesetzten Ausgangsstoffe geprüft werden. Außerdem können Kunden von Präsenzapotheken sicher sein, ihre Medikamente nur von Fachpersonal zu erhalten.

Die Behauptung einer in dieser Woche ausgestrahlten Sendung des ARD-Fernsehens, jedes hundertste in Deutschland verkaufte Medikament sei gefälscht, sehen die örtlichen Apotheker kritisch. Arzneimittelfälschungen und -manipulationen seien hierzulande sehr selten und seit Jahren rückläufig. Im vergangen Jahr etwa registrierte die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) als zuständige Behörde nur 14 Fälle mit Verdacht auf Arzneimittelfälschungen – wirklich gefälscht war jedoch keines dieser Medikamente. Sollte doch ein gefälschtes oder aus anderen Gründen bedenkliches Arzneimittel auftauchen, könne es die AMK innerhalb weniger Stunden aus allen deutschen Apotheken zurückrufen. Die Rechercheergebnisse der Journalisten sieht Thomas Haddenhorst als weiteren Beweis für die Bedeutung der Apotheke vor Ort und warnt vor „Panikmache“.

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