Alleinerziehende Frauen aus Telgte kamen Ende Januar im DRK-Haus zu einem Vortrag rund um das Thema Resilienz zusammen. Die Veranstaltung widmete sich damit einem Thema, das für die Lebensrealität Alleinerziehender von besonderer Bedeutung ist, da sie täglich vielfältige Herausforderungen und eine hohe Doppelbelastung aus Erwerbsarbeit und familiärer Verantwortung bewältigen. Unterstützt wurde der Vortrag durch eine begleitende Kinderbetreuung, die den Teilnehmerinnen eine konzentrierte Teilnahme ermöglichte.
Referentin war die erfahrene Coachin Marianne Strugholz, die den Teilnehmerinnen praxisnahe Impulse und fachlichen Hintergrund vermittelte. Im Mittelpunkt stand die Frage, was Resilienz ausmacht. Aspekte wie Anpassungsfähigkeit, Gelassenheit, Flexibilität, Belastbarkeit und innere Widerstandskraft wurden gemeinsam betrachtet. Mithilfe eines Resilienz-Tests sowie des Modells des sogenannten „Energiefasses“ wurde erarbeitet, wo im Alltag Energie verloren geht und aus welchen Quellen neue Kraft geschöpft werden kann.
In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, wie viel Kompetenz Alleinerziehende tagtäglich unter Beweis stellen. Organisationstalent, Krisenmanagement, Verantwortungsbewusstsein und Lösungsorientierung gehören für sie zum Alltag. Besonders hervorgehoben wurde, dass Alleinerziehende auch für den beruflichen Kontext eine besondere Qualifikation mitbringen. Die im Alltag erworbenen Soft Skills und Hard Skills, etwa in den Bereichen Entscheidungsstärke, Krisenbewältigung und Führung, sind auch für Führungspositionen von hoher Relevanz.
Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags war das Thema Mut – insbesondere der Mut, Netzwerke zu nutzen, Unterstützung einzufordern und diese gezielt auszubauen. Dieses sogenannte „Network-Stretching“ kann dazu beitragen, neue Handlungsspielräume zu eröffnen und Entlastung zu schaffen. Der fachliche Input sowie der intensive Austausch untereinander wurden von den Teilnehmerinnen als sehr bereichernd empfunden. Die Veranstaltung endete mit gestärkten und ermutigten Teilnehmerinnen sowie dem Wunsch nach weiterer Vernetzung.
Aktuell bildet sich in Telgte eine regelmäßige Austauschgruppe für Alleinerziehende, die sich künftig gegenseitig unterstützen möchte. Interessierte können sich zur Aufnahme in eine WhatsApp-Gruppe an die Gruppenadministratorin Vera Rieger wenden. Die Kontaktdaten sind über die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Telgte unter gleichstellung@telgte.de erhältlich.

Referentin Marianne Strugholz (2.v.r.) gab den Teilnehmerinnen praxisnahe Impulse und vermittelte Fachwissen zum Thema „Resilienz als Kraftquelle“. ©Stadt Telgte

