Arbeiten sollen Wacholderheide mit der Umgebung vernetzen und Artenvielfalt stärken.
Wacholderheiden sind im Münsterland nur noch als seltene Reliktstandorte vorhanden und besitzen einen hohen naturschutzfachlichen und kulturhistorischen Wert. Um diesen besonderen Lebensraum zu erhalten und weiterzuentwickeln, haben sich der Kreis Warendorf und die Stadt Telgte zusammengeschlossen, um eine öffentliche Fläche in den Klatenbergen naturschutzfachlich aufzuwerten. Derzeit ist die Fläche überwiegend mit Kiefern bestockt, vereinzelt finden sich heimische Laubbäume, Heiderelikte und alte Wacholder.
Auch wenn die Maßnahmen auf der „Naturschutzbaustelle“ zunächst als größerer Eingriff erscheinen könnten, dienen sie bewusst als notwendige Störung, um die Artenvielfalt zu erhöhen und die Wacholderheide mit der Umgebung zu vernetzen. Die Planung und Umsetzung der Maßnahmen wurden eng abgestimmt zwischen Akteuren der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Warendorf, der Stadt Telgte, dem Landesbetrieb Wald und Holz sowie der NABU-Naturschutzstation Münsterland e. V..
Geplant ist ein schrittweises Vorgehen: Zunächst wird das vorhandene Heiderelikt entlang des Hauptweges durch Auflichtung und stellenweises Abschieben der Streuschicht erweitert. Zusätzlich werden Wacholdersetzlinge aus heimischen Stecklingen gepflanzt. In einem weiteren Bereich ist ein sukzessiver Waldumbau vorgesehen, bei dem durch Auflichtung ein standorttypischer Eichen-Birkenwald entstehen soll. Alte, markante Kiefern und Eichen bleiben als Altholz erhalten, stellenweise sollen lichte Waldmäntel sowie offene Heide- und Magerrasenstrukturen mit Potenzial für seltene Insektenfauna gefördert werden. Zudem wird die spätblühende Traubenkirsche – eine invasive Art – bekämpft. Dabei muss das Wurzelwerk mit entfernt werden, da es ansonsten direkt wieder austreibt.
Schützenswerte Klatenberge
Im nördlichen Telgte liegt das Natur- und Landschaftsschutzgebiet Klatenberge mit Relikten eines eiszeitlichen Binnendünenzuges aus ausgewehten Talsanden.
Ursprünglich war das Gebiet eine offene Landschaft mit Heidevegetation und unbewachsenen Sandflächen. Die heute dominierenden Kiefernbestände wurden erst ab dem 1950er Jahren angelegt. Innerhalb des Waldes befindet sich auf rund 3,5 ha die letzte Wachholderheide im Kreis Warendorf, die von mehreren Fuß- und Wanderwegen erschlossen ist. Sie bieten vielfältige Möglichkeiten für Naherholung und Naturbeobachtungen.

Foto: Stadt Telgte

