Ein Gemälde erzählt Geschichten. Nicht nur eine, sondern viele: Wer war der Künstler, wo hat er es erschaffen und welchen Weg ging das Bild, nachdem er es aus den Händen gegeben hat? Ein Bild erschließt sich nicht allein durch das, was auf den ersten Blick zu sehen ist. Neben dem dargestellten Motiv geben auch Material, Maltechnik und sein Zustand wichtige Hinweise auf die Vergangenheit des Bildes. Gemälde sind damit empfindliche Zeitzeugen, die über die Umstände berichten, in denen sie entstanden sind und in denen sie von Wand zu Wand und von einem Besitzer zum nächsten gegangen sind.
Die neue Ausstellung im WLM bietet Einblicke in die Kunst des Bilderlesens und in die Möglichkeiten der Bildrestaurierung. Die Ausstellung basiert auf dem Workshop für Jugendliche „Aus Alt wird Neu!“, der im vergangenen Sommer im Museum stattfand und sich mit diesen Themen beschäftigte. Die im Rahmen dieses Workshops gewonnenen Inhalte und Ergebnisse werden nun in einer eigenen Ausstellung präsentiert.
Ein besonderer Bestandteil der Ausstellung sind die praktischen Ergebnisse des Workshops. Ein ausgewähltes Gemälde diente im Sommer als Übungsobjekt. Fotografien und Videosequenzen dokumentieren die analytischen und restauratorischen Arbeitsschritte, die von den Teilnehmenden durchgeführt wurden. Die Ausstellung gibt Einblick in den Arbeitsprozess und macht nachvollziehbar, wie sich der Zustand und die Wirkung eines Kunstwerks durch fachgerechte Maßnahmen verbessern können.
Ergänzt wird die Präsentation durch drei Gemälde aus dem Bestand des Museums. Anhand dieser Werke werden die zuvor beschriebenen Fragestellungen konkret veranschaulicht.
Die im Rahmen des Workshops entstandenen Ergebnisse und die Gemälde werden bis zum 10. März 2026 im Westpreußischen Landesmuseum (Klosterstr. 21, 48231 Warendorf) präsentiert.

