„‘In einer halben Stunde wird gesprengt‘“, sagte Feldwebel Delitzsch gereizt über die Schulter hinweg, dann stützte er sich auf die Mauerbrüstung und blickte mit erzwungener Gleichgültigkeit am Pfeiler hinab auf die abendliche Ems, wo zwei Soldaten in einem Kahn damit beschäftigt waren, eine geballte Ladung von Handgranaten an der Brücke zu befestigen.“
So dramatisch beginnt Paul Schallücks bekannteste Warendorfer Erzählung „Weiße Fahnen im April“ (1955), in der engagierte Bürgerinnen und Bürger mit Täuschung und Gewitztheit in den letzten Tagen des 2. Weltkriegs die Zerstörung der historischen Marktbrücke – und damit der ganzen Stadt – verhinderten. Historische Realität und dichterische Fiktion verbindend hat Paul Schallück, der vor 50 Jahren starb, mit der Erzählung ein eindrucksvolles literarisches Zeugnis für Zivilcourage und Widerstandsgeist hinterlassen.
Eine Bühnenfassung der „Weißen Fahnen im April“, die im Mai 2025 auf der Emsbrücke und im HOT aufgeführt wurde, zeigt das Theater am Wall nun in Erinnerung an den Autor in einer einmaligen Sondervorstellung am kommenden Sonntag, 1. März um 11.30 Uhr im „Paul Schallück-Saal“.
Karten gibt es in der Tourist-Information, Emsstr. 4, Tel.: 54 54 54, über Email: tourismus@warendorf.de oder www.reservix.de

Dramatische Momente auf der Emsbrücke (Szenenfoto „Weiße Fahnen im April“, Mai 2025), © Philippe Druez
