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Musizieren und Gemeinschaft stärken: Probenwochenende des Symphonieorchesters Warendorf auf Haus Nottbeck

Drei Tage miteinander auf engem Raum verbringen – dafür muss man schon eine tragende Gemeinschaft sein. Dies bewies jüngst das Symphonieorchester Warendorf bei seinem Probenwochenende auf Haus Nottbeck. Kaum waren am Freitagnachmittag die Zimmer bezogen und die Instrumente ausgepackt, ging es schon mit den Proben los. Schließlich stehen drei anspruchsvolle Werke auf dem Programm, die sich das Orchester für sein Symphoniekonzert am 14. März um 18 Uhr in der Warendorfer Marienkirche ausgesucht hat. Los geht es mit der Ouvertüre zu Goethes Trauerspiel „Egmont“ von Ludwig van Beethoven. Von den wuchtigen Moll-Akkorden zu Beginn über lyrische Passagen bis zur großen Siegeshymne am Schluss gilt es, lange Spannungsbögen aufrechtzuerhalten und bei den Einsätzen gut aufeinander zu hören. Die Orchestersuite „Antiche danze e arie“ von Ottorino Respighi greift auf Übertragungen von Lautenmusik aus dem 16. Jahrhundert zurück und verlangt vom Orchester ungewohnte Klangfarben. Nicht nur dadurch, dass sich die Streicher über lange Passagen als Zupfer wiederfinden und die Holzbläser mittelalterliche Jahrmarktsatmosphäre aufkommen lassen. Außerdem stoßen auch noch drei Pianisten zum Orchester dazu, um die von Respighi geforderten Klangfarben von Cembalo, Harfe und Celesta beizutragen. Das dritte Werk im Symphoniekonzert ist die Reformations-Symphonie von Felix Mendelssohn. Das anspruchsvolle Werk beinhaltet vier Sätze, die von ganz unterschiedlichem Charakter sind und mal mit großer symphonischer Fülle, mal eher kammermusikalisch daherkommen. So sieht Mendelssohn zum Beispiel die Posaunen nur an wenigen Stellen seiner Symphonie vor. Was bleibt bei einem Probenwochenende denjenigen Musikern zu tun, die in einem Satz nicht verlangt werden? Sie suchen sich andere Aufgaben. Die Posaunen machten sich vor allem beim Wecken bemerkbar, indem sie auf jedem Bettenflur eigens zu diesem Zweck eingeübte Posaunenduette vortrugen, ein Service, der ihnen mal mehr, mal weniger spontane Dankbarkeit einbrachte Die Pausen zwischen den Probeneinheiten wie auch die gemeinsamen Abende trugen zur Geselligkeit und zum Austausch untereinander bei, man erfuhr im gemütlichen Gespräch mehr voneinander, als es beim Proben möglich ist. Denn dabei steht schließlich die Arbeit an den Stücken im Vordergrund. Dirigent Michael Lempik möchte aus allen seinen Musikern das Beste herausholen. Er lässt einzelne Gruppen alleine vorspielen, wenn sie schwere Stellen zu bewältigen haben. Das bringt ihnen nicht nur anerkennenden Applaus vom restlichen Orchester ein, sondern schärft auch das Bewusstsein dafür, was während des eigenen Spiels in anderen Orchestergruppen geschieht. Auch wenn dabei alle in ihrem Können herausgefordert werden, spart Lempik nicht mit Lob: „Seht ihr, das hätten jetzt auch die Berliner Philharmoniker nicht besser gespielt!“, lobt er die ersten Geigen nach einem gelungenen Solo. Schließlich gibt es noch eine besondere Premiere: ein Komponist ist selbst anwesend und erläutert sein Werk. Natürlich nicht Beethoven, Respighi oder Mendelssohn, sondern Romanus Röhnelt, der Warendorfer Kinderarzt, der selbst Mitglied des Orchesters ist und das Werk komponiert hat, das als Zugabe des Konzertes geplant ist. Mehr soll an dieser Stelle noch nicht dazu verraten werden. Es lohnt sich also, am 14. März um 18 Uhr in der Marienkirche dabei zu sein, um eine echte Warendorfer Uraufführung zu erleben.

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Weitere Infos unter www.symphonieorchester-warendorf.de

Volle Konzentration – das Symphonieorchester bei der Probe im Torhaussaal von Haus Nottbeck.

Foto: Symphonieorchester Warendorf