Ländlicher Raum braucht starke Stimme

CDU-Landtagsabgeordnete Markus Höner und Daniel Hagemeier im Austausch mit dem WLV-Kreisverband Warendorf.

Welche aktuellen Themen beschäftigen die Landwirtschaft in der Veredelungsregion Kreis Warendorf – und an welchen Stellen braucht es aus Sicht der Betriebe politische Unterstützung, um die Rahmenbedingungen zu verbessern? Darüber tauschten sich jetzt die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Markus Höner (Kreisvorsitzender) und Daniel Hagemeier mit der Spitze des Warendorfer Kreisverbandes des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) aus. An dem Gespräch nahmen Geschäftsführer Dr. Matthias Quas, Vorsitzender Andreas Westermann sowie die Vorstandsmitglieder Johannes Bühlmeyer und Paul Verenkotte teil.

Verunsicherung führt zu Investitionsstau

WLV-Vorsitzender Andreas Westermann startete mit einer Bestandsaufnahme: „Derzeit sieht es nicht übermäßig rosig auf den landwirtschaftlichen Märkten aus“, bezog er sich insbesondere auf die drastischen Preisrückgänge bei Schweinefleisch und Milch. Deutlich größere Sorgen als die Preisentwicklung bereiteten den landwirtschaftlichen Betrieben allerdings die immer strengeren Vorgaben und öffentlichen Diskussionen. Zusätzliche Irritationen habe zudem der Stopp des Bundesprogramms Umbau landwirtschaftliche Tierhaltung (BUT) ausgelöst. „Die Konsequenz ist ein massiver Investitionsstau im Kreis“, so Westermann.

Landwirtschaft leidet unter Flächenknappheit

Parallel dazu sorgten politische Ansagen aus Düsseldorf, Berlin und insbesondere aus Brüssel für Unmut. Das geplante EU-Schutzgebietsnetz „Natura 2000“ gehe vielerorts zulasten der landwirtschaftlichen Nutzfläche, machte Westermann deutlich. „Die landwirtschaftliche Fläche ist die einzige Flächenart, die kontinuierlich abnimmt – während Bauland-, Verkehrs- und Waldflächen wachsen“, gab er zu bedenken. Vertrauen werde aus Sicht des Verbandes auch durch Überlegungen zu einer verordneten Unterschutzstellung von Streuobstwiesen verspielt. „Im Rahmen einer Erhebung haben wir festgestellt, dass der Bestand deutlich höher ist als bislang angenommen“, erläuterte WLV-Geschäftsführer Dr. Matthias Quas. Ein pauschaler Zwangsschutz sei daher weder zielführend noch sachgerecht.

Kampagne „LAND AUF.“ als Gegenentwurf

Vor diesem Hintergrund stellten die WLV-Vertreter die Frage, warum politische Steuerung häufig „mit der Brechstange“ erfolge. Bewusst habe der Verband deshalb dem Dreiklang „Verordnungen erlassen – Strafzettel ausfüllen – Akten füllen“ ein anderes Konzept entgegengesetzt. Mit der Kampagne „LAND AUF.“ wolle die Landwirtschaft im Kreis Warendorf geschlossen auftreten und den ländlichen Raum aktiv stärken. Mehr als 10.000 Menschen, überwiegend Ehrenamtliche, hätten sich der Initiative bereits angeschlossen. „Unser großes Anliegen ist es, dass der ländliche Raum nicht abgehängt wird“, brachten Westermann und Bühlmeyer die Zielsetzung auf den Punkt. Dabei gehe es nicht nur um landwirtschaftliche Kernanliegen, sondern um funktionierende Strukturen insgesamt.

„Wir brauchen eine gesicherte ambulante Versorgung auf allen Ebenen“, unterstrich Daniel Hagemeier mit Blick auf die gesundheitspolitische Verantwortung. Dr. Quas ergänzte: „Auch die Bürgerinnen und Bürger im entlegensten Winkel haben Anspruch auf eine ordentliche Versorgung.“

„Es braucht praktikable Lösungen“

Funktionsfähige Wirtschaftswege, eine verlässliche Schulbusanbindung, ein leistungsfähiges Pflege- und Gesundheitssystem sowie ein vernunftbestimmter Rahmen für die Arbeit der landwirtschaftlichen Betriebe seien zentrale Voraussetzungen für lebendige Dörfer. „Der Zusammenhalt vor Ort hängt maßgeblich davon ab, dass die ländlichen Strukturen funktionieren“, betonte Markus Höner. In diesem Zusammenhang sei die Initiative „LAND AUF.“ ein wichtiges und ermutigendes Signal. Begleitend dazu hatte Höner, selbst Landwirt und landwirtschaftlicher Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, aber auch gute Nachrichten für den WLV im Gepäck: Bei Themen wie dem Bürokratieabbau, der Neugestaltung der Düngeverordnung, dem Düngen auf angefroren Boden oder der Diskussion um die sogenannte „Rote Brunnen“ im Rahmen des Nitrat- und Grundwasserschutzes sei zuletzt ein Umdenken erfolgt. Markus Höner begrüßte das ausdrücklich: „Wir brauchen praktikable Lösungen, die stärker an der Praxis orientiert und deutlich bürokratieärmer sind.“

ZUM THEMA: „LAND AUF.“

Mit der Kampagne „LAND AUF.“ möchte der WLV-Kreisverband Warendorf Menschen und Organisationen in der Region zusammenbringen, um den ländlichen Raum aktiv weiterzuentwickeln. Ziel sind konkrete Impulse und Verbesserungen in Bereichen wie Infrastruktur, Wirtschaft, Daseinsvorsorge, gesellschaftlichem Zusammenhalt, Lebensqualität und Tourismus.

Zugleich soll die Kampagne zu einer starken gemeinsamen Stimme der Region beitragen und deutlich machen, welchen wichtigen Beitrag die Landwirtschaft vor Ort für Versorgungssicherheit, Natur und Arbeitsplätze leistet.

Die beiden Landtagsabgeordneten Markus Höner (2.v.r.) und Daniel Hagemeier (2.v.l.) im Austausch mit der WLV-Kreisverbandsspitze (v.l.): Vorsitzender Andreas Westermann, Johannes Bühlmeyer (Vorstand), Geschäftsführer Dr. Matthias Quas sowie Paul Verenkotte (Vorstand).

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