In den letzten 25 Jahren machte das Labormobil vom VSR-Gewässerschutz in verschiedenen Städten im Kreis Warendorf Station. Dort konnten Bürger Brunnenwasseranalysen durchführen lassen. Zusätzlich sandten viele Brunnenbesitzer ihre Wasserprobe mit der Post zur Überprüfung zu. Erstmalig stellt die gemeinnützige Organisation jetzt die Entwicklung der Nitratbelastung von 2001 bis 2025 mit Hilfe der 1049 Untersuchungen aus dem Kreis Warendorf dar.
Der VSR-Gewässerschutz findet seit Beginn der Untersuchungen in vielen Gartenbrunnen Nitratwerte über 50 mg/l. Die Nitratrichtlinie verpflichtet allerdings bereits seit 1991 dazu diese Überschreitungen im Grundwasser zu verhindern. „Während in den Jahren 2001 bis 2005 insgesamt 13,3 % der Brunnen den Grenzwert überschritten, waren es im Zeitraum 2021 bis 2025 immer noch 8,8 %. Besonders Problematisch ist, dass immer noch 2,1 % der Brunnen in der letzten Messperiode Wasser mit über 100 mg/l Nitrat lieferten.“, erläutert Harald Gülzow, der die Nitratuntersuchungen im Kreis Warendorf von Anfang an begleitete. „Es zeigt sich, dass die Maßnahmen in der Landwirtschaft zur Verringerung der Nitratbelastung im Grundwasser Wirkung zeigen. Allerdings ist die Nitratbelastung bisher nicht wie gehofft gesunken“, ist sein Fazit. Er erklärt, dass der VSR-Gewässerschutz auch dieses Jahr wieder mit dem Labormobil in den Kreis Warendorf kommen wird, um die Entwicklung der Nitratbelastung weiter zu beobachten. Die Termine, an denen das Labormobil in der Region hält, werden auf der Homepage veröffentlicht. Zusätzlich findet man dort weitere Ergebnisse und die dazugehörigen Grafiken.
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Die nitratbelasteten Gartenbrunnen liegen oft außerhalb der Wasserschutzgebiete der öffentlichen Trinkwasserversorgung. In den speziell ausgewiesenen Bereichen zum Schutz von Grundwasser haben viele Wasserversorger bereits frühzeitig gehandelt, um die Nitratbelastung zu verringern. „Ihnen war klargeworden, dass sie sich nicht auf die Politik verlassen können. Die Regelungen für die Aufbringung von Dünger waren nicht ausreichend, um längerfristig den Trinkwassergrenzwert von 50 mg/l einzuhalten“, erläutert Harald Gülzow. Deshalb entstanden freiwillige Kooperationen mit Landwirten, um die Nitratbelastung im Grundwasser zu senken. Durch effizienteres Düngen und gewässerschonendere Anbausysteme, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen, tragen die Kooperationen seit vielen Jahren dazu bei, teure Methoden zur Nitratentfernung zu vermeiden.
Der VSR-Gewässerschutz weist jedoch darauf hin, dass die Nitratbelastung auch außerhalb von Wasserschutzgebieten dringend flächendeckend gesenkt werden muss. Die Gartenbesitzer sollen das eigene Brunnenwasser ohne gesundheitliche Risiken für Tier und Mensch beim Gießen, Befüllen eines Teichs und als Tränkwasser nutzen können. Außerdem sickert das nitratbelastete Grundwasser den Bächen und Flüssen zu. Diese transportieren das Nitrat in die Nordsee. Dort richtet die Nährstofffracht großen Schaden an. Es kommt zu einem starken Algenwachstum, das die Wasserlebewesen gefährdet. „Eine Verringerung der Nitratbelastung ist dringend nötig um die Artenvielfalt zu fördern“, erklärt Harald Gülzow.
Über den VSR-Gewässerschutz
Der VSR-Gewässerschutz wurde 1980 als Zusammenschluss verschiedener Bürgerinitiativen gegründet und engagiert sich für den Schutz des Grundwassers und der Gewässer. Die gemeinnützige Organisation führt eigene Untersuchungen durch. Die Beprobung von Flüssen und Bächen kann der VSR-Gewässerschutz selbst durchführen. Bei den Wasserproben vom Grundwasser ist der Verein jedoch auf die Mithilfe von Brunnenbesitzern angewiesen.

