Mit der Ausstellung und dem begleitenden Bildungsprojekt „Demokratie braucht Haltung: Hans Lucassen – Kurt Schumacher“ wird am 12. Januar 2026 um 15.00 Uhr im Westpreußischen Landesmuseum Warendorf ein Zeichen für demokratische Werte, politisches Engagement und historische Verantwortung gesetzt. Die Ausstellung ist bis zum 1. März 2026 zu sehen.
Im Mittelpunkt des Projekts stehen zwei Persönlichkeiten, die auf unterschiedliche Weise für Demokratie, Mut und Verantwortung stehen: der Sassenberger Gewerkschafter und Sozialdemokrat Hans Lucassen (1907–1995) sowie der bedeutende SPD-Politiker und NS-Verfolgte Kurt Schumacher (1895–1952). Anhand ihrer Biografien verbindet die Ausstellung lokale Geschichte mit der nationalen Entwicklung der deutschen Demokratie nach 1945.
Hans Lucassen war viele Jahre eng mit Sassenberg verbunden und setzte sich unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg für den Wiederaufbau demokratischer Strukturen ein. Dokumente, persönliche Erinnerungsstücke und biografische Materialien zeigen ihn als überzeugten Demokraten, der politische Verantwortung als praktisches Handeln im Alltag verstand. Von dieser lokalen Perspektive führt die Ausstellung zu Kurt Schumacher, der in Kulm (Chełmno) im damaligen Westpreußen geboren wurde und nach jahrelanger Verfolgung durch das NS-Regime zu einer der prägenden Stimmen der frühen Bundesrepublik wurde. Ausstellungstafeln, Fotografien und historische Quellen beleuchten seine politische Standhaftigkeit, moralische Integrität und seinen nachhaltigen Einfluss auf die deutsche Sozialdemokratie.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die enge Zusammenarbeit mit dem Mariengymnasium Warendorf. Schülerinnen und Schüler begleiten das Projekt im Rahmen von Workshops, Unterrichtseinheiten, Ausstellungsbesuchen und eigenen Arbeitsgruppen. Sie setzen sich mit den beiden Biografien, der politischen Situation in Warendorf nach 1945 sowie mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen auseinander. Ergänzt wird die Arbeit durch Zeitzeugengespräche mit Hanjo Lucassen und Prosper Schücking, die unter der Leitung von Magdalena Oxfort und Thomas Rossel persönliche Perspektiven eröffnen und Geschichte unmittelbar erfahrbar machen.
Das Projekt wurde vom Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen entwickelt und in enger Kooperation mit dem Westpreußischen Landesmuseum und dem Mariengymnasium Warendorf speziell für die schulische Bildungsarbeit konzipiert. Es verbindet historisches Lernen, biografische Annäherung und politische Bildung.
„Demokratie ist mehr als ein politisches System – sie ist eine Haltung“, lautet die zentrale Botschaft der Ausstellung. Die Lebensgeschichten von Hans Lucassen und Kurt Schumacher verdeutlichen, wie wichtig Toleranz, Zivilcourage und Verantwortungsbewusstsein für ein gelingendes gesellschaftliches Miteinander sind – damals wie heute.
Das Projekt findet im Rahmen von „Demokratie leben lernen. Schulförderprogramm des Kreises Warendorf“ statt und wird aus dessen Mitteln unterstützt. Die Projektleitung liegt bei Magdalena Oxfort (Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen) und Dr. Stephanie Taube (Mariengymnasium Warendorf).

