Bundesförderung für Flüchtlingspatenschaften im Kreis

Bundesarbeitsgemeinschaft unterstützt lokale Gruppen

Milter Patenschafts-Tandem zu Kongress in Berlin eingeladen

Kreis Warendorf. In einem bundesweiten Projekt unterstützt die Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros e. V. (BaS) auch Flüchtlingspatenschaften im Kreis Warendorf. Im Rahmen des Programms „Menschen stärken Menschen“ stehen dabei pauschale Fördermittel des Bundesfamilienministeriums von 200 Euro pro Patenschaft zur Verfügung. Bisher werden 20 Patenschaften im Sinn-Netzwerk in Ahlen gefördert und über Akademie Ehrenamt e. V. weitere 20 Patenschaften in lokalen Flüchtlingshilfegruppen in Sassenberg, Sendenhorst und Warendorf.

Über eine Weiterleitung der Pauschalmittel des Bundes hinaus, bietet die BaS den lokalen Gruppen aber auch eine fachliche Unterstützung und einen Erfahrungsaustausch an. So haben mehrere Koordinatorinnen und Koordinatoren aus Ahlen, Sassenberg und Warendorf an einer Auftaktveranstaltung in Köln und an bereits drei Webinaren teilgenommen. „Die interaktiven Online-Seminare waren für alle eine sehr hilfreiche neue Erfahrung“, berichtet Franz-Ludwig Blömker, der 1. Vorsitzender von Akademie Ehrenamt und der Bundesarbeitsgemeinschaft ist. „Die Webinare wurden aufgezeichnet und stehen weiteren Interessierten als Videos im Internet zur Verfügung.“

Ihre Erfahrungen konnten ehrenamtliche Patinnen und Paten kürzlich auch bei einem Treffen mit dem Projektleiter der BaS in Warendorf-Milte austauschen. Erik Rahn (4K Projekte, Berlin) zeigte sich dabei sehr beeindruckt vom Engagement der Patinnen und Paten. So berichteten Elisabeth Lückewerth, Manfred Heidenreich und Niko von Brevern von annähernd 70 Personen, die in unterschiedlichster Weise allein in der ökumenischen Flüchtlingshilfe in Sassenberg und Füchtorf mitarbeiten. In Sendenhorst gibt es die Flüchtlingshilfe des Deutsch-Ausländischen-Freundeskreises bereits seit 1990, wie Gerd Bröcker berichtete. Alltagspraktische Hilfen, das Kennenlernen des Ortes, von Strukturen und Grundlagen des Zusammenlebens, Hilfen bei Behörden und vor allem das Erlernen der deutschen Sprache stehen überall im Vordergrund. „Jeder Flüchtling müsste aber möglichst schnell Zugang zu den Integrationskursen mit einer grundlegenden Sprachausbildung erhalten“, forderte Elisabeth Lückewerth.

Viel Anerkennung fand auch die Flüchtlingshilfe des gastgebenden Arbeitskreises „Miteinander!“ der Kirchengemeinde Einen-Müssingen/Milte, die mit der Ankunft der ersten Flüchtlinge in Milte im letzten Winter gegründet wurde und inzwischen auch für Flüchtlinge in Einen-Müssingen arbeitet. Die Gruppe um die Koordinatorinnen Claire Mesch und Elisabeth Moss hatte zusammen mit drei Geflüchteten schmackhafte Salate, Fladenbrot und ein Grillen zum Abschluss des Treffens vorbereitet.

Den bereichernden Austausch untereinander wollen die beteiligten Gruppen fortsetzen. Franz-Ludwig Blömker ist zuversichtlich, dass das Projekt auch in den Jahren 2017 und 2018 vom Bund gefördert und Geld für weitere Patenschaften bewilligt wird. Die lokalen Gruppen sind daran sehr interessiert.

Zwei besondere Ereignisse in Berlin bietet die BaS den Projektbeteiligten aber noch in diesem Jahr an: ein Treffen aller Projektbeteiligten Anfang Dezember, mit einem informellen Vernetzungstreffen und Abendessen am Vorabend, und Ende September die Teilnahme am Fachkongress „PatInnen, MentorInnen und LotsInnen in der Unterstützung und Integration von geflüchteten Menschen“. In Milte freuen sich inzwischen Ludwig Geng und Jalal Yazdin über die Einladung, als Patenschafts-Tandem beim Fachkongress im Jakob-Kaiser-Haus des Deutschen Bundestages über ihre Erfahrungen aus der Praxis berichten zu dürfen. (Infos: http://www.seniorenbueros.org)

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