Bundestagsabgeordnete informieren sich über DEULA-Integrationsprojekt

„Welcome to WiN – Work in Nature“ ist das Projekt, mit dem die DEULA Westfalen-Lippe Geflüchtete in den Arbeitsmarkt integrieren will. Seit April dieses Jahres werden 20 Männer aus 6 Nationen mit hoher Bleibeperspektive für die Arbeit in grünen Berufen qualifiziert. Dieses Projekt ist so außergewöhnlich und erfolgreich, dass sich jetzt auch der arbeits- und sozialpolitische Sprecher der CDU-CSU-Bundestagsfraktion, Karl Schiewerling, intensiv damit auseinandersetzt. Zusammen mit seiner Fraktionskollegin Sybille Benning aus Münster folgte er der Einladung des heimischen Bundestagsabgeordneten Reinhold Sendker, CDU, nach Warendorf. Sendker hatte das Projekt von Anfang an begleitet und unterstützt und ist der Überzeugung, dass das Warendorfer Modell als Blaupause für viele Integrationsoffensiven in ganz Deutschland dienen könnte.

Karl Schiewerling, der den Wahlkreis Coesfeld/Steinfurt II betreut, zeigte sich von dem Konzept der DEULA begeistert: „Das Konzept geht auf, weil DEULA, die Arbeitsagentur Ahlen-Münster, das Jobcenter Kreis Warendorf und der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW gut kooperieren. Das durchdachte und nachhaltige Programm berücksichtigt in der Praxis unsere integrationspolitischen Ziele, aber besonders auch die Erfordernisse des Arbeitsmarktes. Solche Initiativen sind vorbildlich!“ Ihm sei durchaus klar, dass die DEULA dabei ein erhebliches unternehmerisches Risiko trage, aber der Erfolg, von dem sich der Arbeitsmarktexperte persönlich überzeugte, gebe den Machern recht. Hier seien die Menschen vor Ort einmal mehr unkomplizierter und damit schneller als die Politik: „Die Menschen handeln und schaffen Lösungen. Besonders das Ehrenamt hat hier mit großer Professionalität ein unschätzbares Engagement an den Tag gelegt!“
Seine Kollegin Sybille Benning, selbst Unternehmerin im Garten- und Landschaftsbau, wünschte sich indes mehr Einheitlichkeit bei der Umsetzung von Integrationsmodellen auf kommunaler Ebene: „Was hier im Münsterland gut funktioniert, ist woanders in NRW womöglich nicht oder nur schwer umsetzbar.“ Sie mahnte auch, dass die Betriebe, die Geflüchtete in Arbeit nehmen wollen, oft vor unüberwindbaren bürokratischen Hürden stehen. Dabei käme ihnen bei der Integration enorme Bedeutung zu: „Wenn deutsche Kollegen Seite an Seite mit Menschen aus fremden Kulturen arbeiten, lernen sie sich kennen und respektieren. Gemeinsames Arbeiten ist ein Weg zu gegenseitigem Respekt und zur Normalität. Ohne die Bereitschaft der Betriebe aus der grünen Branche, das Projekt der DEULA zu unterstützen, wäre es in dieser Form gar nicht umsetzbar gewesen!“

Christoph Lau, Geschäftsführer des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW, wies darauf hin, dass seine Branche die neuen Mitarbeiter dringend benötige. Allein in den letzten 10 Jahren habe man ein Auftragsplus von 80 % erwirtschaftet, viele Betriebe stünden an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Insofern sei es auch gut und wichtig, dass der zusätzlich in der DEULA engagierte „Willkommenslotse“ als Ansprechpartner für die Unternehmen bereit stehe und diese bei allen Fragen der Integration unterstützen könne.

Der Geschäftsführer der Arbeitsagentur Ahlen-Münster, Joachim Fahnemann, lobte die gute Zusammenarbeit aller Akteure des Arbeitsmarktes. Das Konzept der Integration Points, in denen sich Jobcenter, Kommunen und Arbeitsagentur gemeinsam für die Geflüchteten einsetzen, sei das bundesdeutsche Erfolgsmodell. Die zahlreichen Garten- und Landschaftsbaubetriebe, die ihre Bereitschaft zur Anstellung und Ausbildung ausländischer Arbeitskräfte betont haben, seien aber der Schlüssel zur Nachhaltigkeit des DEULA-Projektes. „Welcome to WiN – Work in Nature“ dient ja der Qualifizierung der jungen Männer, damit diese zunächst Berufspraxis in Gartenbaubetrieben kennenlernen und später von diesen Betrieben weiter beschäftigt und ausgebildet werden. Fahnemann konnte den Bundestagsabgeordneten berichten, dass seine Arbeitsagentur in diesem Jahr rund 1000 geflüchtete Menschen gefördert und qualifiziert hat, noch einmal so viele sollen es in 2017 werden. Das sei die höchste Quote in NRW.

Dabei seien die zur Verfügung stehenden Mittel dafür in diesem Jahr gar nicht ausgeschöpft worden, erklärte der arbeits- und sozialpolitische Sprecher der CDU-CSU-Bundestagsfraktion. Karl Schiewerling machte darauf aufmerksam, dass auch 2017 Mittel für langfristige Programme wie das DEULA-Modell bereit stünden. Und das seien Mittel, die nicht bei anderen sozialen Maßnahmen eingespart worden wären, sondern die der Bundestag zusätzlich freigegeben habe.
Man müsse bei großen gesellschaftlichen Herausforderungen zunächst mal die Möglichkeiten sehen und einfach anfangen, beschloss Reinhold Sendker das Treffen der Bundestagsabgeordneten in der DEULA. Das Warendorfer Bildungszentrum habe ohne jede Garantie auf Erfolg und angesichts vieler ungeklärter Finanzierungs- und Rechtsprobleme alles versucht, was in seiner Macht stand. Inzwischen sei das Projekt die Blaupause für viele andere Initiativen in Deutschland. Jetzt sei die Bundespolitik am Zuge, Integration zu erleichtern: „Es ist von großer Bedeutung, dass die Interessen der Innenpolitik und die der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik in Berlin miteinander vernetzt werden, um sich nicht gegenseitig zu behindern. Das ist im Interesse der Bürger, der Unternehmen und vor allem – im Interesse der schnellen Integration der Geflüchteten!“

 

Unser Foto zeigt: Umringt von Menschen aus 6 Nationen (v.l.n.r.): Reinhold Sendker, Sybille Benning, Joachim Fahnemann (Arbeitsagentur Ahlen-Münster), Karl Schiewerling, Christoph Lau (Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW e.V.). Dahinter (v.l.n.r) Michael Eisenhawer (DEULA), Andrea Elisa Schütte (DEULA), Sarah Schneider (Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW e.V.), Björn Plaas (DEULA)

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