Gleich bei seiner Begrüßung zur diesjährigen Generalversammlung des Löschzugs Hoetmar legte Einheitsführer Carsten Recker seinen Finger auf die Wunde, den ländlich geprägten Raum Warendorf besonders trifft: Der weitaus größte Teil, Recker sprach im Nachgang von nahezu 90 Prozent, der Löschteiche sei nutzbar und führe ausreichend Wasser. Im Winter, wie er betonte. Einer Jahreszeit, die die dieses Problem bisher so nicht kannte. Infolgedessen steht bei der Maschinengemeinschaft Freckenhorst im Rahmen der Wasserkomponente sogar jetzt ein prall gefülltes Tankfahrzeug im Warmen, um im Notfall und besonders im Außenbereich bei der Wasserversorgung unterstützen zu können. Hoetmar sei im Stadtvergleich allerdings weniger betroffen, konnte Recker beruhigen.
Klare Worte fand er zu Stimmen, die die Arbeit der Feuerwehr kritisch begleiten. Auf die Frage „Muss das alles sein“, gebe es nur die Antwort „Ja“, wie auch die nachdenklich stimmenden Geschehnisse der vergangenen Tage in Berlin gezeigt hätten. „Die Herausforderungen werden nicht weniger“, betonte er. Die Feuerwehr sei ein entscheidendes Rückgrat, wenn andere versagen, bringe schnell, zuverlässig und lösungsorientiert Hilfe, 24 Stunden am Tag an 365 Tagen des Jahres. Neue Herausforderungen stellten Altbewährtes auf den Prüfstand, Veränderungen seien notwendig. Nur am Rande sei dabei erwähnt, dass der Löschzug Hoetmar sein Löschfahrzeug HLF20 bei Neuanschaffung nicht wie sonst abgeben werde, sondern schon wegen der 2000 Liter mitgeführtes Wasser im Fahrzeugpark lasse. Es bleibt voll nutzbar, versicherte Recker am Rande der Versammlung.
Mit welchen Herausforderungen der Löschzug im vergangenen Jahr zu kämpfen hatte, zeigte der wie üblich reich bebilderte ausführliche Jahresrückblick auf die 39 Einsätze mit ihren 1137 Einsatzstunden. Besonders eindrucksvoll dabei: Der vielstündige Einsatz am 8. September beim Bestattungsinstitut Huerkamp, bei dem es den rund 120 Kameraden aus insgesamt fünf Löschzügen gelang, den Schaden so gering wie in Anbetracht der Lage möglich zu halten.
Derartige Einsätze hat die 20 Kinder zählende Kinderfeuerwehr, die in diesem Jahre ihr 10-jähriges Bestehen feiern wird, naturgemäß nicht, wie Dajana Füllenkemper berichtete. Bei ihrer spielerischen Annäherung an die Wehr und die verbundenen Themenbereiche sei der potentielle Nachwuchs mit Feuereifer bei der Sache. Eine eher ruhige Kugel schieben dagegen die Ehemaligen, wie aus dem Bericht von Theo Vogel-Hanhoff für die Ehrenabteilung hervorging. Nur mitunter haben sie mit Feueralarm zu tun, wie bei ihrem Grillabend am Feuerwehrgerätehaus im Juni. Da hatten sie ihren Grill so ungünstig platziert, dass der Brandmelder die herbeieilenden aktiven Kameraden quasi zu ihrem Grillen einlud. Passiert war allerdings nichts.
Bei den anfälligen Wahlen folgten die Versammlung den Vorschlägen des Vorstands. Dirk Dollmann wurde zum Gruppenführer gewählt, Steffen Sickmann, Nils Recker und Nils Tertilt zu stellvertretenden Gruppenführern. Rudi Terbaum schied nach 17, Martin Knubel nach 15 Jahren aus dem Vorstand aus. Andrea Ohlmeier gab nach 9 Jahren ihre Aufgabe als stellvertretende Gruppenführerin ab, bleibt allerdings stellvertretende Einheitsführerin. Lisa Dalbeck wurde als neue Kameradin in die Unterstützungsabteilung aufgenommen und das 4-köpfige Betreuerteam der Kinderfeuerwehr verstärken.
Erstaunliche 100% Dienstbeteiligung wiesen im Vorjahr gleich drei Kameraden auf. Für diese Leistung wurden Michael Eggelnpöhler, Nils Recker und Jürgen Witte mit einem Präsent bedacht.
Keine Präsente, aber das Versprechen dass er und der Rat der Stadt sich intensiv für die Belange der Wehr einsetzen werden, brachte Paul Schwienhorst als politischer Vertreter mit. Er zeigte sich von den Leistungen und der Kameradschaft der Wehrleute deutlich beeindruckt.
Die Kameradschaft sei das höchste Gut der Wehr, betonte Wehrführer Frank Sölken. Zudem nahm er angesichts der gesellschaftspolitischen Lage ebenfalls die von Recker angesprochenen neuen Herausforderungen in den Blick und forderte „Resilienz vor Ideologie, Sicherheit vor Symbolpolitik“. Denn die Gefahren seien offensichtlich.

Zum Feuerwehrmann des Jahres konnte in diesem Jahr nur einer gewählt werden: Lars Recker (2. von rechts), ehemaliger stellvertretender Wehrführer, der 2025 nach Jahren intensiver, nerven- und kräftezehrender – ehrenamtlicher (!) – Arbeit, mit großem Verständnis der Wehr seinen Hut aus dem Ring nahm. Ihm gratulierten André Mertens, Keven Rose und Dirk Dollmann (v. li.)

Einheitsführer Carsten Recker (li.) und seine Stellvertreterin Andrea Ohlmeier (re.) bedankten sich bei Nils Recker, Jürgen Witte und Michael Eggelnpöhler (v. li.)

Einheitsführer Carsten Recker sparte trotz gravierender Sorgen nicht mit aufmunterndem Lächeln

„Resilienz vor Ideologie, Sicherheit vor Symbolpolitik“ fordert Wehrführer Frank Sölken angesichts der aktuellen gesellschaftspolitischen Lage

Die Neugewählten: Nils Tertilt, Dirk Dollmann, Nils Recker und Steffen Sickmann (v. li.)
Fotos: Rieder

