Demokratie ist mehr als ein politisches System – sie ist eine gemeinsame Aufgabe und eine Haltung, die
auf Freiheit, Gleichheit und Verantwortung basiert. Diese Werte müssen immer wieder neu vermittelt und
aktiv gelebt werden, besonders in Zeiten gesellschaftlicher Unsicherheiten und politischer Spannungen.
Das Projekt „Demokratie braucht Haltung: Hans Lucassen – Kurt Schumacher“ lädt dazu ein, durch
konkrete Lebensgeschichten über die Bedeutung demokratischen Handelns nachzudenken.
Im Mittelpunkt stehen zwei Persönlichkeiten, die auf sehr unterschiedliche Weise für Engagement, Mut
und Menschlichkeit stehen: Hans Lucassen und Kurt Schumacher.
Hans Lucassen (1907–1995) war Gewerkschafter, engagierter Sozialdemokrat und überzeugter
Europäer. Viele Jahre seines Lebens war er eng mit Sassenberg verbunden, wo er sich unmittelbar nach
dem Zweiten Weltkrieg für den Wiederaufbau demokratischer Strukturen einsetzte. Durch historische
Dokumente, persönliche Erinnerungsstücke und biografische Materialien zeigt die Ausstellung, wie
Lucassen politische Verantwortung verstand – als praktisches, alltägliches Handeln für die Gemeinschaft.
Von dieser lokalen Perspektive führt das Projekt weiter zu Kurt Schumacher (1895–1952), einem der
wichtigsten politischen Köpfe der frühen Bundesrepublik. In Kulm (Chełmno) im damaligen Westpreußen
geboren, wurde er nach Jahren der Verfolgung durch das NS-Regime zu einer zentralen Stimme für den
demokratischen Neuanfang in Deutschland. Ausstellungstafeln, Fotografien und Quellen beleuchten
seine politische Standhaftigkeit, seine moralische Integrität und seinen Beitrag zur Entwicklung der
deutschen Sozialdemokratie.
Der wichtigste Bestandteil des Gesamtprojekts ist die enge didaktische Zusammenarbeit mit dem
Mariengymnasium Warendorf. Neben mehreren Ausstellungsbesuchen erarbeiten die Schülerinnen
und Schüler in Workshops, Unterrichtseinheiten und eigenen Arbeitsgruppen die Inhalte zu beiden
Biografien, setzen sich mit historischen Fragestellungen wie der Politiklandschaft in Warendorf nach 1945
auseinander und übertragen diese auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen. Besonders wertvoll
sind die Zeitzeugengespräche mit Hanjo Lucassen und Prosper Schücking unter der Leitung von
Magdalena Oxfort und Thomas Rossel, die persönliche Perspektiven einbringen und Geschichte
unmittelbar erfahrbar machen.
Die Ausstellung möchte zeigen, dass Demokratie nicht nur in Institutionen verankert ist, sondern im
Handeln jedes Einzelnen. Die Lebensgeschichten von Hans Lucassen und Kurt Schumacher erinnern
daran, wie wichtig Toleranz, Zivilcourage und Verantwortungsbewusstsein für ein gelingendes
Miteinander sind – damals wie heute.
Das Projekt findet im Rahmen von „Demokratie leben lernen. Schulförderprogramm des Kreises
Warendorf“ statt und wird aus dessen Mitteln unterstützt.
Projektleitung: Magdalena Oxfort (Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen)
und Dr. Stephanie Taube (Mariengymnasium Warendorf).
Demokratie braucht Haltung: Hans Lucassen – Kurt Schumacher
12. Januar bis 1. März 2026
Ausstellungsort: Westpreußisches Landesmuseum
Kooperationsort der schulischen Projektarbeit: Mariengymnasium Warendorf
Ein Projekt des Kulturreferates für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen,
und des Westpreußischen Landesmuseums für das Mariengymnasium Warendorf

