Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums am Paul-Spiegel-Berufskolleg setzen sich mit jüdischer Kultur und Demokratieverständnis auseinander.
Wie lassen sich demokratische Werte lebendig vermitteln? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Leistungskurs Erziehungswissenschaft der Jahrgangsstufe 13 des Beruflichen Gymnasiums Gesundheit und Soziales mit dem Schwerpunkt Pädagogik am Paul-Spiegel-Berufskolleg in einem interaktiven Workshop zur kulturellen Bildung. Unter dem Titel „Demokratie lernen durch kulturelle Bildung – Interaktiver Online-Workshop zu jüdischem Leben, Toleranz und den demokratischen Werten Janusz Korczaks“ setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit jüdischer Kultur, Geschichte und demokratischen Grundwerten auseinander.
Durchgeführt wurde das Projekt von der Europäischen Janusz Korczak Akademie e. V. aus München. Die Moderation übernahm Natalia Hryshyna. Begleitet wurde der Workshop von den Fachlehrkräften Gisela Mersmann und Stefanie Roberts.
Im Mittelpunkt des Projektes stand die Auseinandersetzung mit dem demokratischen Denken Janusz Korczaks. Der jüdisch-polnische Arzt, Pädagoge und Kinderrechtler setzte sich bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts konsequent für die Rechte und die Würde von Kindern ein und verstand Demokratie als eine Haltung, die auf Respekt, Mitbestimmung und Verantwortung basiert. Diese Perspektive wurde im Workshop aufgegriffen und gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern diskutiert.
„Durch den Workshop habe ich gemerkt, wie wenig ich vorher über jüdisches Leben wusste und wie wichtig es ist, Vorurteile aktiv zu hinterfragen“, berichtet Schülerin Nina Marmann.
Zur anschaulichen Vermittlung jüdischen Lebens wurde die sogenannte „Schatztruhe Judaika“ eingesetzt. Anhand ausgewählter religiöser und kultureller Gegenstände erhielten die Teilnehmenden Einblicke in jüdische Traditionen. In der gemeinsamen Diskussion wurden Parallelen zu Bräuchen und Symbolen der eigenen Kultur gezogen, wodurch kulturelle Gemeinsamkeiten ebenso sichtbar wurden wie Unterschiede.
Ergänzt wurde der Workshop durch ein interaktives Quiz auf der Online-Plattform Kahoot sowie eine Verkostung koscherer Lebensmittel wie Traubensaft und Mazza. Ziel des Projektes war es, Berührungsängste abzubauen, Vorurteile zu reflektieren und ein empathisches Verständnis für jüdisches Leben zu fördern. Gleichzeitig regte der Workshop zur Auseinandersetzung mit demokratischen Werten an.
„Der Workshop hat uns nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch zum Nachdenken über unsere eigenen demokratischen Werte angeregt“, fasst Schülerin Swana Wittenberg ihre Eindrücke zusammen.
Das Projekt machte deutlich, dass Demokratiebildung nicht abstrakt bleiben muss, sondern durch kulturelle Bildung und historische Vorbilder wie Janusz Korczak konkret erfahrbar wird.

Der Leistungskurs Erziehungswissenschaft mit Moderatorin Natalia Hryshyna (Bildmitte) und den Fachlehrerinnen Gisela Mersmann (ganz li.) und Stefanie Roberts (ganz re.) – (Foto: PSBK)

