Der Rennsteiglauf – nach Unwetter am Freitag schönstes Laufwetter

Es ist schon eine kleine Tradition, wenn sich immer im Mai einige Lauftreffmitglieder auf den Weg in den Thüringer Wald zum Rennsteiglauf machen, der zum 45. Mal am vergangen Samstag stattfand. An Europas größter Crosslaufveranstaltung, bei der sich ca. 17000 Laufbegeisterte trafen, um sich auf den verschiedenen Langstrecken zu messen, nahmen in diesem Jahr – begleitet durch Kathrin Plaskaty, die leider aus gesundheitlichen Gründen ihren Lauf absagen musste – neun Mitglieder des WSU-Lauftreffs teil.

Nach unwetterartigen Regenfällen am Freitag, die auch die Anreise erschwerten, aber vor allem in Ostdeutschland für Überschwemmungen sorgten, machten sich die Läuferinnen und Läufer der WSU schon Sorgen über den Zustand der Strecke. Die Sorge war jedoch unbegründet. Samstag zeigte sich das Wetter für Läufer von seiner besten Seite. Die angenehmen Temperaturen und den Sonnenschein nutzte beispielsweise Jörg Holtkötter, liebevoll Bärbel genannt, für einen entfesselten Lauf über die Marathondistanz. Er konnte seine Zeit vom Vorjahr – erneut begleitet durch den Lauftreff-Trainer Julian Tatje – pulverisieren und verbesserte sich um ganze 28 Minuten (4:30 h). Im Ziel schwankte er dann wie ein taumelnder Bär, belebt wurde er aber sogleich durch kühle Getränke und den Zuspruch seiner Mitläufer.

Nicht nur bei Jörg Holtkötter machten sich die zahlreichen Trainingsläufe im Teutoburger Wald bezahlt. Auch die übrigen Teilnehmer konnten Ihre Zeiten des letzten Jahres teils deutlich verbessern. Über die Marathondistanz erreichte Armin Düpmeier nach 4:23 h das Ziel, dicht gefolgt von Conny Sander (4:24 h).

Auf der Halbmarathonstrecke verbuchte Jutta Zimmermann einen persönlichen Triumph und verbesserte sich um 13 Minuten auf eine Zeit von 2:07 h. Willy Rothaus hatte da das Ziel schon erreicht (1:56 h). Und nicht nur Jörg Stenkamp (2:18 h) und Bernd Horstmann (2:06 h) waren von ihrer ersten Teilnahme am Rennsteiglauf begeistert.

Michael Holly, der erneut den Supermarathon über knapp 73 km meisterte, kam nach 8:05 ins Ziel und sah schon kurze Zeit später ganz entspannt aus, obwohl auch er seine Zeit um 21 Minuten verbessern konnte, trotz leichter Verlängerung der Strecke.

Was den Rennsteiglauf – neben dem schönen Streckenverlauf – besonders macht, ist das Rahmenprogramm, das sicher mit zur großen Beliebtheit der Veranstaltung beiträgt. Nach den Läufen herrscht auf der Zielwiese Volksfeststimmung und schon ab dem frühen Abend beginnt die Läuferparty im riesigen Zelt. Tausende Menschen stehen stundenlang auf den Bänken, feiern tanzen und singen, obwohl viele von ihnen über 70 Kilometer in den Knochen haben. Dabei wird der schnellste Supermarathoni genauso geehrt, wie der, der nach mehr als 11 Stunden als letzter ins Ziel gekommen ist, als die Party schon im vollen Gange war. Dann ertönt das Rennsteiglied aus tausenden Kehlen, Vereinsfahnen werden geschwenkt und auf den Bänken getanzt. Das treibt einem schon einen wohligen Schauer über den Rücken. Wirklich jeder feiert seine und die Leistung der anderen und genießt die ausgelassene Stimmung.

Am Sonntag genossen die Rennsteigläuferinnen und -läufer eine kleine Stadtführung in Erfurt durch ihren Trainer Julian Tatje und ein leckeres Essen im Biergarten, bevor der Rückweg angetreten wurde. Die ersten haben sich schon für 2018 angemeldet. 

Unser Bild zeigt von links: Conny Sander, Michael Holly, Kathrin Plaskaty, Jörg Holtkötter, Julian Tatje, Bernd Horstmann, Armin Düpmeier, Jutta Zimmermann, Willy Rothaus und Jörg Stenkamp.

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