Elektrik in der Gartenbaustelle

Landschaftsgärtner lernen in der DEULA die Installation von elektrischen Anlagen

In den Beruf des Landschaftsgärtners hat schon lange die Technik Einzug gehalten. „Smart Gardening“ ist der neue Trend: Das ferngesteuerte Garagentor, beleuchtete Gärten mit Näherungssensoren oder Teichpumpen mit Solarbetrieb. Das Eine ist Sache des Elektrikers, das Andere muss auch ein Landschaftsgärtner können, solange er die richtige Ausbildung dafür hat. In der DEULA in Warendorf ist jetzt das Seminar „Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten EFffT“ in die nächste Runde gegangen. Diesmal aber mit fast 50 Unterrichtseinheiten mehr!

„Das ist schon sehr viel Unterrichtsstoff. Aber die Herren sind allesamt erfahrene Landschaftsgärtner. Die haben eine schnelle Auffassungsgabe!“ DEULA Gastdozent Andreas Tholl, selbst erfahrener Elektroingenieur, macht mit Begeisterung Unterricht auf Augenhöhe. Er erklärt seinen Seminarteilnehmern gerade einen Schaltplan: Sie sollen zwei Lampen in einem Garten anbringen, von denen eine mit einem Bewegungsmelder ausgestattet ist, die andere manuell geschaltet wird. Das sind Tätigkeiten, die im Arbeitsalltag von Landschaftsgärtnern schon mal vorkommen können, die aber ohne eine entsprechende Ausbildung und den dazu gehörenden Befähigungsnachweis von ihnen gar nicht durchgeführt werden dürfen. Der Umgang mit Kabelverbindungen, Sicherungsautomaten, Schaltern und allen notwendigen Mess- und Prüfgeräten ist nur was für Profis und nichts für Autodidakten. In diesem Fall für GaLaBau-Profis, die sich in ihrem Beruf weiterentwickeln wollen. Der Staat hat sogar ein Förderprogramm dafür: Im vergangenen Jahr wurde das „Qualifizierungschancengesetz“ rechtsgültig, ein Programm, nach dem die Weiterbildungskosten von Betrieben durch die Bundesagentur für Arbeit gefördert werden können. Damit sollen Beschäftigte in ihren Berufen weitergehende Fertigkeiten erwerben, mit denen sie dem Wandel in ihrer Arbeitswelt folgen können.

Der Kurs mit dem sperrigen Titel „Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten im GaLaBau mit praktischen Anwendungen auch im Bereich Smart Garden 4.0“ ist offiziell zertifiziert und damit eine solche förderwürdige Weiterbildungsmaßnahme.

Denn auch im Garten- und Landschaftsbau sind immer mehr elektrische Anlagen und elektronische Steuerungen gefragt. Betriebe, die da nicht mit der Zeit gehen, gehen mit der Zeit. Der stellvertretende Schulleiter der DEULA, Rudolf Horstmann, sieht seine Landschaftsgärtner hier nicht in Konkurrenz zu den Elektriker-Meisterbetrieben: „Wir geben unseren Landschaftsgärtnern das Rüstzeug, in ihrem ureigenen Gewerk sicher und qualitativ hochwertig arbeiten zu können. „Das beschleunigt auch die Prozesse auf der Baustelle. Bisher kommen die Arbeiten oft ins Stocken, weil man für bestimmte Arbeiten auf den Elektriker warten muss. Im Interesse der Kunden können die GaLaBau-Betriebe jetzt viele elektrische Aufgaben selbst qualifiziert durchführen“, so Horstmann. Mit dem DEULA-Seminar `Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten´ wird den Kolleginnen und Kollegen das Basiswissen vermittelt, das sie befähigt, genau jene Elektroinstallationen vorzunehmen, die in ihrem Arbeitsalltag vorkommen. Für alles Weitere gibt es ausgebildete Elektriker.“ Aber die fachgerechte Reparatur von durchtrennten Kabeln, der Anschluss einer Beregnungspumpe oder die korrekte Verkabelung von Außenleuchten werden in Theorie und – wie immer bei der DEULA – auch intensiv in der Praxis geübt. 132 Unterrichtseinheiten werden allein darauf verwendet. „Das Werkzeug, die Messgeräte und das ganze Montagematerial – es ist alles da, was auf den Baustellen der GaLaBau-Betriebe auch da sein muss“, so Ausbilder Andreas Tholl. „Alles, was man braucht, um Steuerungen und andere elektrische Betriebsmittel vorschrifts- und sachgerecht einzubauen und dann auch in Betrieb nehmen zu können.“

Dabei steht das Thema Sicherheit ganz oben auf dem Lehrplan: Nicht nur die Grundlagen der Elektrotechnik werden den Teilnehmern eingeimpft, sondern auch die Gefahren und Auswirkungen von Strom auf Lebewesen werden sehr deutlich gemacht.

Darüber hinaus gehört zu diesem Weiterbildungsangebot auch das Thema „Smart Gardening“. DEULA-Lehrer Thomas Seyfarth verwendet drei Tage oder 29

Unterrichtseinheiten alleine darauf: „Smart Home ist ein Megatrend, und da wollen die  GaLaBau-Kunden natürlich auch, dass ihr Garten mit Bewegungsmeldern, automatischen Beregnungsanlagen und Effektbeleuchtung ausgestattet ist, also einen `Smart Garden´. Dieser Teil unseres Kurses ist deshalb besonders attraktiv für die Unternehmen, die ihre Mitarbeiter zu uns schicken.“
Aber die Kursteilnehmer werden nicht nur geschickt – sie kommen durchaus auch aus eigenem Interesse: „Ich habe unheimlich viel Spaß daran, in Gärten mit Licht zu arbeiten. Da gibt´s heute so tolle Sachen mit LEDs. Aber ohne das EFffT-Zertifikat darf ich manche Arbeiten nicht vornehmen. Nach dem DEULA-Kurs kann ich jetzt richtig loslegen!“

(v.l.n.r.): Andreas Tholl (3.v.l.) unterrichtet in der DEULA in einer vollausgestatteten Elektro-Lehrwerkstatt. (Foto: DEULA)

Über die DEULA

Die DEULA ist ein modernes Bildungszentrum für die Jugend- und Erwachsenenbildung
im Kreis Warendorf und eine der bedeutendsten überregional tätigen Einrichtungen im agrartechnischen Bereich. Neben der überbetrieblichen Ausbildung und der beruflichen Weiterbildung führt sie Qualifizierungen und Umschulungen sowie berufsorientierende und berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen durch. Ihr Leistungsspektrum umfasst mehr als 100 Bildungsangebote, vom 1-tägigen Seminar bis zur mehrjährigen Umschulung.

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