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Energie aus Wildpflanzen 

 
„Was kann jetzt und vor Ort gegen das Artensterben getan werden, ohne dass die Landwirte wirtschaftliche Einbußen befürchten müssen? Gibt es ökologische Alternativen zur Maispflanze als Energielieferant?” Zu diesen Fragen hat sich BÜNDNIS 90 / Die GRÜNEN, Fraktion im Kreistag Warendorf über das Projekt Grünschatz informiert. In diesem praxisorientierten Projekt werden die Chancen und Perspektiven der Energiegewinnung mit Hilfe von Wildpflanzenmischungen untersucht. In der praktischen Umsetzung heißt das: Sie werden als Energielieferanten zur Beschickung von Biogasanlagen angebaut.
Dipl.-Biologin Sabine Paltrinieri vom Institut für Landschaftsökologie stellte dieses Gemeinschaftsprojekt der Universität Münster, der Landwirtschaftskammer, der Stadt Dorsten und der beteiligten Landwirten vor.
Im Westmünsterland werden seit 2015 auf Versuchsflächen alternative Wege zur Gewinnung von Biomasse für Biogasanlagen untersucht. Durch den Anbau von ertragreichen Wildpflanzen soll die biologische Vielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen erhöht werden. Das bezieht sich sowohl auf die Pflanzenvielfalt, als auch auf die Anzahl der Individuen und Arten von Käfern, Spinnen und Asseln, Schmetterlingen und Wildtieren. Die Wildpflanzenkulturen sind mehrjährig angelegt und werden einmal im Jahr als Energielieferant geerntet. Sie erreichen eine Nutzungsdauer von etwa fünf bis sieben Jahren. Der Nährstoffbedarf dieser Wildpflanzen ist hoch und eignet sich in besonderer Weise für die Aufnahme von Gülle. Die Versuchsflächen sind als Streifen von 1000 m2 und als etwa 1 ha große Flächen angelegt, um die Akzeptanz und die ökologische Wirksamkeit der verschiedenen Flächenkonstellationen zu untersuchen.
Dieses Projekt wird über mehrere Jahre wissenschaftlich begleitet. Die bisherigen Untersuchungen zeigen, dass die ökologische Sinnhaftigkeit und der landschaftsästhetische Vorteil von Wildpflanzenflächen gegenüber Maiskulturen sowohl bei Landwirten als auch Nicht-Landwirten anerkannt werden. Ganz wichtig ist der Grünen Kreistagsfraktion, dass diese Art einer nachhaltigen ökologischen Verbesserung unbedingt in das System der Agrarsubventionierung eingebunden werden, so die Grüne Kreistagsfraktion.
Deren Mitglied Hedwig Tarner betont: „Wir müssen dem Artensterben Einhalt gebieten, und dies muss zeitnah geschehen mit Maßnahmen, die jetzt umsetzbar sind.“ Valeska Grap, Fraktionssprecherin der Grünen, sieht hier auch eine Chance für die Landwirte im Kreis Warendorf, die Ackerbau und Energiegewinnung mit einer gesteigerten Attraktivität für den Tourismus durch landschaftsästhetische Verbesserung verbinden wollen.
(Foto: BÜNDNIS 90 / Die GRÜNEN)
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