2736 Besucherinnen und Besucher haben die Ausstellung „Jüdisches Leben in Warendorf“ in der Ebbers-Galerie besucht. „Damit hätten wir niemals gerechnet, das ist sensationell“, sagt Rudolf Berger, der die Ausstellung zusammen mit „Glocke“-Redakteurin Nicole Fenneker auf die Beine gestellt hatte. Es sei die Ausstellung mit den bisher meisten Besuchern in der Ebbers-Galerie gewesen.
Besonders freut Berger auch, dass Schulklassen von vier Warendorfer Schulen vor Ort waren und sich mit den Inhalten der Ausstellung auseinandergesetzt haben. Dr. Stephanie Taube vom Mariengymnasium hatte für diese Zielgruppe ein Arbeitsblatt erstellt. Und manch ein Schüler empfahl die Ausstellung dann an seine Eltern weiter, wie Berger in Gesprächen erfuhr.
In anderen Gesprächen mit Besuchern erinnerten sich diese an persönliche Begegnungen mit jüdischen Warendorfern. „Ein Besucher berichtete, dass sein Vater mit Paul Spiegel Abitur gemacht habe“, berichtet Berger. 500 Begleithefte zur Ausstellung seien zudem verteilt worden.
Auch die hölzerne Gedenktafel für die im Holocaust ermordeten jüdischen Warendorfer sei in Gesprächen mehrmals Thema gewesen, berichtet Berger. „Es kam dann die Frage auf, wo diese Tafel sonst zu sehen ist.“ Antwort: derzeit nirgendwo. Früher hing sie im Rathaus, wie auch Alfred Smieszchala, bei der Stadt unter anderem zuständig für Ausstellungen im historischen Rathaus, weiß. Im Zuge von Renovierungsarbeiten sei sie dort abgehängt worden und lagere seitdem im Jüdischen Zimmer im Büro der Altstadtfreunde.
Ob sie wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden könne? Diese Anregung möchte Smieszchala nun in die Stadtverwaltung tragen. Außerdem steht er im Austausch mit dem Arbeitskreis „Jüdisches Leben“ in Warendorf. „Wir alle überlegen uns jetzt ein Konzept, wie wir jüdisches Leben dauerhaft in Warendorf präsentieren können.“ Eine solche stete Präsentation – in welcher Form auch immer – wünschen sich auch Berger und Fenneker.

Werden das Modell der Warendorfer Synagoge und die Erinnerungstafel an die im Holocaust ermordeten jüdischen Warendorfer künftig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht? Darüber tauschten sich zum Ende der Ausstellung „Jüdisches Leben in Warendorf“ (v.l.) Alfred Smieszchala und Rudolf Berger aus.
Foto: Stadt Warendorf
