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Kammerkonzert und Lesung »Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen.«

5. November 2018 @ 19:00

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Eine Veranstaltung um 19:00 Uhr am 7. November 2018

Kammerkonzert und Lesung
»Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen.«
Zu Geschichte und Gegenwart rechter Gewalt in Deutschland

Rezitation: Roman Knižka


Musik von Paul Hindemith, Pavel Haas und György Ligeti
gespielt vom Bläserquintett Ensemble OPUS 45

Flöte: Franziska Ritter
Oboe: Luise Rummel 
Klarinette: Steffen Dillner 
Horn: Benjamin Liebhäuser
Fagott: Florian Liebhäuser

Dauer des Konzertes: ca. 80 Minuten (ohne Pause) 

Inhalt:

Am 19. April 1945 schworen sich die Befreiten des KZ Buchenwald in einer bewegenden Ansprache den »Nazismus mit seinen Wurzeln« zu vernichten. Doch schon bald nach dem Untergang des NS-Regimes Adolf Hitlers lebte in Deutschland rechtsextremes Gedankengut wieder auf. Seit 1945 fielen immer wieder Menschen rechtsextremer und rassistischer Gewalt zum Opfer. Seit ihrer Gründung sind in der Bundesrepublik Deutschland Rechtsextremismus, rechtsextreme Übergriffe, Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und Terror immer wieder Realität. Die Geschichte der extremen Rechte ist bis heute Teil der deutschen Demokratiegeschichte.

 

Mit einem knapp eineinhalbstündigen Abend aus Lesung und Kammermusik möchten Roman Knižka und das Ensemble Opus 45 dazu anregen, sich mit dieser Problematik auseinanderzusetzen. Anliegen des Programms ist es außerdem, den Opfern rechter Gewalt in der Bundesrepublik Deutschland zu gedenken. Der Titel des Abends ist ein Zitat des italienischen Schriftstellers Primo Levi. Der Auschwitz-Überlebende warnte im Jahr 1986 davor, im Gedenken an die Verbrechen des Holocaust nachzulassen:

 

»Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen: Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.«


Schlaglichtartig beleuchtet das Programm Geschichte und Gegenwart rechter Gewalt seit Ende des Zweiten Weltkriegs, unter anderem die Schändung der Kölner Synagoge im Jahr 1959, das Attentat auf Rudi Dutschke, die Pogrome von Solingen und Rostock, die Terrorakte des NSU. Zu Gehör kommen harte Fakten in Form von Reportagen, Stimmen von Opfern rechter Gewalt sowie das Zeugnis einer Neonazi-Aussteigerin.

Den musikalischen Kommentar, stellenweise auch Kontrapunkt zur Lesung, bilden große Werke der Bläserquintettliteratur von Komponisten, die im Nationalsozialismus ausgegrenzt, verfolgt oder ermordet wurden: Paul Hindemith, György Ligeti und Pavel Haas. Der bereits arrivierte Komponist und Hochschulprofessor Paul Hindemith wurde als Verfasser sogenannter »entarteter Musik« bereits 1936 von der nationalsozialistischen Kulturpolitik mit einem Aufführungsverbot belegt. Er gab daraufhin seinen Lehrauftrag an der Berliner Hochschule zurück und kehrte Hitler-Deutschland den Rücken. Pavel Haas, der hochbegabte tschechisch-jüdische Komponist und Schüler Leoš Janáčeks, wurde im KZ Theresienstadt interniert und später in Auschwitz ermordet. Seine Werke blieben, wie die vieler von den Nazis ausgelöschter Begabungen, lange Zeit vergessen und finden erst seit kurzem wieder die ihnen gebührende Aufmerksamkeit. György Ligeti verlor Vater und Bruder in deutschen Konzentrationslagern. Als engagierter Neuerer der klassischen Musik widersetzte er sich später dem ästhetischen Diktat im stalinistisch geprägten Ungarn.

Die fünf Konzerte in den fünf Regierungsbezirken Nordrhein-Westfalens:

Regierungsbezirk Münster
5. November: Warendorf, Sophiensaal (19:00 Uhr) 
Regierungsbezirk Köln
6. November: Siegburg, Stadtmuseum (19:00 Uhr)
Regierungsbezirk Detmold
7. November: Versmold, CJD-Sekundarschule (19:00 Uhr)
Regierungsbezirk Düsseldorf
8. November: Dormagen, Stadtbibliothek (19:00 Uhr)
Regierungsbezirk Arnsberg
9. November: Hattingen, Henrichshütte (Beginn der Gedenkveranstaltung zu 80 Jahre Reichspogromnacht um 18:30 Uhr; Konzert ab ca. 19:45 Uhr)   

Alle fünf Konzerte mit Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildung NRW

Zusatzkonzert mit Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)

7. Dezember: Köln, Filmforum im Museum Ludwig (19:00 Uhr)

 

Details

Datum:
5. November 2018
Zeit:
19:00
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