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Selbsthilfegruppe: AD(H)S im Erwachsenenalter

19. September @ 19:30 - 21:00

Wolfgang Amadeus Mozart, Albert Einstein und Winston Churchill und noch viele weitere Berühmtheiten hatten eins gemeinsam: AD(H)S, vollständig ausgedrückt: Aufmerksamkeitsdefizit-(Hyperaktivitäts)störung. AD(H)S sorgt bei vielen Betroffenen für einen großen Leidensdruck, macht sie aber auch zu Persönlichkeiten mit besonderen oder sogar herausragenden Begabungen.
AD(H)S ist eine Erkrankung, die anders als Masern oder Windpocken nicht auf den ersten Blick eindeutig zu erkennen ist. Zu den Symptomen von AD(H)S gehören insbesondere Unaufmerksamkeit und Impulsivität. Und doch gibt es einen Unterschied zwischen ADS und ADHS, nämlich die Hyperaktivität, die bei der ADHS dazu kommt. Menschen, die unter AD(H)S leiden, werden oft als „Zappelphillipp“ wahrgenommen, wohingegen Menschen mit ADS eher als verträumt, in sich gekehrt und wie der „Hans-Guck-in-die-Luft beschrieben werden.
AD(H)S im Erwachsenenalter bleibt oft unerkannt
AD(H)S beginnt bereits im Kindesalter und wird heutzutage meist frühzeitig diagnostiziert. Anders sieht es aus bei AD(H)S im Erwachsenenalter. Schätzungsweise sind etwa zwei Millionen Menschen in Deutschland betroffen, ohne davon zu wissen. Stimmungsschwankungen, Impulsivität, Vergesslichkeit und innere Unruhe bis hin zu Suchterkrankungen sind Anzeichen der Erkrankung. Die Auswirkungen von AD(H)S machen es nicht nur den Betroffenen schwer. Auch die Partnerschaft leidet darunter: Menschen mit AD(H)S wollen einerseits ihre Freiheit, andererseits aber auch nicht verlassen werden. Viele Partnerschaften zerbrechen daran.
Diese Herausforderung kennt auch eine Betroffene mit der Diagnose ADS. Sie selber ist 36 Jahre alt, Mutter von drei Kindern und lebt in einer festen Partnerschaft. Sie hat das Glück, von ihrem Partner unterstützt zu werden. Ihr Partner war es auch, der sie ermutigt hat, offen mit der Erkrankung umzugehen und für eine gemeinsame Zukunft mit ADS zu kämpfen.
Dass die Diagnose AD(H)S im Erwachsenenalter nur schwer erkannt wird, weiß die Betroffene, die ihre eigene Diagnose ADS bereits im Alter von 17 Jahren erhielt. Vor der Diagnose fühlte sie sich einfach nur „anders“, hatte einige Schulwechsel und frustrierende Erlebnisse hinter sich. „Nichts wollte richtig klappen“ erinnert sie sich, „es gab immer wieder diese Misserfolge, für die niemand eine Erklärung hatte“. In der Schule war sie eher der träumerische Typ mit kurzen Phasen, in denen sie den Klassenclown spielte.
Seitdem die Betroffene von ihrer Diagnose weiß, arbeitet sie daran, mit ihrer Erkrankung besser umzugehen. Inzwischen geht sie ganz offen mit der Thematik um und hat die Erfahrung gemacht, dass ihr ein Austausch mit Gleichbetroffenen tut. Vor allem der Austausch mit Gleichbetroffenen in einer Gruppentherapie hat ihr geholfen: „Das Gefühl, nicht allein zu sein und verstanden zu werden, hat mir die Kraft und den Mut gegeben, zu meinem anders-Sein zu stehen“.
Selbsthilfegruppe ermöglicht offenen Austausch
Die positiven Erfahrungen mit Gleichbetroffenen hat sie motiviert, eine Selbsthilfegruppe für betroffene Erwachsene in Warendorf zu gründen, gerne mit Betroffenen, die bereits therapeutische Erfahrungen haben. Ziel ist es, sich über die Besonderheiten, die ein Leben mit AD(H)S mit sich bringt, in einem geschützten Raum austauschen und von den positiven wie negativen Erfahrungen anderer zu lernen. Sie hoffe, so die Gruppengründerin, dass Betroffen durch den Austausch die Diagnose AD(H)S akzeptieren und Strategien im Umgang damit entwickeln können. Auch der schwierige Umgang der Gesellschaft mit der Diagnose AD(H)S und das Thema Partnerschaft können in der Gruppe besprochen werden.
Die Treffen der Selbsthilfegruppe sollen monatlich in den Räumlichkeiten der Selbsthilfe-Kontaktstelle Kreis Warendorf an der Waterstroate 6 stattfinden. Ein erstes Treffen ist bereits für den 19. September 2019 in der Zeit von 19:30 – 21:00 Uhr geplant. Betroffene, die sich angesprochen fühlen, sind herzlich dazu eingeladen, sich bei Interesse bei der Selbsthilfe-Kontaktstelle Kreis Warendorf unter der Telefonnummer 02581 46 799 88 oder unter selbsthilfe-warendorf@paritaet-nrw.org zu melden.

Info-Box:
Die Selbsthilfe-Kontaktstelle im Warendorf

Die Selbsthilfe-Kontaktstelle ist eine Beratungsstelle rund um das Thema Selbsthilfe und Selbsthilfegruppen. Die Hauptaufgaben der Selbsthilfe-Kontaktstelle sind die Information und Beratung über Selbsthilfe, die Vermittlung in Selbsthilfegruppen und die Unterstützung bestehender Gruppen und Gruppengründungen. Weitere Informationen unter http://www.selbsthilfe-warendorf.de oder unter Telefon: 0 25 81 46 799 88.

Details

Datum:
19. September
Zeit:
19:30 - 21:00

Veranstaltungsort

Selbsthilfe-Kontaktstelle Warendorf
Waterstroate 6
Warendorf,
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