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Vortrag: „Die Kunst soll mithelfen, erzieherisch auf das Volk einzuwirken!“

5. Mai @ 18:00

Berlin, seit 1871 Reichshauptstadt, entwickelte sich im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts nicht nur zu einem der wichtigsten „Hightech“-Standorte im damaligen Deutschen Reich, sondern es wurde auch zu einer Hochburg der modernen Kunst. So wurde hier etwa 1898 die Künstlervereinigung „Berliner Secession“ gegründet, in der sich die fortschrittlichen Kräfte sammelten. Auch Arnold Schönberg (1874-1951) lebte zeitweilig in Berlin und suchte nach neuen musikalischen Ausdrucksformen. Dem durchaus kunstinteressierten Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) waren derartige Bestrebungen freilich ein Dorn im Auge, er sprach gar einmal von „Rinnsteinkunst“. Seit seiner Thronbesteigung 1888 hielt der redefreudige Monarch nicht nur bei einer Vielzahl von Gelegenheiten nicht damit hinter dem Berg, was er für „wahre Kunst“ hielt, sondern er scheute auch keine Kosten, um gerade „seinen Berlinern“ dies ganz unmittelbar vor Augen zu führen. So verschönerte er für die Spaziergänger der Reichshauptstadt den Tiergarten mit der 1895 in Auftrag gegebenen und 1901 nach eigenen Anweisungen fertiggestellten „Siegesallee“. Mit den 32 Standbildern sah Wilhelm II. gleich zwei Zwecke erfüllt: Einerseits die Verherrlichung seiner Vorfahren aus dem Haus Hohenzollern, die hier dargestellt wurden, andererseits die Verwirklichung dessen, was er für zeitgemäße Bildhauerei hielt.

Der Vortrag zeigt die ästhetischen und kunstgeschichtlichen Prägungen Wilhelms. II. und die sich daraus ableitenden kunstpolitischen Folgerungen auf. Er gehört zum Rahmenprogramm der neuen Sonderausstellung „Cadinen. Des Kaisers Kunst und Kitsch“ im Westpreußischen Landesmuseum in Warendorf (11. März – 05. Juni 2022).

Prof. Dr. Winfrid Halder leitet seit 2006 die Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus in der Landeshauptstadt Düsseldorf und lehrt an der dortigen Heinrich-Heine-Universität. Nach dem Studium der Geschichte und der Politikwissenschaft wurde er 1992 promoviert, anschließend lehrte er Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der TU Dresden. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen das deutsche Kaiserreich und die Geschichte Nachkriegsdeutschlands.

Die Kunst soll mithelfen, erzieherisch auf das Volk einzuwirken!“

Kunstverständnis und Kunstpolitik bei Kaiser Wilhelm II. (1859-1941)

Vortrag von Prof. Dr. Winfrid Halder

Veranstaltungsort: Westpreußisches Landesmuseum Warendorf

Donnerstag, 05. Mai 2022, 18 Uhr

Wilhelm II. im Jahre 1902.

Quelle: Wikipedia, gemeinfrei.

Details

Datum:
5. Mai
Zeit:
18:00

Veranstaltungsort

Westpreußisches Landesmuseum in Warendorf
Klosterstraße 21
Warendorf,
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