
Zu einem Austausch- und Vernetzungstreffen zum Thema „Einsamkeit“ kamen 15 Ehrenamtliche in Telgte zusammen. Angelina Veit vom Caritasverband für Ahlen, Drensteinfurt und Sendenhorst und Kathrin Wiggering vom Caritasverband im Kreisdekanat Warendorf hatten die freiwillig Engagierten aus den katholischen Kirchengemeinden im Kreisdekanat Warendorf hierzu eingeladen. „Sie alle setzen sich in Ihrer Freizeit für andere Menschen ein, beispielsweise in Sozialbüros, in der Begleitung von Trauernden, beim Urlaub ohne Koffer oder in Caritas-Netzwerken“, führten die beiden Referentinnen für Gemeindecaritas zu Beginn aus. Mit dem Abend sollte die Möglichkeit geschaffen werden, gemeinsam mit weiteren Engagierten Überlegungen anzustellen, wie Menschen, die von Einsamkeit betroffen sind, mit den bestehenden Angeboten besser erreicht werden könnten.
„Auf dem Friedhof oder bei Spaziergängen sehe ich immer wieder Menschen, die alleine unterwegs sind. Einige von ihnen fühlen sich bestimmt auch einsam“, schilderte eine Teilnehmerin ihren Eindruck. „In meinem Beruf in der Schule treffe ich auf eine zunehmende Zahl von jungen Menschen, die trotz – oder gerade wegen – der digitalen Kommunikationsmöglichkeiten einsam sind“, ergänzt eine andere Teilnehmerin. Diese Eindrücke konnte Ann-Christin Hotsch von der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros, die für einen Online-Vortrag hinzugeschaltet wurde, anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse und theoretischer Hintergründe bestätigen. Besonders gefährlich: Emotionale, soziale und kollektive Einsamkeit könne gesundheitsschädigend sein und das Risiko für Radikalisierung, Sucht oder die Anfälligkeit für Verschwörungstheorien erhöhen, so die Referentin.
Mit der „Strategie gegen Einsamkeit“ entwickelt die Bundesregierung seit 2022 Maßnahmen, um Einsamkeit vorzubeugen und zu begleiten. Über die Beiträge, die sie selbst in ihrem Engagement leisten können, kamen die Teilnehmenden im Anschluss an den Vortrag ins Gespräch. Eine Feststellung: Es gibt schon sehr viele und auch sehr gezielte Angebote und dennoch gelingt es nicht immer, die Menschen, die von Einsamkeit betroffen sind, mit diesen Angeboten zu erreichen. So stellten die Teilnehmenden gemeinsam Überlegungen an, wie die Zugangsbarrieren gesenkt werden könnten. Persönliche Ansprache, Ermöglichung von Teilhabe und Mitgestaltung der Angebote, ein überlegter Umgang mit Kostenbeiträgen und die gute Vernetzung zu Multiplikator*innen waren hier nur einige mögliche Schaltstellen, die die Anwesenden gemeinsam ausmachten.
Eine Teilnehmerin fasste am Ende noch einen Wunsch zusammen: „Es wäre schön, wenn Menschen, denen es gelungen ist, einen Weg aus der Einsamkeit zu finden, bereit wären, ihre Geschichte zu erzählen. Das könnte Scham- und Schuldgefühle bei anderen abbauen und motivieren, ebenfalls mutige Schritte hinauszugehen.“
15 ehrenamtlich Engagierte im Bereich Pfarrcaritas nahmen das Thema „Einsamkeit“ bei einem Austausch- und Vernetzungstreffen in Telgte in den Blick (Bild: Kathrin Wiggering).