Jahresgespräch des Kreises Warendorf und der Landwirtschaft

„Vogelgrippe gemeinsam erfolgreich abgewehrt“
 
Zwischen der Landwirtschaft und dem Kreis Warendorf gibt es einen engen Schulterschluss. Das ist jetzt mit der guten Zusammenarbeit bei der Bewältigung der Vogelgrippe nochmals deutlich geworden. „Die einvernehmliche und kooperative Vorgehensweise bei der Durchsetzung der Maßnahmen war sehr hilfreich“, würdigte Landrat Dr. Olaf Gericke den Einsatz der Landwirte beim diesjährigen gemeinsamen Treffen am Donnerstag (30. März) im Kreishaus. Positive Befunde hat es im Kreis Warendorf weder beim Hausgeflügel noch bei den Wildvögeln gegeben. „Obwohl die Gefahr noch nicht vollkommen gebannt ist, ist aufgrund der Untersuchungsergebnisse davon auszugehen, dass die Viruslast im Kreisgebiet, wenn überhaupt vorhanden, nur äußerst gering ist“, informierte Kreisveterinär Dr. Andreas Witte.
Ein großes Dankeschön richteten Hermann-Josef Schulze-Zumloh, Kreisverbandsvorsitzender der Landwirtschaft, und der Landrat an die vielen Geflügelbetriebe, die aufgrund der Stallpflicht ihre Tiere rund drei Monate nicht ins Freie lassen konnten.
Der Kreisverbandsvorsitzende gab einen Überblick über die wirtschaftliche Situation der Landwirtschaft und hob insbesondere die gute Lage der Schweine haltenden Betriebe hervor. Landwirtschaft und Kreis zeigten sich gleichermaßen erfreut über die Förderzusage zum Breitbandausbau. Dies sei ein großer Erfolg für den ländlichen Raum. Landrat Dr. Gericke kündigte weitere Details nach dem Ausschreibungsverfahren an. Weitere Themen zwischen Landwirtschaft und Kreis waren die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie, Veterinärfragen sowie JGS-Anlagen.
Auch der Kiebitzschutz im Kreis wurde noch einmal thematisiert und das in der vergangenen Woche gemeinsam mit der Naturschutzstation Münsterland und dem Nabu gestartete Schutzprojekt als wegweisend und zielführend gewürdigt. Der in 2015 eingerichtete Runde Tisch „Landwirtschaft und Biodiversität im Kreis Warendorf“, der von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises geleitet wird, hat sich zum Ziel gesetzt, die Artenvielfalt der Tier- und Pflanzenwelt zu fördern – und setzt sich damit auch für den Schutz des Kiebitz ein. Der Bestand ist von 2003 zu 2012 um 50 Prozent zurückgegangen. (700 auf 350 Brutpaare). Ziel des Gemeinschaftsprojektes ist es, mit einem Bündel von Einzelmaßnahmen eine Trendwende beim Kiebitzrückgang zu erreichen. Vertreter der Landwirtschaft und des Kreises hoben dabei die gut funktionierende Aufgabenteilung hervor: Der WLV und die Landwirtschaftskammer informieren und beraten die Landwirte, die Nabu-Naturschutzstation führt eine kreisweite
Bestandserhebung sowie Nestmarkierungen und Beratungen durch und die Untere Naturschutzbehörde übernimmt neben der Koordination des Gemeinschaftsprojektes die individuelle Beratung von Landwirten zu Maßnahmen, Fördermöglichkeiten und dem Vertragsnaturschutz und erteilt die Förderungen.
Hermann-Josef Schulze-Zumloh: „Der Runde Tisch zeigt, dass effektiver Naturschutz nur gemeinsam mit der Land- und Forstwirtschaft betrieben werden kann. Die Aktivitäten im Kreis Warendorf sind bespielhaft für andere Kreise.“
 
Vertreter der Landwirtschaft begrüßte Landrat Dr. Olaf Gericke (vorne 2.v.l.) zum Jahresgespräch: Kreislandwirt Karl Werring (vorne l.), Hermann-Josef Schulze-Zumloh (vorne 3.v.l., Vorsitzender Landwirtschaftlicher Kreisverband), Dr. Matthias Quas (6.v.l.,Geschäftsführer Landwirtschaftlicher Kreisverband) und Ulrich Bultmann (9.v.l., Geschäftsführer Kreisstelle Landwirtschaftskammer). An dem Gespräch nahmen auch Kreisumweltdezernent Carsten Rehers (5.v.l.) sowie Leiter von Fachämtern des Kreises teil: Heinz-Jürgen Müller (2.v.l., Amt für Planung und Naturschutz), Dr. Andreas Witte (3.v.l., Veterinäramt) und André Hackelbusch (Amt für Umweltschutz).
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