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Kunstausstellung beeindruckte nachhaltig: Ausstellung lokaler Künstlerinnen im Rathaus ist zu Ende gegangen

Und zack, plötzlich waren die Arme ab. Und wenig später musste auch der Kopf dran glauben. In weniger als einer Minute hatte Barbara Jäkel ihre Baumskulptur in vier Teile geteilt, um sie besser transportieren zu können. Die anderen Künstlerinnen nahmen ebenfalls ihre Werke von den Stellwänden, packten zusammen: Aufräumen nach einer Ausstellung, die nachhaltig beeindruckte.

 „Die Rückmeldungen der Besucherinnen und Besucher waren durchweg positiv“, sagt Dr. Stefanie Reitzig, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Telgte. Privatpersonen, Kita-Gruppen und Arbeitskreise kamen ins Rathaus-Foyer, um die Exponate der Telgter Frauen anzuschauen. 

„Frauen in der Kunstgeschichte mussten oft mit Benachteiligung und Unsichtbarkeit kämpfen“, erklärt Reitzig. Ein Umstand, der leider auch heute noch nicht vollständig überwunden sei. „Diese Ausstellung war daher nicht nur eine Hommage an unsere regionale Kunst, sondern auch ein wichtiges Signal für mehr Anerkennung und Gleichberechtigung für Künstlerinnen überall.“ 

Im Foyer begrüßte die Kunstinteressierten zunächst eine beeindruckende plastisch gestaltete Baumskulptur der Künstlerin Barbara Jäkel. An Ausstellungswänden waren die Werke der anderen Künstlerinnen und Kreativen zu sehen: 

Zum Beispiel präsentierte Kreativfluencerin „Karakterkind“ Joana Mertens die Kunst des Graphic Recording. Im Mittelpunkt standen dabei die liebenswerten sogenannten „Emsel“, Telgtes kleine Trollwesen und deren Geschichten. 

Unmittelbar daneben befanden sich die ausgestellten Aquarelle der Künstlerin Eva Daniel. Diese zierten Landschaftsbilder inspiriert von ihrer hiesigen Heimat und ihrer Wahlheimat, den Philippinen. Ebenfalls mit Aquarellen arbeitete Susanne Fartmann bei ihrer Darstellung von regionalen Gebäuden mit künstlerischem Anstrich. Bei ihren Bildern rückte auch immer wieder die Telgter Wallfahrtskapelle in den Fokus. 

Einen etwas abstrakteren Beitrag zur Ausstellung schuf Jana Kempa alias „Löffelschuhdesign“. Sie designte unter anderem Postkarten und Plakate, auf denen sie Telgte-Motive abstrahierte. Außerdem schuf sie digitale Kunst und ließ kindliche Superheldencharaktere lebendig werden. 

Die „Kreativ-Fee“ Jaci Licher bot ein breites und vielfältiges Spektrum an Ideen und Umsetzungen an. Dabei stellte sie unter anderem ihre Textkunst sowie lebensfroh gestaltete Musikvideos und individuell angefertigte Stofffiguren vor. 

Zu einer Bilderreise mit Blicken in Gesichter und Geschichten aus Palästina, Madagaskar und dem Libanon lud die Fotografin Ursula Mindermann ein. Ihre nächsten Ausstellungen sind ab dem 27.4 in „La Folie“ in Ostbevern und auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hannover zu besichtigen. 

Einen weiteren Teil der Ausstellung schuf die Kunstgemeinschaft „Weibsbilder“, welche ihre vielfältigen Kunstprojekte und Ausstellung in Form von Flyern und einem Ausstellungsbuch zeigten. Sie werden in diesem Jahr auch auf dem Künstlermarkt während des Luisenfests im Mai ihre Werke im Sonnenlicht zeigen.

Auch wenn die Ausstellung jetzt abgebaut ist: Digital kann sie über die Homepage der Stadt Telgte unter www.telgte.de/leben-in-telgte/soziales/gleichstellung/ besucht werden. 

Im Juni erwartet alle Kreativen, die ihre Kunst vermarkten möchten, außerdem ein Vortrag von Jana Kempa: „Kreative Frauen und Kleingewerbe – Wissenswertes zum Thema Selbstvermarktung und Personal Brand“. Der Vortrag findet am 12. Juni im Rathaus Telgte statt. Anmeldungen per Email an: gleichstellung@telgte.de.

Foto: Stadt Telgte