Gleich mehrere kritische Situationen innerhalb weniger Tage haben die Stadt Sassenberg zum Handeln veranlasst. Nachdem das Badpersonal am Feldmarksee in einer einzigen Woche fünf Kinder aus dem Wasser retten musste, startet die Stadt nun eine Aufklärungskampagne, die Eltern und Begleitpersonen für ihre Verantwortung sensibilisieren soll.
Nach Angaben der Stadt konnten alle Kinder rechtzeitig gerettet werden. Möglich gewesen sei dies nur durch die schnelle Reaktion der ausgebildeten Rettungskräfte vor Ort. Die Vorfälle hätten jedoch deutlich gemacht, wie schnell sich im Wasser lebensgefährliche Situationen entwickeln können.
Stefanie Offers von der Stadtverwaltung, die unter anderem für das Strandbad zuständig ist, betont, dass die Aufsicht über Kinder nicht auf das Badepersonal übertragen werden könne. Rettungsschwimmer seien zwar für Notfälle da, könnten jedoch nicht jedes Kind dauerhaft im Blick behalten. Entscheidend sei deshalb, dass Eltern oder andere Begleitpersonen ihre Kinder während des Badens ununterbrochen beobachten und jederzeit sofort eingreifen könnten.
Gerade an heißen Sommertagen werde häufig unterschätzt, wie lautlos ein Ertrinkungsunfall abläuft. Anders als vielfach angenommen, rufen Kinder dabei meist nicht um Hilfe. Bereits wenige Sekunden können ausreichen, bis aus einer harmlos wirkenden Situation ein lebensbedrohlicher Notfall wird.
Die Mitarbeitenden der Bäder sprechen Eltern regelmäßig auf ihre Aufsichtspflicht an. Nach Angaben der Stadt stoßen diese Hinweise jedoch nicht immer auf Verständnis. Teilweise würden Beschäftigte sogar beschimpft, obwohl sie letztlich dazu beitragen, Unfälle zu verhindern und im Ernstfall Leben zu retten. Die Verwaltung appelliert deshalb auch an einen respektvollen Umgang mit den Rettungskräften.
Um die Bedeutung einer konsequenten Beaufsichtigung stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, beteiligt sich Sassenberg nun an der bundesweiten Kampagne „Initiative Augenblick“. Mit Plakaten, Flyern und Beiträgen in den sozialen Medien soll verdeutlicht werden, dass insbesondere kleine Kinder im und am Wasser niemals unbeaufsichtigt sein dürfen. Die Kampagne erinnert daran, dass Ablenkungen – etwa durch Smartphones oder längere Gespräche – im Ernstfall schwerwiegende Folgen haben können.
Die Initiative wurde ursprünglich im Freizeitbad Aquaferrum im niedersächsischen Friesoythe entwickelt und findet inzwischen in zahlreichen Schwimmbädern und Badeseen bundesweit Anwendung. Ihr zentrales Anliegen: Das Badepersonal sorgt für Sicherheit – die Verantwortung für Kinder bleibt jedoch immer bei den Eltern und Begleitpersonen.
