
Die finanzielle Situation der Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen ist durchweg angespannt. Die Stadt Sassenberg befindet sich angesichts verhältnismäßig hoher Gewerbesteuereinnahmen und angesparter finanzieller Mitteln noch in einer vergleichsweise komfortablen Situation.
„Im Vergleich zu vielen anderen Städten in Nordrhein-Westfalen steht die Stadt Sassenberg vergleichsweise gut da. Gleichwohl zeigt sich auch in Sassenberg, dass die Kommunen strukturell unterfinanziert sind. In der Vergangenheit haben Berlin und Düsseldorf zu viele zusätzliche Aufgaben ohne entsprechende Vergütung an die Städte und Gemeinden übertragen“, so Landrat Dr. Olaf Gericke bei der Übergabe der Haushaltsverfügung an Bürgermeister Josef Uphoff.
In den vergangenen Jahren fielen die Jahresabschlüsse besser aus, als es die ursprüngliche Planung vorsah. Der vorläufige Jahresüberschuss 2023 in Höhe von rund 5,8 Mio. Euro zeigt eine Ergebnisverbesserung im Vergleich zum Planansatz. Aufgrund der guten Gewerbesteuereinnahmen, die von den heimischen Unternehmen erwirtschaftet wurden, rechnet die Stadt Sassenberg aktuell mit einem Jahresüberschuss 2024 von rund 3,5 Mio. Euro. Dieses Geld muss im Haushaltsjahr 2025 zum Ausgleich des Defizits genutzt werden, da der Haushaltsplan ein negatives Jahresergebnis in Höhe von rund 8,7 Mio. Euro aufweist. Der Haushalt kann insofern durch den Rückgriff auf die Ausgleichsrücklage ausgeglichen werden.
Allerdings geht die Stadt Sassenberg auch in den kommenden Jahren von negativen Jahresergebnissen aus. 2026 könnte der Haushalt nur noch zum Teil mit einem Griff in den „Sparstrumpf“ ausgeglichen werden. Danach wäre die Ausgleichsrücklage gänzlich aufgebraucht. Es bleibt zu hoffen, dass die Einnahmen aus der Gewerbesteuer höher ausfallen als die Stadt, die vorsichtig plant, angenommen hat.
Bürgermeister Josef Uphoff: „Ich bin sehr dankbar dafür, dass der Rat in finanzpolitischen Fragen stets umsichtig agiert und auch die zukünftigen Herausforderungen sorgsam im Blick hält.“
Sassenbergs Bürgermeister Josef Uphoff (m.) nimmt die Haushaltsverfügung von Landrat Dr. Olaf Gericke (r.) und Kreisdirektor Dr. Stefan Funke entgegen.
Foto: Kreis Warendorf