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Vertreterversammlung der Volksbank eG, Warendorf, erstmals in virtueller Form

Foto: Volksbank eG

Die Volksbank eG hat in ihrer ersten virtuellen Vertreterversammlung auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 zurückgeblickt. Die aktuelle Corona-Pandemie und die damit verbundenen Auflagen und Schutzmaßnahmen hat die Bank zum Anlass genommen, um einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung zu gehen.

Die Möglichkeit, die Versammlung erstmals in der Geschichte der Bank in virtueller Form abzuhalten, hatte der Gesetzgeber ermöglicht. Die gewählten Vertreter waren eingeladen, ihr Stimmrecht elektronisch auszuüben. Wie bei der Präsenzveranstaltung, war es ihnen dabei auch online möglich, dem Vorstand und dem Aufsichtsrat während der gesamten Versammlung über den eingerichteten Chat Fragen zu stellen. Die Vertreterversammlung tagt einmal jährlich und ist neben Vorstand und Aufsichtsrat das höchste Organ jeder Genossenschaftsbank. Dabei wird unter anderem über die Verwendung des Bilanzgewinns sowie über die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat entschieden.

„Eigentlich sollte unsere diesjährige Vertreterversammlung bereits Ende Mai stattfinden. Aufgrund der damaligen Situation und dem Durchführungsverbot für Großveranstaltungen hatten wir uns für eine Verschiebung in den Herbst entschieden. Natürlich bedauern wir, dass die Versammlung auch jetzt nicht wie gewohnt in Präsenz und im üblichen Rahmen in der Stadthalle Ahlen durchgeführt werden kann. Da in diesen herausfordernden Zeiten die Gesundheit aller Beteiligten oberste Priorität hat, haben sich Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig entschlossen, die gesetzlichen Möglichkeiten einer virtuellen, sprich digitalen Versammlung zu nutzen.“ Mit diesen Worten eröffnete der Aufsichtsratsvorsitzende Dirk Holterdorf den offiziellen Teil der Versammlung. Anschließend übergab er an Vorstandsmitglied Martin Weber, der den zugeschalteten Vertretern über das abgeschlossene Geschäftsjahr 2019 berichtete.

Das Geschäftsjahr 2019 war noch unbelastet von den Auswirkungen des neuartigen Corona-Virus. Gleichwohl hat die Volksbank eG, um auch zukünftig für Markt und Wettbewerb gut gerüstet zu sein, im vergangenen Jahr bereits ein besonderes Augenmerk auf die Verzahnung von Regionalität und Digitalisierung gelegt. Die Bank hat sich dabei erneut als verlässlicher Partner vor Ort und in der Region präsentiert. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr lag sie dabei weiter auf Wachstumskurs. Das Fundament für den wirtschaftlichen Erfolg sind dabei die Mitglieder der Bank. Die Anzahl der Bankteilhaber lag zum Bilanzstichtag bei 58.781. Damit bleibt die Volksbank weiterhin die größte wirtschaftliche Personenvereinigung im Kreis Warendorf.

Bilanzsumme und Geschäftsvolumen Die Bilanzsumme stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 um 6,3 Prozent auf 2,3 Mrd. Euro (Vorjahr 2,1 Mrd. Euro). Das betreute Kundenvolumen der Bank konnte dabei auf 5,3 Mrd. Euro gesteigert werden.

Weiter starkes Wachstum im Kreditgeschäft

Die Nachfrage bei den Kundenkrediten war auch im Jahr 2019 hoch. Zum Jahresende belief sich der Bestand an bilanziellen Kundenkrediten auf 1,6 Mrd. Euro. Das entspricht einem Kreditwachstum von 5,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Kurze Entscheidungswege und die hohe Beratungsqualität waren für die Kunden ein Hauptargument, sich für die Volksbank zu entscheiden.

Alternative Geldanlagen verstärkt gefragt

Die stabile Ertragssäule im Provisionsgeschäft ist im Wesentlichen das Kundenwertpapiergeschäft. Die Nachfrage nach Alternativen zu zinslosen Einlagen hat weiter zugenommen. Die Beimischung von Anlageformen, z.B. in Fonds – mit oder ohne Aktien –, wird nach Kundenbedarf, Risikobereitschaft und Sinnhaftigkeit individuell berücksichtigt. Auch das Versicherungsgeschäft mit dem Verbundpartner R + V konnte weiter ausgebaut werden. Treiber war dabei insbesondere die betriebliche Altersvorsorge. Die Bausparkasse Schwäbisch Hall bescheinigt der Volksbank im Geschäftsgebiet einen Marktanteil von über 50 Prozent.

Stabile Ertragslage

Das Zinsergebnis konnte gegenüber dem Vorjahr trotz anhaltender Niedrigzinsphase stabil gehalten werden. In den kommenden Jahren ist allerdings angesichts der Zinssituation von spürbaren Rückgängen auszugehen. Die Bank hatte aufgrund der schwierigen Marktsituation und zusätzlicher Belastung durch Umstellung des Bank-EDV-Systems und technischer Fusion vorsichtig mit entsprechenden Rückgängen geplant. Nicht zuletzt wegen des großen Engagements der Mitarbeiter sind diese so nicht eingetreten. Die Verwaltungsaufwendungen (Sachaufwand und Personalaufwand) sind planmäßig leicht angestiegen. Für das kommende Jahr sind weitere Investitionen für die Modernisierung der Hauptstelle in Ennigerloh geplant. Das Betriebsergebnis vor Bewertung beträgt 19,0 Mio. Euro.

Stärkung der Rücklagen

Es ist der Volksbank eG wiederum gelungen, einen Jahresüberschuss in Höhe von 4 Mio. Euro zu erwirtschaften. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat alle Banken unmissverständlich aufgefordert, aktuell auf eine Ausschüttung von Dividenden zu verzichten. Ziel ist es, sich für mögliche wirtschaftliche Folgen der Pandemie zu wappnen.

Die Vertreter folgten der Empfehlung von Vorstand und Aufsichtsrat, für das Geschäftsjahr 2019 keine Dividende auszuschütten und dafür die Rücklagen der Bank weiter zu stärken. Diese weitere Stärkung des Eigenkapitals durch Rücklagenerhöhung sowie der weitere Ausbau der bilanziellen Vorsorgereserven mit 11,0 Mio. Euro lassen die Volksbank für die Zukunft gut gerüstet sein.

Wahlen zum Aufsichtsrat

Zur Wiederwahl in den Aufsichtsrat stellten sich im weiteren Verlauf der Sitzung die Aufsichtsratsmitglieder Christian Budt, Karsten Mensing und Udo
Plenge. Alle wurden von den Vertretern für eine weitere Amtsperiode von drei Jahren in das Gremium berufen.

Robert Holtkamp war zum Jahresende aus beruflichen und persönlichen Gründen aus dem Gremium ausgeschieden. Auch hier folgten die Vertreter der Empfehlung, auf eine Nachbesetzung des Mandats zu verzichten, um den Aufsichtsrat auf Dauer zu verkleinern.

Bevor unter dem letzten Tagesordnungspunkt des Abends „Verschiedenes“ noch Fragen über den Chat gestellt werden konnten, erörterte Vorstand Norbert Eickholt die angekündigte Satzungsänderung. Diese wird der Genossenschaftsbank u. a. zukünftig bei Bedarf erlauben, virtuelle Vertreterversammlungen durchzuführen. „Wir folgen dabei ebenfalls der Empfehlung unseres Bundesverbandes BVR, der die neue Mustersatzung im Hinblick auf die aktuelle Situation ausgearbeitet hat. Wir wollen zukünftig auf jeden Fall unsere jährliche Vertreterversammlung weiterhin als Präsenzveranstaltung durchführen. Mit der angepassten Satzung haben wir jedoch die Möglichkeit, in besonderen Situationen alternativ eine virtuelle Versammlung abzuhalten“, so beschloss Vorstand Norbert Eickholt seine Ausführungen, bevor die Vertreter einstimmig der Satzungsänderung zustimmten.

Gegen 21.30 Uhr hat der Aufsichtsratsvorsitzende Dirk Holterdorf die Sitzung offiziell beendet.

Foto: Volksbank eG

Im Forum der Volksbank Ahlen war das Studio für die virtuelle Vertreterversammlung der Volksbank eG vorbereitet worden. Nur Vorstand, Aufsichtsrat und ein kleines Technik- und Regieteam waren vor Ort.

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