News Ticker

23. März 2021 – 100. Geburtstag Dr. Hans Kluck

Die Stadt Warendorf gedenkt am 23. März 2021 in ihres ehemaligen Bürgermeisters und Ehrenbürgers Dr. Hans Kluck. Dr Hans Kluck wurde vor 100 Jahren in Münster geboren. Nach seinem Abitur am Ratsgymnasium Münster wurde er unmittelbar zum Dienst an der Waffe eingezogen. Ursprünglich wollte er Philologie und Kunst studieren. Noch während des zweiten Weltkrieges heiratete er seine Frau Irmgard, die zu diesem Zeitpunkt schon ausgebildete Zahnärztin war. Auch Hans Kluck studierte daraufhin Zahnmedizin wurde dann in Warendorf sesshaft und gründete 1951 gemeinsam mit seiner Frau am Marktplatz eine Zahnarztpraxis.

Kurz danach engagierte sich Dr. Hans Kluck politisch in der CDU. 1961 erlangte er bereits ein Mandat im Rat der Stadt Warendorf und wurde 1965 zum ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt. Sein ursprünglicher Wunsch Kunst und Philologie zu studieren, aber insbesondere die einschneidenden Kriegserlebnisse als junger Mensch mögen dazu beigetragen haben, dass sich Dr. Hans Kluck innerhalb seines politischen und gesellschaftlichen Engagements ganz besonders für die Aussöhnung der Völker stark machte.

Vor diesem Hintergrund ist nachvollziehbar, dass er sich, insbesondere nachdem er zum ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt wurde, in die Kontaktaufnahme mit der französischen Stadt Barentin in der Normandie einbrachte. In André Marie, dem damaligen Bürgermeister von Barentin fand er schnell einen Bruder im Geiste, denn auch dieser setzte sich auf Grund seiner Kriegserfahrungen für den Frieden der Völker und eine Annäherung mit dem Ziel einer Deutsch-Französischen Freundschaft ein. Dass schon 1965 die Partnerschaftsurkunde zwischen Warendorf und Barentin unterzeichnet werden konnte, geht maßgeblich auf das Engagement und die Freundschaft dieser beiden Bürgermeister zurück.

Gleichzeitig war es Dr. Hans Kluck ein Anliegen, neben den Aktivitäten zur Aussöhnung der Völker auch Zeichen zu setzen gegen das Vergessen der verbrecherischen Gräueltaten des nationalsozialistischen Terrorregimes. Gemeinsam mit Hugo Spiegel, der nach Gefangennahme, Deportation und Internierung in mehreren Konzentrationslagern trotz des Erlebten wieder nach Warendorf zurückgekehrt war, enthüllte er 1970 einen Gedenkstein auf dem Jüdischen Friedhof. Dies war ein erstes, wenn auch zaghaftes Zeichen gegen das Vergessen und für eine Erinnerungskultur, die in Warendorf auch heute noch bewusst gelebt wird.

Die Amtszeit von Dr. Hans Kluck als Bürgermeister von 1965 bis 1980 war aber in gleichem Maße eine für die Stadtentwicklung prägende Zeit. Die Ansiedlung der Sportschule der Bundeswehr, der heutigen Georg-Leber-Kaserne und der Aufbau des Zentrums für modernen Fünfkampf sorgten ebenso für eine positive Entwicklung wie die zukunftsorientierte Bündelung und Neuansiedlung der Schulen im heutigen Schulzentrum. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Stadt des Pferdes in den 70er und 80er Jahren ihren Ruf als Stadt der Schulen und des Sportes erweiterte.

Pläne einer einschneidenden Veränderung des Altstadtbildes waren in der Amtszeit von Dr. Hans Kluck ein in Politik und Bürgerschaft heftig und kontrovers diskutiertes Thema. Vieles, aber leider nicht alles konnte verhindert werden. Dieses ist allerdings ein Verdienst, das eindeutig auf die bürgerschaftliche und nicht nachgebende Initiative des Heimatvereins und der Altstadtfreunde Warendorf zurückzuführen ist. Die kommunale Neugliederung mit all ihren Verhandlungen um die Frage des Kreissitzes und der in der Sache begründeten schwierigen Verhandlungen um die Eingemeindung von ehemals selbständigen Gemeinden waren vielleicht eine der ganz besonderen Herausforderungen, denen sich Dr. Hans Kluck als Bürgermeister der Stadt Warendorf ziel- und lösungsorientiert stellen musste.

Dr. Hans Kluck wurde schon zu Beginn seiner Amtszeit 1966 das Ehrenbürgerrecht der Partnerstadt Barentin verliehen. 1977 wurde er mit dem Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Am 23. März 1981, also an seinem 60. Geburtstag wurde Dr. Hans Kluck auf Beschluss des Rates  und „in Würdigung der langjährigen und erfolgreichen kommunalpolitischen Arbeit als Bürgermeister sowie des unermüdlichen und uneigennützigen Einsatzes zum Wohl aller Bürger und für die großen Bemühungen um die Partnerschaft mit der Stadt Barentin“ das Ehrenbürgerrecht der Stadt Warendorf verliehen. Die Stadt Warendorf und Bürgermeister Peter Horstmann gedenken anlässlich seines 100. Geburtstages gern und mit großer Anerkennung ihres ehemaligen Bürgermeisters und Ehrenbürgers.

Hier sehen Sie einige Fotoaufnahmen aus seinem Leben (Fotoquelle: Stadt Warendorf)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

WP2Social Auto Publish Powered By : XYZScripts.com