Corona bei Tönnies: 72 weitere Fälle im Kreis Warendorf / Minister Laumann im Krisenstab

Welche Auswirkungen hat der Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies im Nachbarkreis Gütersloh für den Kreis Warendorf? Darum ging es bei einer Pressekonferenz am späten Montagnachmittag (22. Juni) im Kreishaus, an der auch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann teilnahm. Der Minister hatte sich unmittelbar zuvor im Krisenstab des Kreises ein Bild von der aktuellen Lage gemacht. Im Gesundheitsamt gingen am Nachmittag 72 weitere positive Corona-Testergebnisse für Mitarbeiter der Firma Tönnies ein. Damit ist die Gesamtzahl der seit dem akuten Corona-Ausbruch vergangene Woche bei Tönnies im Kreis Warendorf neu Infizierten auf 212 angestiegen.

„Das ist der mit Anstand höchste Anstieg, den wir in der Pandemie bislang hatten. Das gesamte Infektionsgeschehen bei uns im Kreisgebiet ist auf den Ausbruch im Tönnies-Werk zurückzuführen. Da wir derzeit keine Anzeichen für ein Überspringen der Infektionen auf die übrige Bevölkerung sehen, sind einschränkende Maßnahmen derzeit nicht erforderlich“, sagte Landrat Dr. Olaf Gericke.

„Jetzt geht es darum, den von der Quarantäne betroffenen Mitarbeitern möglichst in ihrer Muttersprache die Situation zu erklären, warum sie in ihren Wohnungen bleiben müssen“, ssagteMinister Laumann. „Für ihre Gesundheitsversorgung verbürge ich mich.”Derzeit seien keine einschränkenden Maßnahmen für den Kreis Warendorf erforderlich. Das Gesundheitsministerium behalte die Entwicklung aber genau im Blick, so der Minister.

„Wir wollen Infektionsketten so früh wie möglich unterbrechen. Unser Hauptaugenmerk gilt jetzt der Ermittlung und Testung von Kontaktpersonen der Tönnies-Mitarbeiter. Das übernehmen mobile Teams direkt in den Gemeinschaftsunterkünften der Mitarbeiter“, berichtete Ralf Holtstiege, stellvertretender Leiter des Krisenstabs. Für die Ermittlung von Kontaktpersonen sowie für die mobilen Teams hat der Kreis Warendorf Unterstützung durch Containment-Scouts des RKI, von der Bundeswehr und vom DRK und MHD erhalten bzw. angefordert. Auch zusätzliche Dolmetscher hat der Kreis angefordert. „Für ihre Unterstützung spreche ich allen Beteiligten meinen besonderen Dank aus“, so Landrat Dr. Gericke.

Der Kreis Warendorf hat wie berichtet mit einer Allgemeinverfügung alle Tönnies-Mitarbeiter, die im Kreis wohnen, unter Quarantäne gestellt. Da auch alle Personen, die mit ihnen zusammenleben, unter Quarantäne stehen, dürfen Kinder der Mitarbeiter Schulen und Kindergärten derzeit nicht besuchen. Wichtig ist die Überwachung der Quarantäne. Dafür sind die Ordnungsbehörden der Städte und Gemeinden verantwortlich. Die Polizei Warendorf unterstützt die Ordnungsbehörden bei ihren Maßnahmen. Die Bürgermeister berichteten dem Landrat am Montagmittag in einer Telefonkonferenz, dass keine Verstöße gegen die Einhaltung der Quarantäne festgestellt worden seien. Auch die Versorgung der Mitarbeiter mit Lebensmitteln, die Tönnies zugesichert hat, habe bislang funktioniert. Lediglich in zwei Fällen mussten städtische Ordnungsämter einspringen.

„Das Unternehmen, das dafür verantwortlich ist, dass die Infektionswelle zu uns übergeschwappt ist, hat erst nach und nach aktuelle Listen mit den Wohnorten der Mitarbeiter vorgelegt. Immer wieder gab es dabei Nachbesserungen“, kritisiert Landrat Dr. Olaf Gericke. Aktuell wurde die Gesamtzahl der im Kreis Warendorf lebenden Mitarbeiter auf 1243 leicht nach unten korrigiert.

„Wir müssen jetzt weiter wachsam sein und Ruhe bewahren. Gemeinsam setzen wir alles daran, die Ausbreitung der Infektion zu bekämpfen. Ich appelliere deshalb an die Bürgerinnen und Bürger, weiterhin vorsichtig zu sein und die bekannten Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten“, sagte Landrat Dr. Olaf Gericke. „Zudem werden wir auch im Kreis Warendorf kostenfreie Corona-Tests ermöglichen für alle, die in besonders betroffenen Orten wohnen oder sich verständlicherweise Sorgen machen – etwa, weil sie Kontakt zu Tönnies-Mitarbeitern hatten. Solche Tests sind an zentralen Standorten möglich, die Kosten werden von Tönnies übernommen. Dazu hat sich das Unternehmen mir gegenüber heute Morgen ausdrücklich verpflichtet“, berichtete Landrat Dr. Olaf Gericke.

Der Kreis Warendorf wird ab Dienstag (23. Juni) seine Abstrichstelle am Berufskolleg Beckum wieder öffnen. Damit steht neben der Station am Warendorfer Josephs-Hospital jetzt wieder nach vorheriger Anmeldung bei der Corona-Hotline des Kreisgesundheitsamtes, Tel. 02581/ 53-5555 dort oder unter der Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung, Tel. 0251/ 929-1919, eine zweite zentrale Anlaufstelle für Testungen zur Verfügung.

Bildunterschriften: Gesundheitsminister Karl Josef Laumann und Landrat Dr. Olaf Gericke berichteten bei der Pressekonferenz vorm Kreishaus über die Auswirkungen des Corona-Ausbruchs bei Tönnies. – (Fotos: Kreis Warendorf).
Groß war das Interesse der Medien.
Corona bei Tönnies: 72 weitere Fälle im Kreis Warendorf / Minister Laumann im Krisenstab
Welche Auswirkungen hat der Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies im Nachbarkreis Gütersloh für den Kreis Warendorf? Darum ging es bei einer Pressekonferenz am späten Montagnachmittag (22. Juni) im Kreishaus, an der auch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann teilnahm. Der Minister hatte sich unmittelbar zuvor im Krisenstab des Kreises ein Bild von der aktuellen Lage gemacht. Im Gesundheitsamt gingen am Nachmittag 72 weitere positive Corona-Testergebnisse für Mitarbeiter der Firma Tönnies ein. Damit ist die Gesamtzahl der seit dem akuten Corona-Ausbruch vergangene Woche bei Tönnies im Kreis Warendorf neu Infizierten auf 212 angestiegen.

„Das ist der mit Anstand höchste Anstieg, den wir in der Pandemie bislang hatten. Das gesamte Infektionsgeschehen bei uns im Kreisgebiet ist auf den Ausbruch im Tönnies-Werk zurückzuführen. Da wir derzeit keine Anzeichen für ein Überspringen der Infektionen auf die übrige Bevölkerung sehen, sind einschränkende Maßnahmen derzeit nicht erforderlich“, sagte Landrat Dr. Olaf Gericke.

„Jetzt geht es darum, den von der Quarantäne betroffenen Mitarbeitern möglichst in ihrer Muttersprache die Situation zu erklären, warum sie in ihren Wohnungen bleiben müssen“, so Minister Laumann. „Für ihre Gesundheitsversorgung verbürge ich mich“, so der Minister. Derzeit seien keine einschränkenden Maßnahmen für den Kreis Warendorf erforderlich. Das Gesundheitsministerium behalte die Entwicklung aber genau im Blick.

„Wir wollen Infektionsketten so früh wie möglich unterbrechen. Unser Hauptaugenmerk gilt jetzt der Ermittlung und Testung von Kontaktpersonen der Tönnies-Mitarbeiter. Das übernehmen mobile Teams direkt in den Gemeinschaftsunterkünften der Mitarbeiter“, berichtete Ralf Holtstiege, stellvertretender Leiter des Krisenstabs. Für die Ermittlung von Kontaktpersonen sowie für die mobilen Teams hat der Kreis Warendorf Unterstützung durch Containment-Scouts des RKI, von der Bundeswehr und vom DRK und MHD erhalten bzw. angefordert. Auch zusätzliche Dolmetscher hat der Kreis angefordert. „Für ihre Unterstützung spreche ich allen Beteiligten meinen besonderen Dank aus“, so Landrat Dr. Gericke.

Der Kreis Warendorf hat wie berichtet mit einer Allgemeinverfügung alle Tönnies-Mitarbeiter, die im Kreis wohnen, unter Quarantäne gestellt. Da auch alle Personen, die mit ihnen zusammenleben, unter Quarantäne stehen, dürfen Kinder der Mitarbeiter Schulen und Kindergärten derzeit nicht besuchen. Wichtig ist die Überwachung der Quarantäne. Dafür sind die Ordnungsbehörden der Städte und Gemeinden verantwortlich. Die Polizei Warendorf unterstützt die Ordnungsbehörden bei ihren Maßnahmen. Die Bürgermeister berichteten dem Landrat am Montagmittag in einer Telefonkonferenz, dass keine Verstöße gegen die Einhaltung der Quarantäne festgestellt worden seien. Auch die Versorgung der Mitarbeiter mit Lebensmitteln, die Tönnies zugesichert hat, habe bislang funktioniert. Lediglich in zwei Fällen mussten städtische Ordnungsämter einspringen.

„Das Unternehmen, das dafür verantwortlich ist, dass die Infektionswelle zu uns übergeschwappt ist, hat erst nach und nach aktuelle Listen mit den Wohnorten der Mitarbeiter vorgelegt. Immer wieder gab es dabei Nachbesserungen“, kritisiert Landrat Dr. Olaf Gericke. Aktuell wurde die Gesamtzahl der im Kreis Warendorf lebenden Mitarbeiter auf 1243 leicht nach unten korrigiert.

„Wir müssen jetzt weiter wachsam sein und Ruhe bewahren. Gemeinsam setzen wir alles daran, die Ausbreitung der Infektion zu bekämpfen. Ich appelliere deshalb an die Bürgerinnen und Bürger, weiterhin vorsichtig zu sein und die bekannten Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten“, sagte Landrat Dr. Olaf Gericke. „Zudem werden wir auch im Kreis Warendorf kostenfreie Corona-Tests ermöglichen für alle, die in besonders betroffenen Orten wohnen oder sich verständlicherweise Sorgen machen – etwa, weil sie Kontakt zu Tönnies-Mitarbeitern hatten. Solche Tests sind an zentralen Standorten möglich, die Kosten werden von Tönnies übernommen. Dazu hat sich das Unternehmen mir gegenüber heute Morgen ausdrücklich verpflichtet“, berichtete Landrat Dr. Olaf Gericke.

Der Kreis Warendorf wird ab Dienstag (23. Juni) seine Abstrichstelle am Berufskolleg Beckum wieder öffnen. Damit steht neben der Station am Warendorfer Josephs-Hospital jetzt wieder nach vorheriger Anmeldung bei der Corona-Hotline des Kreisgesundheitsamtes, Tel. 02581/ 53-5555 dort oder unter der Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung, Tel. 0251/ 929-1919, eine zweite zentrale Anlaufstelle für Testungen zur Verfügung.

Gesundheitsminister Karl Josef Laumann und Landrat Dr. Olaf Gericke berichteten bei der Pressekonferenz vorm Kreishaus über die Auswirkungen des Corona-Ausbruchs bei Tönnies. – (Fotos: Kreis Warendorf).

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