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Der Todestag von Dr. Ruth Pfau jährt sich am 10. August 2018 zum ersten Mal

Vor einem Jahr, am 10. August 2017, starb die deutsche Ordensfrau und Ärztin Dr. Ruth Pfau im Alter von 87 Jahr in ihrer Wahlheimat Pakistan. Die Geschichte der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e. V. und die des Wirkens von Ruth Pfau sind untrennbar miteinander verbunden. Die enge Partnerschaft zwischen dem von ihr gegründeten Marie Adelaide Leprosy Center (MALC) und der DAHW besteht bis heute und wird auch in Zukunft bestehen. An ihrem Todestag läuten in diesem Jahr um 9 Uhr morgens in der St. Patrick´s-Kathedrale in Karachi die Glocken. Gläubige, Mitstreiter und Kollegen der deutschen Lepraärztin werden damit zum ersehnten Gedenk-Gottesdienst gerufen.

Für Mervyn Lobo, Geschäftsführer und Nachfolger von Ruth Pfau in dem von ihr gegründeten MALC, dem Zentrum eines landesweiten Programmes, sind die Zeremonie wie auch die damit verbundene Trauerbewältigung am Todestag der 1930 geborenen Leipzigerin immens wichtig. „Viele unserer Mitarbeiter und Weggefährten sind traurig, aber zugleich auch sehr stolz, diese Ikone der Nächstenliebe gekannt, erlebt und gehabt zu haben.“ Eine Heldin, ein Vorbild für Pakistan sei sie, seit je her und immer noch, auch gerade jetzt, ein Jahr nach ihrem Tod. „Heute ist sie noch viel bekannter als früher“, betont der langjährige Freund und Vertraute von Dr. Ruth Pfau. Erst jetzt wird ihren Wegbegleitern bewusst, wie beliebt  die seit den 1960er Jahren von der DAHW unterstützte Christin  gerade auch in den entlegenen Regionen des Landes am Hindukusch war, durch ihre unendliche Hingabe, ihrer immerwährende Hilfe, ihrer selbstlose Nächstenliebe.

Nach der Predigt des Erzbischofs von Karachi und Kardinal der römisch-katholischen Kirche, Joseph Coutts, werden die Besucher zum Grab auf dem christlichen Friedhof der pakistanischen Metropole pilgern und der Verstorbenen gedenken. Nicht nur für Mervyn Lobo wird es ein schwerer, ein traurigen Tag. Doch die Lepra-Arbeit vor Ort geht weiter ganz im Sinne der deutschen Ordensfrau: „Sie war und ist eine Legende. Ihr Erbe wird von uns weitergetragen. Wir sind glücklich, dass wir sie haben durften“, sagt der 57-Jährige leise.

Dr. Ruth Pfau war Ehrenbotschafterin für die weltweite Lepraarbeit der DAHW. Es ging ihr dabei um die Botschaft an die Welt, Leprakranke nicht zu vergessen. „Ich kann die Sorge täglich fühlen, dass Lepra vergessen wird, zu einem Zeitpunkt, an dem wir uns das noch nicht leisten können!“, so Dr. Ruth Pfau kurz nach ihrer Benennung, die sie freudig annahm.

Mehr als 50.000 erkrankte Menschen verdanken ihre Heilung dem Wirken von Dr. Ruth Pfau in Pakistan und der 1961 begonnenen Unterstützung durch die DAHW. Das MALC wurde 1962 von Dr. Pfau gegründet. Das Leprakrankenhaus im Herzen der pakistanischen Metropole Karachi verfügt über 69 Betten. Landesweite Ambulanzstationen, Rehabilitationen für Menschen mit Behinderungen und Gesundheitsaufklärung sowie die Ausbildung von Fachkräften sind weitere Schwerpunkte der Arbeit vor Ort.

(Foto: DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V.)

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