Integrationsarbeit mit Geflüchteten

Studierende der FH Münster führen in Telgte soziale Projekte durch

Frauen aus Flüchtlingsfamilien können häufig nicht Fahrrad fahren. Um ihnen zu mehr Selbstständigkeit zu verhelfen und ihren Mobilitätsradius zu vergrößern, bietet die Stadt Telgte gemeinsam mit dem Verein Zib, Zusammen ist besser, Radfahrkurse speziell für Migrantinnen an. Tatkräftige Unterstützung aus dem Fachbereich Sozialwesen der FH Münster gab es in den letzten beiden Durchgängen. „Es ist wichtig, dass die Studierenden ihr sozialpädagogisches Wissen einsetzen und erproben können“, erläutert Prof. Dr. Irma Jansen. Daher hat sie in dem von ihr geleiteten zweisemestrigen Praxisprojekt – nun schon zum wiederholten Male –mit der Stadt Telgte kooperiert und den Teilnehmern so ermöglicht, vor Ort Integrationsarbeit zu leisten. „Ich finde es gut, wenn die zukünftigen Sozialarbeiter schon während des Studiums einen gesellschaftlichen Beitrag leisten“, ist Jansen überzeugt.

Für Claudia Stricker, Integrationsbeauftragte der Stadt Telgte, war die Zusammenarbeit ebenfalls ein großer Gewinn: „Wir sind viel zu wenig Mitarbeiter – allein könnten wir so ein vielfältiges Angebot gar nicht auf die Beine stellen.“ Denn in Telgte gibt es so einiges, um Geflüchtete dabei zu unterstützen, hier Fuß zu fassen und sich wohl zu fühlen. Sehr stark engagiert sich für dieses Ziel auch der Verein Zib. „Die Zusammenarbeit mit den jungen Leuten war wirklich toll und die Stimmung einfach super“, lobt Vereinsmitglied Johannes Meiser den Einsatz der Studierenden.

Neben dem Radfahrkurs engagierten sich die angehenden Sozialarbeiter noch in weiteren Projekten. Unter anderem boten sie Calisthenics – ein wöchentliches Sportangebot unter freiem Himmel – an, ein Kochprojekt und zwei Kindergruppen. Zum Abschluss stellten die Studierenden ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen sowie Jansen, Stricker und Meiser ihre Projekte vor und berichteten, welche Erfahrungen sie gemacht haben. „Es ist auch wichtig, zu reflektieren, was vielleicht nicht so gut war und eventuell anders laufen sollte“, unterstreicht Jansen. Und hierfür hatten die Studierenden einige Anregungen parat, die auf offene Ohren stießen. „Wir sind sehr dankbar für Veränderungsvorschläge“, so Meiser.

Zum Thema: Gemeinsam mit ihrer emeritierten Kollegin Prof. Dr. Margherita Zander hat Prof. Dr. Irma Jansen vom Fachbereich Sozialwesen der FH Münster das Buch „Unterstützung von geflüchteten Menschen über die Lebensspanne. Ressourcenorientierung, Resilienzförderung, Biografiearbeit“ herausgegeben. Der Sammelband ist im Beltz-Verlag erschienen, Er enthält Fachbeiträge zur Arbeit mit geflüchteten Menschen und gibt Anregungen aus der Sicht mehrerer Disziplinen.

Prof. Dr. Irma Jansen (l.), Claudia Stricker von der Stadt Telgte (2. v. r.) und Johannes Meiser vom Verein Zib (4. v. r.) waren beeindruckt vom Engagement der Studierenden. (Foto: FH Münster/Stefanie Gosejohann)

  • David Gwizdz stellte sein Projekt vor: Er hat von Juni bis Dezember einmal pro Woche Calisthenics – ein Sportprogramm unter freiem Himmel – für Geflüchtete angeboten. (Foto: FH Münster/Stefanie Gosejohann)
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