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Tag der Arbeit im Netz: DGB fordert mehr Unterstützung für Beschäftigte

Zum ersten Mal seit der Gründung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) gibt es bedingt durch die weltweite Corona-Pandemie im Jahr 2020 auch im Münsterland keine öffentlichen Veranstaltungen der Gewerkschaften am 1. Mai. „Schon vor einigen Wochen haben wir die Entscheidung getroffen, dass keine Demonstrationen und Kundgebungen zum Tag der Arbeit stattfinden werden. In diesem Jahr heißt es Abstand zu halten. Deshalb feiern wir den 1. Mai digital, in den sozialen Netzwerken und auf unserer Webseite. Höhepunkt ist ein bundeszentraler Livestream von 11 bis 14 Uhr mit vielen Künstlerinnen und Künstlern, politischen Botschaften und Grußwörtern von prominenten Gästen. Es zeigt sich besonders in der Corona-Krise, wie richtig unser Mai-Motto ‚Solidarisch ist man nicht alleine‘ ist. Solidarität ist der Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Wenn viele Menschen jetzt solidarisch zusammen stehen, können wir vieles verändern“, erklärt DGB-Regionsgeschäftsführer Volker Nicolai-Koß.

Der DGB will zum Tag der Arbeit und mit seinem Motto unter anderem darauf aufmerksam machen, dass sich bereits bestehende soziale Ungleichheiten durch die Corona-Situation nicht noch weiter verschärfen dürfen. Die Krise treffe Menschen in den ärmeren Quartieren deutlich härter, als in den wohlhabenden. Die Hauptlast tragen aus Sicht des DGB die Menschen in solchen Berufen, die nicht angemessen bezahlt werden und deren harte Arbeit wenig an Wertschätzung erfährt. Während sich viele Manager und gut verdienende Angestellte im Homeoffice befänden, seien die vielen ‚Heldinnen und Helden‘ des Alltags im Einzelhandel, im Pflege- und Gesundheitsbereich oder im Reinigungsgewerbe oft zu Niedriglöhnen und nur selten mit Tarifverträgen beschäftigt. „So gut es ist, dass durch Rettungsschirme in Bund und Land Milliardenbeträge aufgebracht werden, um eine Kernschmelze der Wirtschaft zu verhindern, so ungerecht ist es, wenn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch Kurzarbeitergeld zu Hartz-IV-Empfängern werden. Die jetzt beschlossene Aufstockung des Kurzarbeitergeldes nach vier und sieben Monaten kann uns nicht zufriedenstellen. Drei Monate Kurzarbeitergeld mit nur 60 bzw. 67 Prozent vom Netto führen auch Menschen mit mittleren Einkommen ins Jobcenter. Deshalb fordern wir Gewerkschaften weiterhin die Unternehmen auf, das Kurzarbeitergeld auf mindestens 80 Prozent aufzustocken. Viele Unternehmen haben das bereits gemacht. Die Landesregierung sollte das z.B. durch einen Sonderfonds „Kurzarbeitergeld Plus“ aus den Mitteln des NRW-Rettungsschirms unterstützen“, verdeutlicht Nicolai-Koß.

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