Wachstumskurs der Volksbank setzt sich auch im Fusionsjahr 2019 fort

Foto: Volksbank eG

Der Wachstumskurs der Volksbank eG setzte sich auch im abgelaufenen Jahr 2019 weiter fort. Die Marktposition im Geschäftsgebiet konnte dabei ausgebaut werden. Sowohl bei den Kundeneinlagen als auch bei den Kundenkrediten wurden Zuwächse erzielt. Ein stabiler Zins- und Provisionsüberschuss waren die Eckpfeiler für ein Ergebnis auf Vorjahresniveau. Dies war vor dem Hintergrund der schwierigen Rahmenbedingungen in der Bankenbranche nicht unbedingt zu erwarten.

Zudem waren gleich zwei große Herausforderungen im zurückliegenden Geschäftsjahr zu meistern. Im April erfolgte die Umstellung auf ein neues Bank-EDV-System. Mit der Eintragung in das Genossenschaftsregister im August 2019 erhielt die Verschmelzung der Volksbank eG mit der Volksbank im Ostmünsterland eG juristisch Gültigkeit. Bereits drei Monate später konnten beide Teilbanken auch erfolgreich technisch fusionieren. Die drei nach dem Ausscheiden von Rolf Weishaupt verantwortlichen Vorstandskollegen Norbert Eickholt, Thomas Schmidt und Martin Weber sind bestens gerüstet, die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu meistern. Auf die Position des Vorstandsvorsitzenden wird dabei zukünftig verzichtet. Stattdessen erfolgt die Führung der Bank durch die gleichberechtigten Vorstandsmitglieder, die über ihre jeweilige Ressortzuständigkeit auch eine regionale Marktbetreuung abgestimmt haben. Dabei verantwortet Norbert Eickholt die Standorte Beelen, Clarholz, Harsewinkel, Sassenberg und Warendorf. Thomas Schmidt Ennigerloh, Neubeckum und Oelde und Martin Weber Ahlen (jeweils inkl. aller Stadtteile). Die Bilanzsumme stieg im Geschäftsjahr 2019 um rund 6,3 Prozent auf 2,3 Mrd. Euro (Vorjahr 2,1 Mrd. Euro). Das betreute Kundenvolumen der Bank konnte dabei auf 5,3 Mrd. Euro gesteigert werden. Neben den bilanziellen Kundeneinlagen und Kundenkrediten umfasst das betreute Kundenvolumen auch die außerbilanziellen Aktivitäten der Kunden bei Wertpapieranlagen, bei vermittelten Darlehen, beim Bausparen und im Versicherungsgeschäft.

Die Nachfrage bei den Kundenkrediten war auch in 2019 hoch. Zum Jahresende beläuft sich der Bestand an bilanziellen Kundenkrediten auf 1,6 Mrd. Euro. Das entspricht einem Kreditwachstum von 4,0 Prozent.

Stabile Ertragslage

Das Zinsergebnis konnte gegenüber dem Vorjahr trotz anhaltender Niedrigzinsphase aufgrund eines Sondereffektes stabil gehalten werden. In den kommenden Jahren ist allerdings aufgrund der Zinssituation von spürbaren Rückgängen auszugehen. Das gute Provisionsergebnis aus dem Vorjahr konnte ebenfalls nahezu erreicht werden. Die Bank hatte aufgrund der schwierigen Marktsituation und zusätzlicher Belastungen durch Umstellung des EDV-Bankensystems und die technische Fusion vorsichtig mit entsprechenden Rückgängen geplant. Aufgrund des Engagements der Mitarbeiter seien diese so nicht eingetreten. Die Verwaltungsaufwendungen (Sachaufwand und Personalaufwand) sind planmäßig leicht angestiegen. Für das kommende Jahr sind weitere Investitionen für den Umbau der Hauptstelle in Ennigerloh geplant. Das Betriebsergebnis vor Bewertung beträgt 19,0 Mio. Euro. „Wir sind sehr zufrieden, dass es uns gelungen ist, durch weiteres Wachstum bei den gewerblichen Krediten und den Baufinanzierungen das Betriebsergebnis vor Bewertung trotz der anhaltenden niedrigen Zinsen auf einem guten Niveau zu halten“, so Vorstand Martin Weber.

Es ist der Volksbank eG wiederum gelungen, einen Jahresüberschuss in Höhe von 4 Millionen Euro zu erwirtschaften. Das Jahresergebnis versetzt die Genossenschaft in die Lage, ihren Mitgliedern auch für 2019 eine nennenswert und über dem Markt liegende Dividende in Aussicht zu stellen. Eine weitere Stärkung des Eigenkapitals durch Rücklagenerhöhung sowie weiterer Ausbau der bilanziellen Vorsorgereserven mit zusammen etwa 10,0 Millionen Euro lassen die Volksbank für die Zukunft gut gerüstet sein.

Ausblick

„Aktuell sind wir für unsere Mitglieder und Kunden sehr gut mit dem Filialnetz für die Zukunft aufgestellt. Filialschließungen sind momentan nicht geplant. Dennoch ist es eine kontinuierliche Aufgabe, das Kundenverhalten und die Frequentierung in den Geschäftsstellen zu beobachten und zu evaluieren“, ergänzte Vorstandsmitglied Norbert Eickholt. Auch das Thema „anhaltende Niedrigzinsphase“ zwingt die Volksbank zu handeln. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Die mittlerweile seit fünf Jahren andauernde Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) belastet die Banken ebenso wie die Sparer. Bislang haben wir als Volksbank eG alles getan, unsere Privatkunden vor der Weitergabe eines Negativzinses, den wir als Bank selbst an die EZB zahlen müssen, zu schützen. Wir haben die Einlagen unserer Privatkunden trotz dieser jahrelangen Zinserhebung seitens der EZB unsererseits nicht mit Negativzinsen belastet und den wirtschaftlichen Nachteil selbst getragen. Um unsere langjährigen treuen privaten Bestandskunden noch vor Negativzinsen zu schützen, werden wir ab dem 01. Januar 2020 zunächst ausschließlich für Neukunden ein Verwahrentgelt bzw. Negativzins für Geldanlagen einführen“, erläutert Vorstandsmitglied Thomas Schmidt die Entscheidung zugunsten der Mitglieder und Kunden.

Alternative Geldanlagen verstärkt gefragt

Die stabile Ertragssäule im Provisionsgeschäft wird im

wesentlichen vom Kundenwertpapiergeschäft getragen. Norbert Eickholt betont: „Die Nachfrage nach Alternativen zum zinslosen Kontosparen hat weiter zugenommen. Die individuelle Beimischung von Anlageformen z.B. in Fonds – mit oder ohne Aktien – wird nach Kundenbedarf und Sinnhaftigkeit individuell beraten. Da weiterhin mit der zinslosen Zeit kalkuliert werden muss, ist hier und da eine Beimischung sinnvoll, da viele Kunden ihr Geld einseitig in Zinsanlagen investiert haben.“ Auch das Versicherungsgeschäft mit dem Verbundpartner R + V konnte weiter ausgebaut werden. „Die Bausparkasse Schwäbisch Hall zeigt uns einen Marktanteil in dem Geschäftsgebiet der Volksbank von über 50% auf. Hier sind wir dankbar und stolz, diese Quote seit Jahren zu halten,“ so Eickholt abschließend.

Der Region eng verbunden
Mit einer Bilanzsumme von über 2,3 Milliarden Euro ist die Volksbank eG die größte Genossenschaftsbank im Kreis Warendorf. Über 110.000 Privat- und Firmenkunden und rund 60.000 Mitglieder werden an 27 Standorten von rund 380 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut. Der Region seit 1884 eng verbunden, unterstützt die Volksbank eG jedes Jahr viele gemeinnützige Vereine und Institutionen mit Spenden – in diesem Jahr mit ca. 400.000 Euro.

Foto: Volksbank eG

Der aktuelle Vorstand der Volksbank eG (v. l.) Norbert Eickholt, Martin Weber und Thomas Schmidt.

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