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Zwischen Erfolgen und bürokratischen Hürden

CDU-Landtagsabgeordnete Daniel Hagemeier und Markus Höner tauschen sich mit den Verantwortlichen der LEADER-Region „9Plus im Kreis Warendorf“ aus.

 Die bisherige Erfolgsbilanz ist beeindruckend: Vor dem Hintergrund der LEADER-Förderkulisse „9Plus im Kreis Warendorf“ wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte entwickelt, die das Lebensumfeld der Menschen im ländlichen Raum bereichern. Die Bandbreite reicht dabei von einem Multifunktionsspielfeld in Beelen über die Rollende Waldschule 2.0 bis hin zu den interkommunalen Projekttagen „Tacheles reden“, die sich 2025 mit dem Thema Antisemitismus befassten. Um sich über den aktuellen Stand des Programms zu informieren, tauschten sich jetzt die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Daniel Hagemeier und Markus Höner in der Landvolkshochschule in Freckenhorst mit dem „9Plus“-Team aus.

„Soziales Miteinander“ besonders gefragt

Die erste Hälfte der Förderphase sei überaus erfolgreich gelaufen, freuten sich Vereinsvorsitzender Carsten Grawunder und die Regionalmanagerinnen Pia Weischer und Sophia Lemm. Zugleich hätten sie als Verantwortliche vor Ort wertvolle Erkenntnisse gewonnen: Von den vier festgelegten Handlungsfeldern „Wirtschaft und Lebensraum“, „Soziales Miteinander“, „Regionale Identität und Vernetzung“ sowie „Wissen und Regionales Know-how“ sei insbesondere der Bereich gefragt, der sich mit dem Gemeinschaftsleben in den Orten beschäftigt. Ursprünglich gleich gewichtet, sei aufgrund dieser Entwicklung nun eine Umschichtung der Fördermittel sinnvoll. In diesem Zusammenhang hatten die Gesprächspartner allerdings direkt auch ein Anliegen an die Landtagsabgeordneten im Gepäck: „Der Prozess ist aufwändig, weil erst die Zustimmung der Bezirksregierung zu einer Fortschreibung der Regionalen Entwicklungsstrategie notwendig ist“, so Pia Weischer.

Wunsch nach mehr Entscheidungshoheit

Generell wünschen sich die Akteurinnen und Akteure einfachere Prozesse. Komplizierte Antragsstellungen, lange Bearbeitungsfristen und umfangreiche Projektprüfverfahren: Das führe im schlimmsten Fall dazu, dass Ehrenamtliche in den Orten – trotz Unterstützung durch das „9Plus“-Team – mitunter ganz von einem geplanten Projekt Abstand nähmen. Insbesondere die Vorgaben für die GAK-Kleinprojekte seien mit der Novellierung 2025 so strikt geworden, dass kaum noch Projektspielräume blieben. Auch innerhalb der Behörden gebe es zu viele Prüfinstanzen. „Wir erleben, dass mitunter nicht einmal die Unterschrift der Bezirksregierung ausreicht“, nannten Grawunder, Lemm und Weischer prägnante Beispiele. Ihr Wunsch: bürokratische Vereinfachung auf allen Ebenen bei gleichzeitiger verbindlicher Mittelbindung für einen mehrjährigen Bewirtschaftungsrahmen und einer ausreichenden EU-Kofinanzierung.

Programm auch in Zukunft bewahren

Anliegen, die Höner und Hagemeier nachvollziehen konnten: „Wir sind uns einig, dass die LEADER-Kulisse für unsere Region eine enorme Bedeutung hat“, unterstrichen sie und versprachen, sich für mehr Entbürokratisierung in diesem Bereich stark zu machen. Es sei wichtig, dieses Programm weiterhin mit Leben zu füllen, „auch über 2027 hinaus, wenn der aktuelle Förderrahmen ausläuft“.

ZUM THEMA: „9Plus Kreis Warendorf“

LEADER steht für „Liaison Entre Actions de Développement de l‘Économie Rurale“, also die Verbindung von Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft. Die LEADER-Region „9Plus Kreis Warendorf“ vereint neun Kommunen im Kreis Warendorf. Dazu zählen Beelen, Drensteinfurt, Ennigerloh, Everswinkel, Oelde, Ostbevern, Sassenberg und Sendenhorst sowie die Warendorfer Ortsteile Einen-Müssingen, Freckenhorst, Hoetmar und Milte.

Ihre Wurzeln hat die Förderkulisse im Jahr 2016, als sie in der letzten Förderperiode zunächst unter dem Namen „8Plus-VITAL.NRW im Kreis Warendorf e.V.“ an den Start ging. Mit dem Beitritt der Gemeinde Everswinkel im Jahr 2023 wuchs das Netzwerk auf neun Kommunen an und firmiert seither unter dem heutigen Namen. Bereits während der vorangegangenen Förderphase über das Landesprogramm VITAL.NRW (2016–2022), ergänzte ab 2019 das Regionalbudget GAK-Kleinprojekte die regionale Entwicklungsarbeit. Dieses attraktive Förderprogramm wird auch im Rahmen des EU-Förderprogramms LEADER angeboten. Für den Zeitraum von 2023 bis 2027 stehen der Region Fördermittel in Höhe von insgesamt rund 3,1 Millionen Euro zur Verfügung.

Koordiniert werden die Aktivitäten durch den Trägerverein 9Plus Kreis Warendorf e.V., der seinen Sitz an der Landvolkshochschule Freckenhorst (Am Hagen 1a) hat. Interessierte erhalten weitere Informationen per E-Mail unter kontakt@9plus.de, telefonisch unter 02581 / 9570262 oder der im Internet unter www.9pluswaf.de.

Wo steht die „LEADER-Region 9Plus im Kreis Warendorf“ aktuell. Darüber tauschten sich jetzt in der Landvolkshochschule in Freckenhorst die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Markus Höner (r.) und Daniel Hagemeier (3.v.l.) mit den Akteurinnen und Akteuren aus: Vereinsvorsitzender Carsten Grawunder (2.v.l.), Regionalmanagerinnen Pia Weischer und Sophia Lemm (3. und 2.v.r.) sowie LVHS-Direktor Michael Gennert (l.).

Copyright: CDU Kreisverband Warendorf-Beckum/Hartmeyer