Trotz Schneechaos – ruhiger Rosenmontagseinsatz für die Helfer des THW, DRK und der Malteser in Warendorf 

Es wird gesungen, getanzt und gefeiert. Doch bevor der närrische Lindwurm in diesem Jahr durch Warendorf ziehen konnte, sorgte das Wetter für reichlich Anspannung bei dem Planungsteam der Karnevalseinsätze.

Ein plötzlicher Wintereinbruch über Nacht hatte die Warendorfer Straßen und Dächer in ein weißes Kleid gehüllt. Was für ein schönes Winterbild sorgte, bedeutete für die Einsatzleitung erneute Risikobewertung. Aufgrund der erhöhten Gefahrenlage, insbesondere durch mögliche Dachlawinen, die auf die dicht gedrängten Zuschauer stürzen könnten, trat das Koordinierungsgremium Rosenmontag bereits am frühen Morgen zu einer außerordentlichen Besprechung zusammen.

Erleichterung am Mittag: Die Sonne kommt durch, der Schnee schmilzt zügig.

Zentrum der Einsatzleitung, in der alle Fäden zusammenliefen, war wie in den Vorjahren das Malteser Haus an der Gartenstraße. „Hier laufen alle Funksprüche und Telefonate zusammen, um unsere Fahrzeuge und Fußtrupps gezielt zu steuern“, erklärte Bernd Köster, Verbandführer der Warendorfer Malteser und Einsatzleiter am Rosenmontag.

Die Helferinnen und Helfer konnten – gestärkt mit einem kräftigen Imbiss – ihre Standorte beziehen, noch bevor der Zug die Bundeswehrkaserne verließ.

Trotz des Wetterumschwungs blieb der Einsatz für die Sanitäter anspruchsvoll. Hoher Alkoholkonsum in der „fünften Jahreszeit“ birgt ein stetiges Risiko. „Erschöpfung, Kreislaufprobleme, Unterkühlung und Verletzungen aufgrund von Stürzen, auch bedingt durch die teils noch feuchten und rutschigen Straßen, waren die häufigsten Ursachen für unser Eingreifen“, so Köster. Insgesamt summierten sich die Einsätze auf ein ähnliches Niveau wie im Vorjahr: Neben zahlreichen kleineren Hilfeleistungen vor Ort mussten Rettungswagen mehrfach Patienten in die umliegenden Krankenhäuser transportieren.

Während der Sanitätsdienst routiniert und professionell abgewickelt wurde, bereitet eine andere Entwicklung den Organisationen zunehmendes Kopfzerbrechen. Konnte die Einsatzleitung in den Jahren vor Corona noch auf gut 80 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus Beelen, Freckenhorst, Everswinkel, Drensteinfurt und Warendorf zurückgreifen, wird die Personaldecke spürbar dünner.

Es sind immer weniger ehrenamtliche Kräfte im Einsatz, um Großveranstaltungen wie den Straßenkarneval abzusichern. „Die Helferinnen und Helfer leisten Herausragendes, aber wir merken, dass die Last auf immer weniger Schultern verteilt wird“, resümiert der Einsatzleiter nachdenklich.

Trotz der personellen Herausforderungen und des morgendlichen Wetter-Schreckens endete der Tag erfolgreich. Auch im nächsten Jahr werden die Helfer von DRK, Maltesern und THW wieder ehrenamtlich für die Narren am Rosenmontag bereitstehen – in der Hoffnung auf personelle Verstärkung aus der Bevölkerung.

Foto: Malteser