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Ausstellung: Gesichter erzählen

Sparkasse Warendorf erste Station einer beeindruckenden Wanderausstellung

Es sind „die Syrer“, die zu uns kommen. Die Flüchtlinge, die Asylanten, die Migranten. Manchmal sind es auch schlimme Bezeichnungen. Immer Gruppen, immer Mehrzahl, immer irgendwie anonym. Es ist nicht „der Tekle“, „der Ikramudin“, „die Delal“.

Dabei ist ein Flüchtling in erster Linie erst einmal: ein Mensch. Ein einzigartiges Individuum, mit eigener Geschichte und mit einem eigenen Gesicht. Genau so gleich und so anders wie Du und ich. Die aktuellen Diskussionen zum Thema Flucht und Flüchtling enthumanisieren den eigentlichen Menschen. Die Ausstellung „Portraits als Spiegel des Lebens – Gesichter erzählen“ rückt den Menschen in den Vordergrund. Sechs Menschen haben sich bereit erklärt, sich interviewen portraitieren zu lassen.

„Gezeichnete Portraits nehmen nicht so viel von der Privatsphäre wie Fotos“, erklärt Illustratorin und Portraitmalerin Laura Heming, die die Bilder gezeichnet hat. Sie war während der Interviews dabei und konnte mit schwarzem Stift und Tusche die ganze Betroffenheit während der Gespräche bildlich einfangen.

Neben den Portraits eine Infotafel mit einer kurzen Beschreibung der individuellen Geschichte der Portraitierten, ein visualisierter Maßstab der zeigt, aus welcher Entfernung die jeweiligen Menschen zu uns gekommen sind, dazu markante Sätze aus den Interviews. „Ich nahm mit was ich am Körper hatte“, heißt es da, „Ich sah mein eigenes Haus abbrennen“ oder „Ich träume oft, dass die Taliban mich umbringen, mir den Kopf abschneiden.“

Klaus Oortmann von der Sparkasse Warendorf nannte die Ausstellung bei ihrer Eröffnung „inhaltlich überschaubar, aber emotional eine der stärksten und kräftigsten die wir in den letzten fast 20 Jahren gezeigt haben“. Initiiert wurde sie vom Fachdienst für Integration und Migration des Caritasverbandes im Kreisdekanat Warendorf, maßgeblich durch die Arbeit von Thomas Reikert, Martina Höltken und Maria Tiessen.

Tatsächlich handelt es sich sogar um eine Doppelausstellung, denn bereits 2014 entstand die Ausstellung „Warendorfer Mitbürger“, die sich mit ähnlichem Ansatz mit dem Schicksal von Menschen befasst, die gemeinhin unter Schlagworten wie Gastarbeiter, Arbeitsmigranten oder Migranten zusammengefasst werden. Auch aus dieser Ausstellung sind Bilder zu sehen.

Ende Oktober wird die Doppelausstellung vom Foyer der Sparkasse in die Stadtbücherei Warendorf verlegt und wird schließlich in der Adventszeit in der LVHS Freckenhorst zu sehen sein.

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