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„Dein Tempo bestimmt mein Leben“ – Appell zum Schutz der Wildtiere

Die Zahl der Wildunfälle und deren dramatische Folgen haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Darauf macht die Rehkitzrettung Sassenberg aufmerksam und richtet einen eindringlichen Appell an alle Verkehrsteilnehmer sowie Landwirte im Kreis Warendorf: Mehr Rücksicht auf die Tierwelt ist dringend notwendig. „Richtig müsste es heißen: Dein Tempo bestimmt mein Leben“, betont Initiator Norbert Meinersmann. Zwar seien nicht alle Wildunfälle auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen, doch eine angepasste und vorausschauende Fahrweise könne viele Zusammenstöße verhindern. Im Fokus stehe dabei nicht der Sachschaden an Fahrzeugen, sondern vor allem das Leid der Tiere. Besonders tragisch ist die Situation in den Monaten von April bis Juni. In dieser Zeit bringen Rehe ihre Jungen zur Welt. Wird eine sogenannte Ricke bei einem Unfall getötet, bedeutet das häufig auch den Tod ihrer Kitze. Diese werden von der Mutter gut versteckt im hohen Gras abgelegt, um sie vor Fressfeinden zu schützen. Ohne die lebenswichtige Muttermilch überleben die Jungtiere jedoch – abhängig von der Witterung – meist nur ein bis zwei Tage. Ein qualvolles Ende ist oft die Folge. Die ehrenamtlichen Helfer der Rehkitzrettung sind deshalb vor allem in den frühen Morgenstunden und nachts im Einsatz. Mithilfe von Drohnen suchen sie Wiesen und Felder nach Wildtieren ab, um diese vor landwirtschaftlichen Arbeiten in Sicherheit zu bringen. „Tagsüber ist die Suche deutlich schwieriger und die Erfolgschancen sind gering – aber manchmal gelingt auch dann noch eine Rettung“, berichtet Meinersmann. Gefundene Tiere werden zunächst vor Ort versorgt und anschließend aufgepäppelt, bevor sie in spezialisierte Aufzuchtstationen kommen. Mit Blick auf die bevorstehende Mähsaison bitten die Tierschützer insbesondere Landwirte um Unterstützung. Die erste Mahd steht vielerorts kurz bevor, um frisches Futter für Nutztiere und Biogasanlagen zu gewinnen. „Umso wichtiger ist es jetzt, den Tieren zu helfen, die sich nicht wehren oder flüchten können“, so der Appell. Flächen sollten möglichst erst nach einer gründlichen Absuche gemäht werden, auch Terminverschiebungen seien im Sinne des Tierschutzes sinnvoll. Zudem wird empfohlen, frühzeitig ein Drohnenteam zu kontaktieren. Die Rehkitzrettung Sassenberg startet in diesem Jahr bereits in ihre achte Saison. Seit 2019 leisten die Helfer Pionierarbeit im Kreis Warendorf. In den vergangenen sieben Jahren konnten über 662 Rehkitze sowie zahlreiche andere Tiere wie Hasen, Igel, Fasanenküken, Gelege oder seltene Vogelarten vor dem Mähtod bewahrt werden. Wer sich engagieren möchte, ist willkommen. „Wer naturverbunden ist, Tiere liebt und die Ruhe der frühen Morgenstunden schätzt, ist bei uns genau richtig“, sagt Meinersmann. Die Arbeit sei zwar mit Einsatz verbunden, belohne aber mit einzigartigen Naturerlebnissen und dem guten Gefühl, Leben zu retten. Interessierte können sich direkt bei Norbert Meinersmann melden unter Tel. 0170/4336538 oder per E-Mail an Norbert.Meinersmann@ t-online.de

Weitere Informationen gibt es unter www.rehkitz-rettung-sassenberg.de

Fotos: Meinersmann