Wasser spendieren: Stadtbäume leiden schon im Frühjahr unter Trockenheit

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Der Frühling ist da: Endlich fangen die Bäume an auszutreiben und die jungen Blätter tauchen unsere Städte wieder in frisches Grün. Gerade jetzt ist unsere Stadtnatur auf genügend Feuchtigkeit angewiesen. Während viele Menschen ihre eigenen Pflanzen in der Wohnung oder auf dem Balkon regelmäßig gießen, geraten die Bäume auf öffentlichem Boden schnell in Vergessenheit. „In vielen Gebieten Deutschlands gab es in den letzten Monaten zu wenig Regen, um unsere Stadtbäume ausreichend zu wässern“, sagt Afra Heil, Expertin für Stadtnaturschutz beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Gerade in der Wachstumsphase im Frühling kann die Natur ausreichenden Niederschlag gut gebrauchen, im Moment muss sie von den Reserven zehren.“

Im letzten Sommer waren viele Kommunen auf die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger angewiesen und haben zum Gießen der Stadtbäume aufgerufen. Auch für dieses Jahr werden laut Deutschem Wetterdienst in allen Regionen Deutschlands wieder hohe Temperaturen mit viel Trockenheit erwartet daher rufen schon jetzt einige Städte zur Mithilfe auf. 

Die meisten Bäume haben in der Stadt mit Bodenverdichtung, zu kleinen Baumscheiben und Belastung durch Schadstoffe zu kämpfen. Insbesondere junge Bäume oder Flachwurzler kommen nicht an das Grundwasser heran und sind deshalb auf zusätzliche Wasserversorgung angewiesen. „Wer dem Stadtbaum vor der Haustür helfen möchte, kann die Arbeit der Kommunen und Städte beim Gießen zeitweise unterstützen“, rät Heil. Es empfiehlt sich, ausgewachsene Bäume einmal pro Woche mit circa acht bis zehn 10-Liter-Eimern zu gießen. Einmal wöchentlich eine große Menge Wasser zu gießen ist effektiver als täglich eine kleine Menge, denn nur so erreicht das Wasser auch die tiefen Wurzeln. Andernfalls verbleibt es an der Oberfläche, wo es schnell wieder verdunstet.

Die Baumscheibe sollte beim Gießen erst ein wenig angefeuchtet werden, damit die Erde das Wasser besser aufnimmt. Gießringe um den Baum können das Wasser länger in Baumnähe halten, oftmals ist ein Ring aus Erde rund um den Baum schon ausreichend. Noch besser sind große, bepflanzte Baumscheiben, denn die anderen Pflanzen halten den Boden zusätzlich locker und schützen vor direkter Sonneneinstrahlung. Durch die Auflockerung wird der Boden wiederum aufnahmefähiger. „Mit geeigneten Pflanzen lassen sich hier auch kleine Oasen für Insekten schaffen“, sagt Heil abschließend. „Das kommt nicht nur den Bäumen zu Gute, sondern verbessert auch unsere Lebensqualität in der Stadt.“

Weitere Hinweise: 
Viele Kommunen erlauben die private Bepflanzung von Baumscheiben, in der Regel ist jedoch eine gesonderte Genehmigung notwendig. Bei der Bepflanzung von Baumscheiben ist darauf zu achten, dass die Baumwurzeln nicht verletzt werden, tiefer als zehn Zentimeter sollte der Boden deshalb nicht aufgelockert werden. Wenn neue Erde aufgebracht wird, sollte diese nicht höher als zwei Zentimeter aufgeschüttet werden.

Der Erhalt von Straßen- und Parkbäumen durch Städte und Kommunen ist eine der wichtigsten Anpassungsmaßnahmen an die Erderhitzung. Neben der Nothilfe empfiehlt es sich auch direkte Verbesserungsvorschläge für den langfristigen Schutz grüner Infrastruktur direkt an Abgeordnete, Bürgermeister*innen und Stadträt*innen zu schicken. Wirksam für Bäume in der Klimakrise sind neben Maßnahmen zum allgemeinen Klimaschutz:

  • die Entsiegelung von Wegen und Plätzen, um mehr Wasser im Boden zu speichern,
  • die Vergrößerung von Baumscheiben und Grünstreifen, um Bäumen mehr Raum zu geben,
  • und die dauerhafte Bepflanzung mit geeigneten heimischen Bodenbedeckern, die den Boden vor Verdunstung schützen und Insekten Futter und Heimat bieten.

Mehr Informationen: www.bund.net/stadtnatur

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