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Bündnis „Warendorf zeigt klare Kante“ mit zwei Aktionen in der Öffentlichkeit

Beim Ehrenamtstag am 9. Mai im Zuge des „Altstadtfrühlings“ hatte das Bündnis „Warendorf zeigt klare Kante“ einen Info-Stand und freute sich über den Besuch des Bürgermeisters: (v.l.) Julian Reschke, Bürgermeister Peter Horstmann, Peter Wild, Andrea Kleene-Reschke, Jürgen Rüsel sowie Brunhild und Meinolf Venne.

Das Bündnis „Warendorf zeigt klare Kante“ hat sich am vergangenen Wochenende mit zwei Aktionen in der Öffentlichkeit präsentiert und zeigt sich zufrieden mit der Resonanz und freut sich über den inhaltlichen Zuspruch aus der Bürgerschaft.

Zum Jahrestag des Kriegsendes am 8. Mai 1945 hat das Bündnis in Kooperation mit der Stadt Warendorf im Foyer des Historischen Rathauses am Markt die Aufzeichnung der legendäre Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker (1920-2015) gezeigt, die der frühere CDU-Spitzenpolitiker am 8. Mai 1985 im Bundestag gehalten hat. Die Idee dazu hatte Bündnis-Mitglied Dr. Magdalene Heuvelmann: „In der Erinnerungskultur hat Richard von Weizsäcker 1985 eine Wende eingeleitet: Der 8. Mai gilt von nun an als Tag der Befreiung. Endlich! Seine Rede ist schon deshalb ein zentrales Dokument zum Verhältnis der Deutschen zum Nationalsozialismus.“

Bündnis-Sprecher Ralf Strangfeld dankte in seiner Begrüßung Bürgermeister Peter Horstmann für dessen Bereitschaft, das Rathaus als zentralen Ort der lokalen Demokratie für diese Kooperationsveranstaltung zu öffnen: „Das ist eine bemerkenswerte Positionierung der Stadt zur Arbeit unserer Initiative.“ Vor Beginn der Vorführung verlas Peter Wild ein Grußwort, das der frühere Bundestagsabgeordnete aus Münster und ehemalige CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz (79) zu der Bündnis-Veranstaltung übermittelt hatte: „Ohne den 8. Mai hätten die Nationalsozialisten ihr Zerstörungswerk fortsetzen können. An den 8. Mai als Ende dieses Zerstörungswerks zu erinnern, ist deshalb richtig und notwendig.“

Mit ungeteilter Aufmerksamkeit und auch Erstaunen, wie aktuell und zukunftsweisend die immerhin 41 Jahre alten Aussagen sind, verfolgten die Teilnehmer die auf eine Leinwand projizierte Rede von Weizsäckers und applaudierten am Ende. Nicht zuletzt in den Ausführungen des prominenten Redners über Schuld und Verantwortung, über Vertreibung und Migration wurden Anknüpfungspunkte zu aktuellen Diskussionen gesehen. Wenn von Weizsäcker betone, dass die Ursache für Flucht, Vertreibung und Unfreiheit nicht im Ende des Kriegs 1945, sondern im Beginn der Gewaltherrschaft 1933 liege, dann sei das auch mit Blick auf den in Warendorf aktuell wieder aufgeflammten Streit um die Agnes-Miegel-Tafel so zu sehen, sagte Beatrix Fahlbusch: „An der Mauer dieses Rathauses wird mit der 1955 angebrachten Tafel der Opfer von Flucht und Vertreibung allein der Deutschen von 1945/1946 erinnert.  Das verschweigt, ohne eine Erklärung, noch immer, dass es die deutsche Regierung war, die mit ihrer unmenschlichen Gewaltherrschaft den Krieg, der am Ende über 55 Millionen Tote kostete, sechs Jahre zuvor begonnen hatte. Das eben führte zu Flucht und Vertreibung.“

Die Verbindung zu aktuellen Tendenzen in der politischen Entwicklung in Deutschland stellte auch Ruprecht Polenz in seinem Grußwort heraus: „Zu fragen, wie es seit den 1920er-Jahren zu dieser Entwicklung kommen konnte, an deren Ende der 1. September 1939 und der 8. Mai 1945 stehen, ist wichtig, um die Zeichen rechtzeitig zu erkennen, die uns heute wieder zurückführen könnten in einen ausgrenzenden und überheblichen völkischen Nationalismus, der nur ins Elend führen kann.“

Auch am Stand des Bündnisses auf der Münsterstraße zum „Ehrenamtstag“ am 9. Mai hätten die Reaktionen von Bürgerinnen und Bürgern gezeigt, dass die Arbeit und die Aktionen der noch jungen Initiative für Demokratie, Menschenrechte und bunte Vielfalt bei vielen Menschen positiv aufgenommen werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Bündnisses.

Im Foyer des Historischen Rathauses präsentierte am 8. Mai, dem Jahrestag des Kriegsendes 1945, das Bündnis „Warendorf zeigt klare Kante“ auf einer Leinwand die Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker.
Im Foyer des Historischen Rathauses präsentierte am 8. Mai, dem Jahrestag des Kriegsendes 1945, das Bündnis „Warendorf zeigt klare Kante“ auf einer Leinwand die Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker.
Beim Ehrenamtstag am 9. Mai im Zuge des „Altstadtfrühlings“ hatte das Bündnis „Warendorf zeigt klare Kante“ einen Info-Stand und freute sich über den Besuch des Bürgermeisters: (v.l.) Julian Reschke, Bürgermeister Peter Horstmann, Peter Wild, Andrea Kleene-Reschke, Jürgen Rüsel sowie Brunhild und Meinolf Venne.

Fotos: Bündnis „Warendorf zeigt klare Kante“