Die Jahreshauptversammlung der Leichtathletik-Abteilung der Warendorfer Sportunion stand in diesem Jahr ganz im Zeichen von Kontinuität, Aufbruch und eines emotionalen Abschieds. Denn nach elf Jahren als 1. Vorsitzende verabschiedete sich Pia Seck aus dem höchsten Amt der Abteilung. Ein Abschied, der noch einmal deutlich machte, wie sehr sie die Warendorfer Leichtathletik in den vergangenen Jahren geprägt hat.
Schon zu Beginn der Versammlung wurde deutlich, wie lebendig die WSU-Leichtathletik aktuell aufgestellt ist. In ihrem letzten Bericht als erste Vorsitzende zog Pia Seck eine positive Bilanz: Die Mitgliederzahlen entwickeln sich weiterhin stabil nach oben, das Trainingsangebot wächst und insbesondere bei Kindern und Jugendlichen bleibt die Nachfrage hoch. Aktuell zählt die Abteilung ca. 450 Mitglieder, ein enormer Anstieg seit den letzten 11 Jahren (2015: 277 M.). Woche für Woche sorgen 23 Übungsleiter dafür, dass im Stadtstadion und in den Sporthallen der Bundeswehr trainiert werden kann. Das Angebot wurde im vergangenen Jahr weiter ausgebaut. Neben den regulären Trainingseinheiten konnte samstags eine zusätzliche Krafttrainingseinheit für Teile der Leistungsgruppe eingerichtet werden. Gleichzeitig verzeichnet die Abteilung weiterhin zahlreiche Schnupperanfragen, ein Zeichen für die Attraktivität und gute Entwicklung der Leichtathletik in Warendorf.
Sportlich blickte die Versammlung ebenfalls auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Athletinnen und Athleten der Altersklassen U8 bis U20 waren bei zahlreichen Wettkämpfen in ganz Westfalen und darüber hinaus vertreten. Viele persönliche Bestleistungen, Platzierungen in den Bestenlisten des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW), Westfalenmeistertitel sowie Starts bei Deutschen Meisterschaften unterstrichen die positive Entwicklung der Nachwuchsarbeit.
Besonders hervorgehoben wurde erneut der Emssee-Lauf als Aushängeschild der Abteilung. Beim 45. Warendorfer Emssee-Lauf im September 2025 erreichten erstmals offiziell mehr als 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Ziel, genau 1.030 Finisher bedeuteten einen neuen Rekord für die Traditionsveranstaltung. Großer Dank galt dabei dem Organisationsteam um Pia Seck, Tobias Eselgrim und Niklas Polomka sowie den vielen Helferinnen und Helfern entlang der Strecke und den Sponsoren.
Neben dem Rückblick standen auch wichtige Zukunftsthemen auf der Tagesordnung. Die fortlaufende Sanierung des Stadtstadions bleibt eines der zentralen Projekte der kommenden Jahre. Nach der Errichtung der Hochsprunganlage wird die Abteilung nun unter anderem den Kugelstoßring einbauen und sie bemüht sich weiter um eine vernünftige Lager- und Umkleidemöglichkeit. Die moderne Sportanlage gilt inzwischen für viele Mitglieder als sichtbares Zeichen dafür, was gemeinschaftliches Engagement im Verein bewegen kann.
Auch organisatorische Themen wurden während der Versammlung behandelt. Die Kassenprüfer Willy Rothaus und Sven Krampe bescheinigten dem Vorstand eine ordnungsgemäße und lückenlose Kassenführung ohne Beanstandungen. Im Anschluss wurde der Vorstand mit großer Mehrheit entlastet.
Mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgten die Mitglieder anschließend die Vorstandswahlen. Bereits im Vorfeld hatte Pia Seck angekündigt, nach elf Jahren nicht erneut für das Amt der ersten Vorsitzenden kandidieren zu wollen. Zu ihrem Nachfolger wurde Ullrich Weißen gewählt, der zuvor bereits als Kassenwart tätig war. Die Wahl markierte zugleich einen emotionalen Höhepunkt des Abends. Denn mit Pia Seck verabschiedete sich eine Vorsitzende, die die WSU-Leichtathletik über Jahrzehnte hinweg entscheidend geprägt hat. Bereits 1995 wurde sie Mitglied der WSU, fand 1999 zur Leichtathletik und engagierte sich seit 2005 u.a. als Trainerin, Kampfrichterin, Jugendwartin und Pressewartin für die WSU und für die damalige LG Ems, sowie beim Orga-Team des Emssee-Laufs. Zusätzlich trainierte sie selbst vier Mal in der Woche überwiegend für die Sprint- und Sprung-Disziplinen unter der Leitung von Ingo Schönfeld und Jörg-Helge Valley und lief 2015 dann sogar ihren ersten Marathon.
Ihr Lebenswerk besteht dabei nicht nur aus Ämtern und Zahlen, sondern vor allem aus den vielen Menschen, die sie begleitet und geprägt hat. Generationen von Kindern und Jugendlichen haben unter ihrer Anleitung ihre ersten Wettkämpfe bestritten, persönliche Erfolge gefeiert und Gemeinschaft erlebt. Viele heutige Trainerinnen, Trainer und Helfende sind selbst durch ihre Arbeit in der Abteilung groß geworden. Seck verstand Vereinsarbeit nie als Verwaltung, sondern als Verantwortung für Menschen. Sie war Organisatorin, Ansprechpartnerin, Fahrerin, Motivatorin und oft diejenige, die im Hintergrund dafür sorgte, dass alles funktionierte. Mit ihrer souveränen, verbindlichen Art prägte sie über Jahre die Kultur der gesamten Abteilung.
2015 übernahm sie spontan mit gerade einmal 23 Jahren den Vorsitz der Abteilung, in einer Phase großer Veränderungen. Sie begleitete die Auflösung der LG Ems, führte die Abteilung durch die schwierigen Corona-Jahre und setzte sich mit großem Einsatz für die Sanierung des Stadtstadions ein. Gleichzeitig blieb sie immer nah am eigentlichen Vereinsleben: bei Wettkämpfen, Trainingslagern, Vereinsmeisterschaften oder als Ansprechpartnerin für Kinder, Eltern und Trainerteam.
In einer persönlichen Laudatio würdigte Udo Lakemper ihren langjährigen Einsatz. Er hob insbesondere ihre Verlässlichkeit, ihre durchsetzungsstarke Art und ihre Bereitschaft hervor, Verantwortung zu übernehmen, ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen. Der langanhaltende Applaus der Mitglieder zeigte deutlich, welche Wertschätzung Pia Seck innerhalb der Abteilung genießt.
Ganz verabschiedet hat sie sich allerdings nicht: Direkt im Anschluss wurde sie zur neuen Kassenwartin gewählt und bleibt der WSU-Leichtathletik damit weiterhin eng verbunden, ebenso wie als Trainerin und feste Größe im Vereinsalltag. Denn ohne die Leichtathletik kann sie einfach nicht, die gehört zu ihrem Leben dazu.
Auch die weiteren Wahlen verliefen harmonisch. Karla Weißen wurde als Jugendwartin bestätigt, mehrere Beisitzerinnen und Beisitzer wurden neu gewählt beziehungsweise wiedergewählt. Zudem bestätigten die Mitglieder Tobias Kreimann einstimmig im Amt des Pressewarts.
Zum Abschluss der Versammlung wurden weitere Themen aus dem Vereinsalltag diskutiert, darunter Datenschutz bei Bild- und Videoaufnahmen sowie eine stärkere Verzahnung mit dem Lauftreff.
Die Stimmung am Ende der Versammlung machte vor allem eines deutlich: Die WSU-Leichtathletik versteht sich nicht nur als Sportabteilung, sondern als starke Gemeinschaft. Eine Gemeinschaft, die von Menschen lebt, die Verantwortung übernehmen, mit anpacken und den Verein mit Leidenschaft tragen. Genau deshalb war dieser Abend weit mehr als eine formale Jahreshauptversammlung, sondern zugleich ein Abend voller Dankbarkeit, Erinnerungen und Zuversicht für die Zukunft.

v.l.n.r.: Hanna Weißen, Franka Wessel, Friederike Rücker (alle Beisitzerinnen), Karla Weißen (Jugendwartin), Bernd Horstmann (Beisitzer), Ulrich Weißen (1. Vorsitzender), Tobias Eselgrim (Sportwart), Pia Seck (Kassenwartin), Birgit Lerchner (Wettkampfwartin), Kathrin Plaskaty (Beisitzerin), Udo Lakemper (2. Vorsitzender), es fehlt Tobias Kreimann (Pressewart)

Fotos: WSU
