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Mehr als je zuvor: Schützenverein Sassenberg knackt neue Mitgliedsrekorde

Wären es Festgeldzinsen wäre die Freude mindestens ebenso groß: Um glatte 1,2 Prozent ist die Zahl der Mitglieder im Sassenberger Bürgerschützenverein gestiegen. Genau 2214 Personen verzeichnet die Kartei zum Tag der Generalversammlung, die am Samstag, dem 20. März in der bestens besuchten Schützenhalle stattfand. Beim genauen statistischen Vergleich der Jahresendzahlen lag der Zugewinn mit 1,7 Prozent und effektiv 2226, davon 301 Frauen, sogar noch höher. 114 Neuaufnahmen stehen 76 Abgänge gegenüber. 

Und sie sind nicht nur mehr als jemals zuvor, sie haben sich auch verjüngt, wie Sven Lackamp berichtete: Das Durchschnittsalter liegt jetzt bei genau 49,0 Jahren.

Gefühlt noch jünger, und das altersunabhängig, waren die Schützenschwestern und -brüder bei der Versammlung. Die ist, so Präsident Frank Deitert in seinen Begrüßungsworten „mehr als Tagesordnung und Protokolle. Sie ist der Startschuss!“

Den begingen sie mit bester Laune, Krombacher statt Warsteiner, da sie einen neuen Fünfjahresvertrag mit dieser Brauerei haben, der Musik vom Fanfarenzug Sassenberger Landsknechte und einem vollen Programm, das allerdings um die Regularien nicht herum kam. Kurz nach Beginn erfolgte bereits die traditionelle Ehrung der Anwesenden jener 39 Mitglieder, die vor 25 Jahren in den größten Schützenverein der Region eintraten.

Dem es finanziell gut geht, wie der zweite Lackamp im Vorstand – „Zwei Lackamps im Vorstand ist kein Fehler sondern doppelte Qualität!“ (Originalton des Präsidenten) – Kassierer Fabian Lackamp berichtete. Zwar habe die Reparatur des Hallendachs eine enorme Ausgabe dargestellt, aber „sonst hätten wir bald keine Halle mehr“. Der Gesamtsaldo bietet keinen Anlass, die Mitgliedsgebühren zu erhöhen. Sie bleiben, mit Ausnahme der um 10€ gestiegenen Paketmitgliedschaft, gleich. Anders als der Vorstand, in dem es neben Wiederwahlen einige Veränderungen gab. Mit einer gelungenen Rochade konnte der scheidende Kommandeur des „Corps der

ehemaligen Könige“, Werner Storck, nunmehr als Beisitzer weiter im Vorstand bleiben und kann damit erneut zum Vizepräsidenten gewählt werden. Alles andere hätte Präsident Deitert auch deutlich bedauert.

Bedauernswert, so lassen sich die Stehenden Ovationen der Versammlung interpretieren, ist das Ausscheiden von Theresa Ostkamp, da sie als Kommandeurin der Damenkompanie von Johanna Tarner abgelöst wurde. Ostkamp habe in 10 Jahren Großes geleistet, die Damenkompanie nicht nur geleitet sondern sie inspiriert und aufgebaut, betonte Deitert.

Ebenso gefeiert wurde Bernhard Kunstleve, dessen Ausscheiden das Ende eine Ära markiert. „Nicht als Floskel, sondern Tatsache“, sagte Deitert. Die Kinderschützenfeste seien Kunstleves Herzstück gewesen. „Ganze Generationen sind mit seinen Kinderschützen aufgewachsen“, unterstrich der Präsident seinen „riesigen Dank“ an den langjährigen Wegbegleiter, der vor 22 Jahren in den Vorstand aufrückte. Ihm folgt Michael „Buffo“ Maßmann, der bei  seiner Wahl, sehr zum Gelächter er Anwesenden,  pünktlich auf die Sekunde zur Versammlung stieß.

Eine Neuerung von der alle Sassenberger, vor allem die Besucher der Sportplätze und des Brook profitieren werden, ist die Zurverfügungstellung des bisherigen Zeltplatzes als Parkplatz. Auf der Fläche neben der Schützenhalle, auf der beim Schützenfest das Zelt steht „wächst an 350 von 365 Tagen das Gras, sonst nix“, erläuterte Deitert den Entschluss, die Fläche ab 1. April – kein Scherz! – für 1.000 Euro für die Vereinskasse an die Stadt Sassenberg abzugeben, wobei dem Verein das vorrangige Nutzungsrecht bleibt.

Zum Schützenfest Mitte Juli, zu dem als Gäste Kinderdisco-König Volker Rosin, Olaf „der Flipper“ vom ehemaligen Trio „Die Flippers“ und, als zweiter Versuch, die Feldmann-Raupe erwartet werden, steht das Zelt wieder am angestammten Platz. Besonderes Highlight zum Schützenfest wird das 105-jährige „Jubiläum“ sein, das die Ehrengarde mit zahlreichen Gästen nachfeiert, weil ihre 100 Jahr Feier durch Corona ausgefallen war.

Theresa Ostkamp (rechts) habe die Damenkompanie nicht nur geleitet sondern sie inspiriert und aufgebaut, betonte Präsident Frank Deitert.

Die „25er“, wie immer an einem gemeinsamen Tisch.

Stehende Ovationen für Bernhard Kunstleve, der ganze Generationen mit den von ihm verantworteten Kinderschützenfesten aufwachsen sah

Fotos: Rieder