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Gelungene Premiere in der Stadtbücherei

Volles Haus in der Stadtbücherei Warendorf, als Marion und Markus von Hagen dort zum ersten Mal ihr Programm „Literatur für Liebhaber“ präsentierten. Joseph von Eichendorff war das Thema und mit „Es war, als hätt‘ der Himmel die Erde still geküßt“ (Der Anfang des Gedichts „Mondnacht“) schafften sie sofort die passende Atmosphäre und erzeugten beim Publikum ein wiedererkennendes Nicken.

In bewährter Rollenverteilung gaben sie viele weitere Kostproben aus Eichendorffs Schaffen und Einblicke in sein Leben als Adliger in der Zeit nach der Französischen Revolution.

Markus von Hagen las pointiert aus der bekanntesten Novelle Eichendorffs „Aus dem Leben eines Taugenichts“. Dieser junge Mann wollte den Moralpredigten seines Vaters entfliehen und ein individuelles Leben führen, heute würde man sagen, eine Work-Life-Balance erreichen.

Anhand weiterer Texte stellten Marion und Markus von Hagen Eichendorffs politische Einstellungen als eher monarchisch-konservativ heraus und beleuchteten auch eher unbekannte Facetten seines Schaffens, z.B. Gedichte zum Bau des Kölner Doms oder zu den Deutschordensrittern, für die Heinrich Heine nur Spott gehabt hätte. Andererseits gebe es keine antisemitischen Ausfälle bei Eichendorff.

Als Fazit fassten Marion und Markus zusammen, Eichendorffs Dichtung habe keinen „Beunruhigungswert“ gehabt, aber unvergessliche Formulierungen voller Lebensmut geschaffen. Dem stimmte das begeisterte Publikum mit großem Applaus zu. 

Ein Textheft rundete den Abend ab und lädt zum Weiterlesen ein. Der Förderverein der Stadtbücherei bot passende Getränke an.

Nach diesem gelungenen Auftakt soll die Reihe künftig alle zwei Monate in der Stadtbücherei fortgesetzt werden – jeweils mit einem neuen literarischen Schwerpunkt. So können sich die Warendorfer Literaturfreunde am Dienstag, 26. Mai 2026 auf Rainer Maria Rilke freuen.

Foto: Stadt Warendorf