Seit nahezu 20 Jahren unterstützt der Caritas-Warenkorb Menschen in Warendorf, deren Einkommen nicht ausreicht, um den täglichen Bedarf zu decken. Was am 1. Dezember 2006 mit einer kleinen Lebensmittelausgabe im Pfarrheim St. Laurentius begann, hat sich zu einer festen Institution in der Stadt entwickelt. Anlässlich des baldigen Jubiläums blicken Josef Hörnemann, der den Aufbau des Warenkorbs als damaliger hauptamtlicher Mitarbeiter des Caritasverbandes im Kreisdekanat Warendorf maßgeblich begleitet hat, und Heiner Schoppmann, der den Warenkorb heute ehrenamtlich leitet, gemeinsam auf die Anfänge und die Entwicklung der vergangenen zwei Jahrzehnte zurück.
Die Idee entstand Mitte der 2000er Jahre in den Pfarrcaritas-Gruppen von St. Josef und St. Laurentius. Vorbilder waren Warenkörbe und Tafeln in anderen Städten. Eine treibende Kraft war Johanna Lienkamp, die das Projekt mit großem Engagement vorantrieb und die ersten Jahre als Teamleiterin prägte.
„In Ahlen gab es bereits einen Warenkorb. Da haben wir gesagt: So etwas brauchen wir auch in Warendorf“, erinnert sich Josef Hörnemann. Nach Besuchen bestehender Einrichtungen, intensiven Vorbereitungen und der Suche nach geeigneten Räumen öffnete der Caritas-Warenkorb Ende 2006 erstmals seine Türen.
Schon bald zeigte sich, wie groß der Bedarf war. Nach einem Zwischenstopp in der Oststraße zog der Warenkorb im Jahr 2008 an den Kletterpohl. „Mit dem Umzug ist aus einer Initiative eine richtige Einrichtung geworden“, sagt Hörnemann. Heute ist der Warenkorb in größeren Räumen an der Münsterstraße zuhause und bietet deutlich bessere Bedingungen für die Ausgabe und Lagerung der Lebensmittel.
Dass sich der Warenkorb über zwei Jahrzehnte so erfolgreich entwickeln konnte, ist vor allem dem großen ehrenamtlichen Engagement zu verdanken. Rund 115 Ehrenamtliche sorgen heute dafür, dass Lebensmittel abgeholt, sortiert und an die Kundinnen und Kunden ausgegeben werden. Unterstützt wird die Arbeit durch zahlreiche Supermärkte, Unternehmen, Vereine und Spenderinnen und Spender aus Warendorf. Viele Partnerschaften bestehen bereits seit den Anfängen des Projekts.
Für Heiner Schoppmann, der den Warenkorb heute ehrenamtlich leitet, sind die Ehrenamtlichen das Herzstück der Einrichtung. „Mein stärkstes Gefühl ist die Dankbarkeit gegenüber den Ehrenamtlichen“, sagt er. „Ein kleines Dankeschön ist oft genau das, was sie brauchen, um weiterzumachen.“
Die Herausforderungen haben sich in den vergangenen 20 Jahren verändert. Wirtschaftliche Krisen, steigende Lebenshaltungskosten und Fluchtbewegungen haben dazu geführt, dass immer mehr Menschen auf Unterstützung angewiesen sind. Aus einer wöchentlichen Ausgabe sind inzwischen drei Ausgabetage geworden. Auch die Beschaffung von Lebensmitteln beschäftigt das Team zunehmend. „Wir können nur das weitergeben, was wir bekommen“, sagt Schoppmann. Besonders Grundnahrungsmittel und Hygieneartikel seien immer wieder gefragt.
Trotz aller Herausforderungen blicken Hörnemann und Schoppmann mit großer Zuversicht auf den Warenkorb. Für beide steht fest, dass die Einrichtung aus Warendorf nicht mehr wegzudenken ist. „Der Warenkorb gehört zu Warendorf“, bringt es Josef Hörnemann auf den Punkt.
Seit 20 Jahren verbindet der Caritas-Warenkorb praktische Hilfe mit gelebter Solidarität. Möglich wird dies durch das Zusammenspiel von Ehrenamtlichen, Spenderinnen und Spendern, Unternehmen, Kirchengemeinden und dem Caritasverband – und durch viele Menschen, die sich Woche für Woche dafür einsetzen, dass Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird.
„Auch wenn die Gründe, die den Caritas-Warenkorb bis heute haben bestehen lassen, wenig erfreulich sind, möchten wir dieses besondere Jubiläum und das 20-jährige Bestehen und Engagement gerne feiern“, berichtet Kathrin Mennemann, Referentin für den Fachbereich Gemeindecaritas. „Dazu darf man sich gerne schon den 1. Oktober 2026 ab 15 Uhr vormerken.“
Gesucht werden darüber hinaus noch Geschichten von Menschen, die in den letzten 20 Jahren Erfahrungen mit dem Warenkorb gesammelt haben, sei es als Engagierte, als Kunden oder Unterstützerinnen. Interessenten können sich dazu gerne an Caritas-Pressesprecher Roman Sauter (02581 945956) wenden.

Stehen für die Geschichte und Gegenwart des Caritas-Warenkorbs in Warendorf: (v. l.) Josef Hörnemann, Heiner Schoppmann und Kathrin Mennemann (Foto: Caritasverband/Sauter).
