Wenn die historische Altstadt in ein Meer aus roten Bungen-Lampions getaucht wird, festlich geschmückte Marienbögen den Weg durch die Innenstadt säumen und auf dem Lohwall Karussells, Musik und der Duft von gebrannten Mandeln die Besucher begrüßen, dann steht Warendorf wieder ganz im Zeichen von Mariä Himmelfahrt. Vom 15. bis 18. August 2026 verwandelt sich die Emsstadt erneut in eine lebendige Festmeile. Das traditionsreiche Heimatfest vereint auf einzigartige Weise kirchliche Feierlichkeiten, jahrhundertealtes Brauchtum, eine große Kirmes und das Bürgerschützenfest – eine Kombination, die Besucher aus dem gesamten Münsterland und weit darüber hinaus anzieht.
Ein Fest mit 275-jähriger Geschichte
Das Herzstück des Heimatfestes ist das kirchliche Hochfest Mariä Himmelfahrt. Bereits seit 1752 bildet es den geistlichen Mittelpunkt der Feierlichkeiten. Im kommenden Jahr blickt Warendorf damit auf 275 Jahre gelebte Tradition zurück. Über Generationen hinweg hat sich das Fest zu einem festen Bestandteil des kulturellen und religiösen Lebens der Stadt entwickelt und verbindet bis heute Glauben, Gemeinschaft und Heimatverbundenheit.
Doch das eigentliche Festwochenende ist nur der Höhepunkt einer umfangreichen Festwoche. Bereits Anfang August beginnt ein abwechslungsreiches Programm mit Gottesdiensten, Konzerten, Vorträgen und kulturellen Veranstaltungen.
Den musikalischen Auftakt bildet am 9. August der Warendorfer Orgelsommer. Um 17 Uhr eröffnet der international bekannte Organist Wolfgang Seifen aus Berlin mit einem Konzert an der historischen Fleiter-Orgel in der Pfarrkirche St. Laurentius den Konzertreigen.
Am 10. August stellt Bruder Paulus sein Buch „Stark durch den Wandel – Warum der Himmel erdklar macht“ vor. Am 13. August lädt das Westpreußische Landesmuseum Kinder ab sechs Jahren zur „Himmlischen Werkstatt“ ein. Ebenfalls an diesem Tag findet der traditionelle Wallfahrtsgottesdienst der Frauen in der Laurentiuskirche statt.
Feierliche Hochämter und beeindruckende Stadtprozession
Der erste große Höhepunkt des Festwochenendes folgt am Samstag, 15. August, um 18 Uhr mit dem feierlichen Hochamt in der Pfarrkirche St. Laurentius. Die Predigt hält Prälat Peter Kossen aus Lengerich. Für die musikalische Gestaltung sorgt die Laurentiuskantorei gemeinsam mit Chor und Orchester unter der Leitung von Ute Roddey. Zur Aufführung kommt die eindrucksvolle „Missa Sancti Francisci Assisiensis“ des slowenischen Komponisten Damijan Mocnik.
Im Anschluss setzen weitere geistliche Konzerte in der Klosterkirche sowie in der Marienkirche den musikalischen Festabend fort.
Der Sonntag beginnt um 9 Uhr mit dem zweiten Festhochamt in St. Laurentius. Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst vom Chor Kreuz & Quer unter der Leitung von Elke Blienert.
Anschließend richtet sich der Blick auf den wohl bekanntesten Programmpunkt des gesamten Heimatfestes. Um 10 Uhr setzt sich die Große Stadtprozession vom Kirchplatz der Laurentiuskirche aus in Bewegung. Sie führt durch die historische Innenstadt unter den kunstvoll errichteten Marienbögen hindurch und wird Jahr für Jahr von zahlreichen Vereinen, Fahnenabordnungen, Geistlichen und tausenden Gläubigen begleitet. Die Prozession endet mit dem feierlichen Schlusssegen in der Laurentiuskirche. Danach sind alle Besucher zu einem offenen Empfang im Hotel „Im Engel“ eingeladen.
Wenn Warendorfs Altstadt im roten Lichtermeer erstrahlt
Weltweit einzigartig ist die Atmosphäre, die Warendorf am Samstagabend bietet. Nach Einbruch der Dunkelheit werden die Straßenlaternen ausgeschaltet. Stattdessen erhellen unzählige rote Bungen-Lampions die Altstadt und tauchen Straßen und Plätze in ein warmes, stimmungsvolles Licht.
Die liebevoll errichteten Marienbögen bilden dabei das markante Wahrzeichen des Heimatfestes. Jahr für Jahr werden sie von den Bogengemeinschaften aufgebaut, während die Anwohner ihre Häuser mit den traditionellen Lampions schmücken. Gleichzeitig laden die festlich beleuchteten Kirchen – St. Laurentius, St. Marien, die Klosterkirche und die Christuskirche – zu musikalischen Darbietungen und Momenten der Besinnung ein.
Ein weiterer Blickfang sind die zahlreichen Marienbildnisse in den Schaufenstern entlang des Prozessionsweges. Unter dem Titel „Gesichter Mariens“ präsentieren Geschäfte ganz unterschiedliche Darstellungen der Gottesmutter und machen so den Stadtrundgang zu einem besonderen Erlebnis.
Wer die Geschichte dieses außergewöhnlichen Brauchtums näher kennenlernen möchte, kann an den öffentlichen Führungen „Triumphbögen & Trompetenklänge“ teilnehmen. Dabei erfahren die Teilnehmer Wissenswertes über die Entstehung der Bögen, ihre Symbolik und die Entwicklung des Heimatfestes im Laufe der Jahrhunderte.
Aufgrund der laufenden Bauarbeiten in der Altstadt müssen Besucher in diesem Jahr allerdings auf einige der bekannten Marienbögen verzichten. Betroffen sind die Standorte an der Münsterstraße, der Freckenhorster Straße sowie an der Unteren Brünebrede.
Vier Tage Kirmes mit spektakulären Neuheiten
Parallel zum kirchlichen Festgeschehen lädt die Mariä-Himmelfahrt-Kirmes auf dem Festplatz Lohwall/Linnenwiese vier Tage lang zum Vergnügen für die ganze Familie ein. Rund 120 Schausteller sorgen mit modernen Fahrgeschäften, klassischen Attraktionen und zahlreichen Imbissständen für beste Unterhaltung.
Gleich zwei spektakuläre Premieren warten in diesem Jahr auf die Besucher. Erstmals gastiert das Hochgeschwindigkeitsfahrgeschäft „Shock Wave“ der Schaustellerfamilie Hortz in Warendorf. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern und einer Belastung von vier G verspricht es jede Menge Adrenalin. Ebenfalls neu ist das Überkopf-Fahrgeschäft „Salto Mortale“ der Schaustellerfamilie Weber.
Natürlich fehlen auch die beliebten Klassiker nicht: Panorama-Riesenrad, Autoscooter, Kinderfahrgeschäfte, Spiel- und Losbuden sowie zahlreiche gastronomische Angebote laden zum Bummeln und Genießen ein.
Die Kirmes wird am Samstag um 15 Uhr durch den stellvertretenden Bürgermeister Johannes Austermann gemeinsam mit einem Vertreter der Schausteller-AG eröffnet. Kinder erhalten dabei ein Lebkuchenherz mit Glücksnummer. Insgesamt werden zehn Bummeltüten verlost – fünf direkt auf dem Festplatz und fünf bereits im Vorfeld über die Social-Media-Kanäle der Stadt. Bis 18 Uhr gilt zudem die Aktion „Einmal zahlen – zweimal fahren“.
Eine originelle Idee wartet am Sonntag auf alle Besucherinnen mit dem Vornamen Maria: Zwischen 12 und 18 Uhr dürfen sie kostenlos im 35 Meter hohen Panorama-Riesenrad mitfahren.
Der Montag steht ganz im Zeichen des Familientages. Viele Fahrgeschäfte bieten rund 30 Prozent Preisnachlass, sodass sich der Kirmesbesuch besonders für Familien lohnt. Für die jüngsten Gäste gastiert an allen vier Tagen die Puppenbühne „Valentino“ mit jeweils zwei kostenlosen Vorstellungen.
Den traditionellen Schlusspunkt setzt am Dienstagabend gegen 22 Uhr das große Brillantfeuerwerk über dem Kirmesplatz.
Bürgerschützen feiern parallel ihr Schützenfest
Zeitgleich mit dem Heimatfest veranstalten auch die Warendorfer Bürgerschützen ihr traditionelles Schützenfest. Gefeiert wird vom 14. bis 17. August auf den Kleinspielfeldern am Freibad.
Zu den eindrucksvollsten Programmpunkten zählt der Große Zapfenstreich, der am Sonntagabend um 21 Uhr auf dem festlich illuminierten Marktplatz stattfindet. Er wird zu Ehren des scheidenden Kaiserpaares Dirk und Ute Bußmann durchgeführt und zählt alljährlich zu den emotionalsten Momenten des Schützenfestes.
Am Montag treten die Formationen zunächst auf dem Marktplatz an, bevor sie durch die Innenstadt marschieren. Anschließend folgt die Parade. Am Nachmittag richtet sich die Aufmerksamkeit auf das Königsschießen, bei dem die neue Regentschaft der Bürgerschützen ermittelt wird.
Ein Fest, das Warendorf verbindet
Mariä Himmelfahrt ist weit mehr als eine Kirmes oder ein kirchliches Hochfest. Das Fest verbindet seit Generationen Menschen unterschiedlichster Altersgruppen und schafft eine Atmosphäre, in der Glaube, Tradition, Ehrenamt und Geselligkeit harmonisch miteinander verschmelzen. Unzählige Ehrenamtliche, Kirchengemeinden, Bogengemeinschaften, Schausteller, Vereine und Institutionen tragen Jahr für Jahr dazu bei, dass dieses außergewöhnliche Heimatfest gelingen kann.
Gerade diese einzigartige Mischung macht Mariä Himmelfahrt zu einem der bedeutendsten Heimatfeste im Münsterland. Wer Warendorf in diesen Tagen besucht, erlebt eine Stadt, die ihre Geschichte pflegt, ihre Traditionen lebt und ihre Gäste herzlich willkommen heißt.
Das vollständige Programm der Festwoche, Informationen zu Gottesdiensten, Konzerten, Stadtführungen, Kirmes und Bürgerschützenfest sind unter www.maria-himmelfahrt-warendorf.de erhältlich.
