1. Warendorfer Sprung- und Wurfmeeting bringt Athletinnen und Athleten aus der Region und den Niederlanden nach Warendorf.
Manchmal lohnt sich ein Blick zurück ganz besonders: Vier Wochen nach der Premiere ist es an der Zeit, noch einmal auf einen besonderen Tag in der Warendorfer Leichtathletik zurückzublicken. Am 12. Juli veranstaltete die Leichtathletikabteilung der Warendorfer Sportunion erstmals das Warendorfer Sprung- und Wurfmeeting im neu sanierten Warendorfer Stadtstadion. Bei bestem Sommerwetter gingen rund 75 Athletinnen und Athleten in den Disziplinen Weitsprung, Dreisprung, Hochsprung und Kugelstoßen an den Start.
Für die Warendorfer Leichtathletik war die Veranstaltung weit mehr als ein gewöhnlicher Wettkampftag. Nach rund 15 Jahren konnte die Abteilung erstmals wieder einen landesoffenen stadionnahen Wettkampf in Warendorf ausrichten. Zuvor fehlte über lange Zeit eine geeignete Wettkampfstätte, auch das frühere Stadion der Bundeswehr stand für solche Veranstaltungen nicht mehr zur Verfügung. Mit der neuen Tartanbahn und den verbesserten Anlagen ist nun endlich wieder möglich, was sich die Leichtathleten seit Jahren gewünscht und erarbeitet haben.
Dass das Stadtstadion heute über sechs Laufbahnen verfügt, ist dabei keineswegs selbstverständlich. Die Leichtathletikabteilung hatte sich in den vergangenen Jahren mit großem Engagement dafür eingesetzt, dass nicht bei den ursprünglich vorgesehenen vier Bahnen Halt gemacht wurde. Denn sechs Bahnen sind die notwendige Voraussetzung, um beispielsweise Kreismeisterschaften in der Leichtathletik überhaupt austragen zu können. Neben finanzieller Unterstützung waren dafür auch erhebliche Eigenleistungen der Abteilung notwendig, die inzwischen abgeschlossen werden konnten.
Das erste Meeting zeigte eindrucksvoll, was aus der neuen Infrastruktur entstehen kann. Athletinnen und Athleten aus verschiedenen umliegenden Vereinen waren zu Gast, ebenso Teilnehmer aus den Niederlanden. Besonders kurzfristig war die Anmeldung der niederländischen Dreispringerin Djoriana Dormans. Sie meldete sich erst in der Nacht direkt vor dem Wettkampf an, nachdem sie am Vortag die erforderliche Norm für die niederländischen Meisterschaften knapp verpasst hatte. In Warendorf bekam sie eine weitere Chance und konnte die Norm schließlich erfüllen. Im Wettkampf erreichte Dormans 11,37m und belegte damit Platz zwei im Dreisprung, hinter Melanie Owczarski (TV Wattenscheid 01 12,37m).
Auch sportlich hatte das Meeting einiges zu bieten. Im Hochsprung der Männer überquerte Gero Faust vom TV Wattenscheid 01 1,90m. Bei den Warendorfer Startern überzeugte unter anderem Niklas Everwin mit 1,78m. Bei den Frauen übersprang Anna Vallo (WJU23) vom OSC Damme 1,58m, die Warendorferin Franka Wessel (WJU18) sicherte sich den ersten Platz mit 1,55m in ihrer Altersklasse.
Auch im Weitsprung und Kugelstoßen konnten die Warendorfer Athletinnen und Athleten zahlreiche gute Platzierungen erzielen. Besonders stark präsentierte sich beispielsweise Pirmin Lilienbecker, der das Kugelstoßen in der Jugend M15 mit 12,17m für sich entschied. Bei den Mädchen gewann Klara Hülshörster (W14) mit 9,08m das Kugelstoßen ihrer Altersklasse und sprang im Weitsprung 5,13m weit.
Hinter dem gelungenen Wettkampftag standen allerdings nicht nur die Sportlerinnen und Sportler. Rund 35 Kampfrichterinnen, Kampfrichter und Helfer sorgten dafür, dass die Premiere reibungslos über die Bühne gehen konnte. Für die Leichtathletikabteilung war das Meeting deshalb auch ein Beweis dafür, wie viel sich mit ehrenamtlichem Engagement bewegen lässt.
Ein wichtiger Teil dieser Entwicklung sind die neuen Wettkampfanlagen. Die eigene Hochsprunganlage, die Kugelstoßanlage sowie ein Hürdenwagen mit den benötigten Hürden konnten nur durch die Unterstützung zahlreicher Sponsoren und Förderer angeschafft beziehungsweise umgesetzt werden.
Eine besondere Geschichte verbindet die Abteilung dabei mit Reinhard Horstmann aus Münster. Als seine Enkelin einmal sagte, dass sie keinen Hochsprung mehr machen könne, weil die notwendige Anlage fehlte, wurde ihr Großvater kurzerhand aktiv und unterstützte die Warendorfer Leichtathletik finanziell bei der Anschaffung der neuen Hochsprunganlage. Auch die Familie Knemeyer und die Firma Tiefbau Nüßing leisteten einen wichtigen Beitrag. Noch eine Woche vor dem ersten Meeting konnte dank dieser Unterstützung die neue Kugelstoßanlage fertiggestellt werden. Auch die Weitsprunganlage wurde von den Mitgliedern der Leichtathletikabteilung in Eigenleistung erweitert, damit sie die erforderliche Wettkampflänge besitzt. Viele Stunden Arbeit, Planung und Organisation stecken damit in den Anlagen, die beim ersten Sprung- und Wurfmeeting erstmals richtig zum Einsatz kamen.
„Das erste Meeting war für uns ein ganz besonderer Moment“, lautet das Fazit der Leichtathletikabteilung. „Wir haben uns viele Jahre dafür eingesetzt, in Warendorf wieder vernünftige Bedingungen für Leichtathletikwettkämpfe zu schaffen. Jetzt konnten wir endlich zeigen, was mit der neuen Anlage möglich ist.“
Und nach der gelungenen Premiere ist vor dem nächsten Wettkampf: Erste Ideen für eine Fortsetzung gibt es bereits. Das Angebot soll möglicherweise um weitere Disziplinen erweitert werden, sogar ein eigener Staffelabend ist im Gespräch.
Die Warendorfer Leichtathletikabteilung bedankt sich deshalb ausdrücklich bei allen Sponsoren, Unterstützern, Kampfrichtern, Helfern, Mitgliedern und teilnehmenden Vereinen. Ohne dieses gemeinsame Engagement wäre die erfolgreiche Rückkehr der Leichtathletik auf die große Wettkampfbühne im Warendorfer Stadtstadion nicht möglich gewesen.


Fotos: Kai Horstmann
