Im Gemeindezentrum St. Joseph in Oelde kam die Hospizbewegung im Kreis Warendorf e. V. zur diesjährigen Mitgliederversammlung zusammen. Im Mittelpunkt des Abends standen Vorstandswahlen, der Startschuss für ein bedeutendes Bauprojekt sowie Berichte aus der ambulanten und stationären Hospizarbeit.
Vorstandswechsel nach langjährigem Engagement
Anne Maasch, die bislang als stellvertretende Vorsitzende amtierte, gab in ihrem letzten Vorstandsbericht einen Überblick über die Tätigkeiten des Vorstands. Als ihre Nachfolgerin wurde Regina Breitenbach aus Ahlen gewählt, ehemalige Leiterin des Bauordnungsamtes. Ebenfalls verabschiedet wurde Iris Richter aus Ennigerloh, die dem Vorstand 16 Jahre lang als Beisitzerin angehört hatte. In ihr Amt folgt Matthias Peilert, ebenfalls aus Ahlen. Margret Weischer wurde erneut als Schriftführerin bestätigt.
Finanziell gut aufgestellt – eine Million Euro als Ziel
Schatzmeisterin Sigrid Große Halbuer aus Everswinkel präsentierte den Mitgliedern den Kassenbericht und den Haushaltsplan. Der Verein sei finanziell solide aufgestellt und gehe mit Mut und Zuversicht in die bevorstehende Bauphase. Für das Bauprojekt sollen insgesamt eine Million Euro an Spenden und Stiftungsgeldern eingeworben werden. Rückenwind erhält der Verein auch durch eine unerwartete Erbschaft: Anfang 2026 wurde der Hospizbewegung ein kleines älteres Reihenhaus in Ahlen vermacht. Die Mitgliederversammlung beauftragte den Vorstand, die Immobilie zu veräußern und den Erlös dem Umbau des Hospizzentrums zugutekommen zu lassen.
Erweiterung des Hospizzentrums beginnt im Sommer
Besonders freudig aufgenommen wurde die Nachricht, dass die Erweiterung und Sanierung des Hospizzentrums – verbunden mit dem Umzug des stationären Bereichs in die Torhäuser Ahlen – im Juli beginnen kann. Die Baugenehmigung liegt vor, und mit dem EMU Baubüro wurde ein Vertrag über die Umsetzung geschlossen. Die Bauzeit ist auf rund 16 Monate veranschlagt. Durch die Verlagerung des stationären Bereichs können die Arbeiten ohne Einschränkungen für Hospizgäste und Mitarbeitenden durchgeführt werden können. Für die Beratung, den ambulanten Hospizdienst und die Verwaltung müssen noch Räume möglichst in der Nähe der Torhäuser Ahlen gefunden werden.
Begleitung bis zuletzt – Berichte aus der Hospizarbeit
Milena Poprawa, Koordinatorin des Vereins, gewährte den Mitgliedern Einblicke in die ambulante Sterbe- und Trauerbegleitung sowie in die vielfältigen Bildungsangebote, die der Verein im gesamten Kreisgebiet anbietet. 2025 wurden insgesamt 100 schwerkranke und sterbende Menschen, zwischen 38 und 105 Jahren, durch ehrenamtlichen Kolleg*innen in ihrem Zuhause begleitet. Aus einer Vielzahl an Gesprächen mit trauernden Menschen und der Koordination wurden im letzten Jahr 26 Menschen in Zeiten ihrer Trauer in Einzelgesprächen begleitet. Neben den Einzelgesprächen finden regelmäßig offene Gruppenangebote für trauernde Menschen aus dem Kreis Warendorf statt. Darunter zählen beispielsweise Trauercafés, Spaziergänge, Brauereiführungen oder Kräuterwanderungen. Pflegedienstleiter Dirk Wallrabe berichtete aus dem stationären Hospiz: Im vergangenen Jahr verbrachten 57 Menschen im Alter von 49 bis 89 Jahren ihre letzte Lebenszeit dort.
Der Vorstand bittet alle Mitglieder und Unterstützer, im persönlichen Umfeld auf den Spendenbedarf für das Bauprojekt hinzuweisen. Dazu stehen in Kürze Informationsflyer zur Verfügung. Weitere Informationen sind unter www.hospizbewegung-waf.de oder telefonisch unter 0 23 82 / 88 90 90 erhältlich.

Foto vom neuen Vorstand (von links): Jörg Kuster (Beisitzer), Sigrid Große Halbuer (Schatzmeisterin), Regina Breitenbach (stellv. Vorsitzende), Norbert Westerhoff (Vorsitzender), Margret Weischer (Schriftführerin), Matthias Peilert (Beisitzer)
Foto: Hospizbewegung im Kreis Warendorf e. V.
