Sie haben ein klares Ziel: „Warendorf ein Stück besser machen“. Seit Mitte Januar arbeiten Mayla Paschel (12), Constantin Tönges (13) und Tom Leenen (13) jeden Donnerstagvormittag beim Warenkorb. Dann heißt es: Obst und Gemüse sowie Brot und Aufschnitt in die Regale und Kühltheken räumen, schlechte Lebensmittel aussortieren und anschließend alles in Körbe packen. Denn beim Warenkorb ist der Name Programm: Bedürftige erhalten hier für kleines Geld einen Korb mit Lebensmitteln.
Auf diese Initiative des Caritasverbandes im Kreisdekanat Warendorf waren die Jugendlichen bei ihrer Recherche aufmerksam geworden.
Sie alle besuchen die 7. Klasse der Gesamtschule Weiße Rose in Warendorf. Im Rahmen des neu eingeführten Faches Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) sollten sich die Schülerinnen und Schüler eines der Entwicklungsziele raussuchen und dazu ein Projekt überlegen. „Wir hatten uns für das Ziel „Kein Hunger“ entschieden, erzählt Tom Leenen. Und bei der Suche nach einem passenden Projekt seien sie auf den Warenkorb aufmerksam geworden. „Wir haben einfach gefragt, ob wir mitarbeiten können“, ergänzt Constantin Tönges. Und das habe auf Anhieb geklappt. „Die Leute, die hier ehrenamtlich arbeiten, freuen sich jede Woche aufs Neue, wenn wir da sind“, sagt Tom. Auch den Schülern gefällt die Arbeit – so sehr, dass sie jetzt gefragt haben, ob sie in den Ferien weitermachen können. Ingrid Schultenkemper, die schon viele Jahre als Ehrenamtliche im Warenkorb tätig ist, nickt: „Die Jugendlichen sind eine gute Unterstützung für uns.“
Und diese sind außerordentlich motiviert und begeistert von der Sache. Daher haben sie ihre Lehrer gefragt, ob sie nach den Ferien weiterhin donnerstags im Warenkorb mit anpacken dürfen. Darüber wird aber wohl erst nach den Ferien entschieden, heißt es in einer Pressemitteilung des Caritasverbandes.
Beim letzten Arbeitseinsatz vor den Ferien legten Mayla, Tom und Constantin sich auf jeden Fall mächtig ins Zeug. Eigentlich hätten sie an dem Morgen Englisch gehabt. Aber nach Absprache mit der Schule durften sie den Englischunterricht am Folgetag eigenständig nacharbeiten. Dass diese flexible Lösung gefunden wurde, freut die drei.
Sie finden ihren Arbeitseinsatz beim Warenkorb richtig cool. Natürlich auch, weil es für dieses Fach keine Noten gibt. „Aber es ist auch schön, weil man hier bewusst helfen kann“, meint Constantin. Und fürs eigene Leben nehmen die drei auch etwas mit. Tom ist sicher, dass er Lebensmittel künftig genauer im Blick hat. „Zuhause habe ich gerade einen Käse mit leichtem Schimmel aussortiert.“ Und Mayla wirbt schon bei Familie und Freunden dafür, mehr auf Mülltrennung zu achten.
Kathrin Wiggering, beim Caritasverband zuständig für den Bereich Gemeindecaritas und „youngcaritas“, freut sich ebenfalls über die Initiative der Gesamtschüler. Deren Engagement passt gut zu einem neuen Projekt, das der Caritasverband im Kreisdekanat Warendorf kürzlich vorgestellt hatte. Die Idee dahinter: junge Menschen bei der Entwicklung von sozialen Kompetenzen und demokratischen Werten unterstützen und sie für caritative Anliegen motivieren. Der Caritasverband hatte dafür 30 Projekte aufgelistet und in Form eines Projektkataloges den weiterführenden Schulen der Region als Angebot unterbreitet. Dass solche Projekte junge Leute begeistern können, beweist das Engagement der Gesamtschüler.

Gut integriert in das Team der ehrenamtlichen Helfer. Das Foto zeigt v.l.: Danny Klein, Constantin, Ingrid Schultenkemper und Tom.

Mayla sortiert gerade das Gemüse, im Hintergrund ist der Ehrenamtliche Matthias ihr Ansprechpartner.

Mayla, Constantin und Tom (v.l.) helfen seit Mitte Januar jeweils donnerstags für einige Stunden beim Warenkorb. Die Jugendlichen besuchen die Gesamtschule Weiße Rose in Warendorf. Im Rahmen des neu eingeführten Faches Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) engagieren sich die Schüler für das Ziel „Kein Hunger“. Der Caritas-Warenkorb ist für die drei ein gutes Projekt, um dieses Ziel umzusetzen.
Fotos: Caritasverband im Kreisdekanat Warendorf e. V.
