SPD-Ratsfraktion besucht bei Sommer-Fahrradtour verschiedene Punkte in Warendorf

Im Rahmen ihrer traditionellen Sommer-Fahrradtour haben zehn Mitglieder der SPD-Ratsfraktion Warendorf diesmal verschiedene Punkte im Zentrum und im Norden Warendorfs besucht, auf die sie von Anwohnenden und Betroffenen aufmerksam gemacht worden waren.

Den Auftakt bildete die Einmündung Gartenstraße/Brinkstraße. An dieser Rechts-vor-links-Einmündung steht der vorhandene Verkehrsspiegel nicht mehr richtig, sondern ist falsch ausgerichtet. Wolfgang Richter, sachkundiger Bürger im Umwelt- und Mobilitätsausschuss, war von einem Fahrlehrer auf das Problem angesprochen worden. Früher konnte man von der Gartenstraße kommend mithilfe des Spiegels einsehen, ob sich ein Fahrzeug auf der Brinkstraße nähert. Heute muss man bereits fast bis auf die Brinkstraße fahren, bevor eine ausreichende Sicht möglich ist. Die Fraktionsmitglieder beschlossen daher, einen Antrag zu stellen, mit geringem Kostenaufwand für Abhilfe zu sorgen.

Aufgrund einer früheren Anfrage einer Anwohnerfamilie, die urlaubsbedingt leider nicht an der Besichtigung teilnehmen konnte, begaben sich die SPD-Fraktionsmitglieder anschließend in das neue Wohngebiet „In de Brinke“. Dort besichtigten sie die neu geschaffene Öffnung für den Pkw-Verkehr zwischen Füchtenknäppe und Buchenweg, die auch vom Bürgerbus genutzt wird.

Die Anwohnerfamilie hatte gegenüber der Fraktion eine deutliche Zunahme des Pkw-Verkehrs beklagt, insbesondere morgens und nachmittags zu den Zeiten, in denen Kinder zu Schulen und Kitas gebracht beziehungsweise abgeholt werden. Zufällig trafen die Fraktionsmitglieder vor Ort ein Anwohnerehepaar an. Dieses bewertete die Öffnung für den Pkw-Verkehr – anders als die zuvor angesprochene Anwohnerfamilie – grundsätzlich als sinnvoll. Gleichzeitig berichtete das Ehepaar, dass die Pkw auf dem Buchenweg teilweise immer schneller unterwegs seien. Zudem würden vereinzelt Fahrzeuge verbotswidrig die Zufahrt über den Velsener Weg nutzen, seit dort eine Sperre entfernt worden sei, die zuvor nur von Radfahrern passiert werden konnte.

Andreas Hornung, Sprecher der SPD im Stadtentwicklungsausschuss, kündigte an: „Wir werden einen Antrag stellen, im Verlauf des Buchenwegs Verkehrspoller aufzustellen. Diese sollen den durch die Öffnung zur Füchtenknäppe gestiegenen Pkw-Verkehr abbremsen, gleichzeitig aber für den Bürgerbus passierbar sein. Zudem sollte im Durchstich des Velsener Weges ebenfalls ein Poller so aufgestellt werden, dass eine Durchfahrt durch Pkw wirksam verhindert wird.“

Anschließend begaben sich die Fraktionsmitglieder zum Fuß- und Radweg von der Schlaunstraße zur Gallitzinstraße. Im Zuge einer Überprüfung durch die Verwaltung wurde die Umlaufsperre an der Einmündung des Fuß- und Radweges in die Gallitzinstraße zurückgebaut. Nach Einschätzung der SPD stellt die neue Situation eine Gefahr für den fließenden Verkehr dar. Insbesondere zu Schulzeiten komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen zwischen Radfahrern und Pkw.

In diesem Zusammenhang wird die SPD-Fraktion die Verwaltung um einen Bericht in der nächsten Sitzung des Umwelt- und Mobilitätsausschusses bitten. Insbesondere soll dabei aufgelistet werden, an welchen Standorten wie viele Umlaufsperren beseitigt wurden und ob es nach deren Rückbau zu gefährlichen Situationen gekommen ist.

Nach der Fahrt zurück ins Stadtzentrum nahmen die Fraktionsmitglieder die von Anwohnenden in der lokalen Presse kritisierte Neugestaltung der Pflasterung am Heumarkt in Augenschein. Dabei konnten sie sich davon überzeugen, dass die Wege vor den Häusern teilweise mit einer deutlichen Schräge gepflastert sind.

„Wir halten es grundsätzlich für sinnvoll, statt Stufen zu den Hauseingängen barrierefreie Lösungen zu schaffen, und können das Ausmaß des Unmuts daher nicht nachvollziehen. An den meisten Stellen steigt der Fußgängerweg zu den Eingängen nur sanft an, an einzelnen Stellen etwas stärker“, machte die Fraktionsvorsitzende Andrea Kleene-Reschke deutlich.

„Insgesamt finden wir die Platz- und Straßengestaltung mit der neuen Pflasterung recht gelungen. Allerdings führt die von einer Mehrheit der Politik gewünschte Verbundpflasterung zu einer deutlich stärkeren Flächenversiegelung. Ein oder zwei zusätzliche Bauminseln können wir uns hier gut vorstellen“, so Kleene-Reschke weiter.

Darüber hinaus sollte eine Anregung aus dem letzten Stammtisch des Projektes „Inklusion vor Ort“ aufgegriffen werden. Die Situation vor Ort sollte gemeinsam mit Betroffenen, unter Beteiligung des Inklusionsbeauftragten, des Projektes „Inklusion vor Ort“ und der Stadtverwaltung, betrachtet werden, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen und für mehr Transparenz zu sorgen. Eine frühzeitige Beteiligung sollte aus Sicht der SPD-Fraktion auch bei zukünftigen Infrastrukturprojekten das Ziel sein.

Das war zugleich das passende Stichwort für den letzten Treffpunkt der Fahrradtour auf dem Bahnhofsvorplatz. Anschließend ging es zum gemütlichen Ausklang mit einem gemeinsamen Grillen.

Die Fraktionsmitglieder berichteten dabei auch von ihren Urlaubserfahrungen und stellten fest, dass öffentliche Plätze beispielsweise in Frankreich häufig deutlich weniger versiegelt und dafür grüner gestaltet seien als etwa der Vorplatz des Warendorfer Bahnhofs. Hier wünscht sich die SPD-Fraktion mehr Bauminseln und Grünflächen sowie kreative Lösungen. Auch nach der geplanten Aufgabe der städtischen Gewächshäuser sollte der Platz nicht nur durch zeitweise aufgestellte Blumenampeln, sondern ganzjährig durch mehr Grün aufgelockert werden. Ziel sei es, den ansonsten sehr betonlastigen Bahnhofsvorplatz attraktiver und grüner zu gestalten.

Foto: SPD