Die Unternehmen im Kreis Warendorf haben weiter mit schwierigen Rahmenbedingungen zu kämpfen, blicken aber etwas zuversichtlicher nach vorn. „Die Betriebe im Münsterland behaupten sich, von Entwarnung kann aber keine Rede sein“, erklärte IHK-Vizepräsident Bernd Eßer bei der Sitzung des IHK-Regionalausschusses für den Kreis Warendorf bei der enviado GmbH in Everswinkel. Dr. Fabian Schleithoff, Geschäftsbereichsleiter Regionalpolitik Münsterland und Volkswirtschaft bei der IHK Nord Westfalen, hatte dazu Zahlen aus der aktuellen Konjunkturumfrage mitgebracht. Demnach erwarten 37 Prozent der Betriebe im Kreis Warendorf eine konjunkturelle Belebung, 14 Prozent eine Verschlechterung.
„Eine schwache Inlandsnachfrage und hohe Arbeitskosten werden von den Unternehmen als größte Risiken benannt“, erklärte Schleithoff, der erhebliche regionale Unterschiede im IHK-Bezirk ausmachte. So zeigten sich im Münsterland erste Erholungstendenzen, während die Emscher-Lippe-Region weiter unter Druck stehe. Eßer, der auch Vorsitzender des Regionalausschusses ist, warnte aber davor, dass sich die Umsätze zunehmend ins Ausland verlagerten. „Das geht zulasten der heimischen Standorte und ist auch für den Kreis Warendorf eine bedenkliche Entwicklung.“ Dabei seien die Unternehmen bereit, vor Ort zu investieren und Verantwortung zu übernehmen. Dazu bräuchten sie aber verlässliche Rahmenbedingungen und Spielräume: „Was bringt es, Unternehmer zu sein, wenn unternehmerisches Handeln kaum möglich ist?“
Die Ausschussmitglieder sprachen deshalb auch darüber, wie sie die Positionen der regionalen Wirtschaft gezielter gegenüber Politik und Verwaltung einbringen. „Wir wollen als Wirtschaft gehört werden“, unterstrich Eßer. „Unser Auftrag ist es, Themen aus den Unternehmen frühzeitig in die politische Diskussion einzubringen, etwa zu Standortfragen, Fachkräften und Infrastruktur.“
Zu Beginn führte Marcel Honisch, einer der beiden Geschäftsführer von enviado, die Ausschussmitglieder durch den Betrieb. Das 2010 gegründete Unternehmen entwickelt und produziert sogenannte Delivery Bikes und Ausrüstung für die urbane Logistik. Mit 37 Beschäftigten bietet enviado E-Bike-Flotten, Thermoboxen, Liefertaschen und Rucksäcke sowie Wartung, Reparatur und Beratung an.
Über den IHK-Regionalausschuss
Der IHK-Regionalausschuss für den Kreis Warendorf mit rund 50 ehrenamtlich tätigen Unternehmerinnen und Unternehmern ist die Stimme der gewerblichen Wirtschaft. Das Gremium befasst sich mit Themen und Projekten im Kreis, die Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. Zudem berät der Regionalausschuss die Vollversammlung, das Präsidium und die Geschäftsführung der IHK Nord Westfalen.

Der IHK-Regionalausschuss für den Kreis Warendorf mit dem Vorsitzenden Bernd Eßer (vordere Reihe, 4.v.l.) kam jetzt bei enviado in Everswinkel zusammen, wo die Mitglieder von Mit-Geschäftsführer Marcel Honisch (vordere Reihe, 3.v.r.) begrüßt wurden.

Marcel Honisch (l.) führte die Mitglieder des IHK-Regionalausschusses durch sein Unternehmen enviado.
Fotos: Kaup-Büscher/IHK
